amzi focus israel Web20202

Toralesungen – amzi focus israel

 

Samstag, 2. Juli 2016

Korach – Korah

4. Mose 16,1 – 18,32; Jesaja 66,1-24; 1. Samuel 11,14 – 12,22

Von Jurek Schulz

Die Ursachen von Aufruhr und Revolten liegen oftmals in Neid und Eifersucht des Menschen begründet. Das lernen wir aus der heutigen Toralesung. Gerade „fromme“ und „vernünftige“ Argumente, die geistlich tiefgründig erscheinen, kämpfen in Wahrheit gegen Gottes Willen.

Korah, Datan und Abiram traten zusammen mit 250 weiteren namhaften Männern in die Opposition gegenüber Mose und Aaron. Sie wollten nun selbst Verantwortung für das Volk Israel übernehmen. Nicht mehr Mose und Aaron, die von Gott selbst Eingesetzten, sollten die Autorität haben. Menschlich mag das richtig sein, denn Datan und Abiram waren Nachkommen Rubens, der eine politische Führungsrolle beanspruchte. Koran stammte von Levi ab und pochte auf seine geistliche Führungsrolle. Gott selbst ging gegen sie vor, obwohl sie mit fast schon demokratischen Mitteln arbeiteten.

Dahinter steckte nichts anderes als tiefste Eifersucht und Missgunst gegenüber dem Handeln Gottes. Sie provozierten ein fürchterliches Gerichtshandeln Gottes, durch das über 250 Menschen starben. Leider war der Geist der Opposition gegen die Herrschaft Gottes innerhalb des Volkes Israel auch am nächsten Tag nicht verschwunden, so dass erneut 14'700 Menschen zu Opfern wurden. Die Autorität Gottes darf zu keinem Spielball der Menschen werden

So lernen wir von Samuel, der für das Volk unablässig betete und es lehrte, was der richtige Weg ist: Nämlich den Herrn zu lieben, ihm zu dienen und ihm treu zu sein von ganzem Herzen. Dies ist der Kern der Botschaft, von der Jesaja später redete. Die Treuen Gottes werden die wahren Botschafter in der Welt sein und nicht die Machthungrigen, welche unter keiner Autorität stehen wollen.

 

Johannes 13,18-30; Judas 3-11

Von Hanspeter Obrist

Jesus wurde von seinem Jünger Judas an die Feinde ausgeliefert. Wahrscheinlich war es für Jesus sehr schmerzhaft, um den Verräter in seiner Mitte zu wissen. Im Brief von einem anderen Judas, dem Bruder von Jakobus, steht geschrieben, dass sich immer wieder Geschöpfe gegen den Schöpfer aufgelehnt haben. Ein Beispiel ist Korach, der sich mit seinen Leuten gegen Mose aufgelehnt hatte (4. Mo. 16).

Stehen wir nicht auch in der Gefahr, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen? Die abgefallenen Engel haben ihren Platz verlassen, den Gott ihnen zugewiesen hatte (Jud. 6). Wir sind aufgefordert, den Platz einzunehmen, in den Gott uns hineingestellt hat. Es kann sein, dass wir uns vor der Aufgabe und Verantwortung drücken oder dass wir uns in Dinge einmischen, die uns nichts angehen. Unser eigentliches Problem ist, dass wir Gottes Ordnungen nicht akzeptieren wollen. Das war sowohl bei den Engeln, wie auch bei Adam und Eva der Fall. Damit begann die lange Geschichte vom Widerstand gegen die Ordnungen Gottes. Die herausfordernde Frage ist, ob wir im Alltag dem himmlischen Vater vertrauen wollen. Ihm vertrauen, dass es in unserem Leben keinen anderen Erlösungsweg und keine bessere Führung gibt. Gott kommt manchmal anders zu seinem Ziel, als wir uns das vorstellen. Wichtig ist, dass wir deshalb nicht alles über Bord werfen, sondern ihm in jeder Lebenssituation vertrauen. Gott will nur das Beste für uns.

„Himmlischer Vater, hilf uns, dass wir dir in allen Lebenslagen vertrauen und verstehen, wo und wie wir unsere Aufgabe von dir wahrnehmen sollen. Dein und nicht unser Wille soll geschehen.“

 

 

Samstag, 17. Juni 2017

Schlach – Schicke!

4. Mose 13,1 – 15,41; Josua 2,1-25

Von Hanspeter Obrist

Mose hatte zwölf Kundschafter ausgesandt, um zur Ermutigung des Volkes beizutragen. Doch sie konzentrierten sich auf das Unmögliche und vergaßen dabei Gottes Möglichkeiten. Der Auszug aus Ägypten und die Wunder Gottes waren wie vergessen, obwohl die Kanaaniter genau diesen Gott auch 40 Jahre später immer noch fürchteten (Jos. 2,10-11). Der Wunsch der Israeliten, in der Wüste zu sterben (4. Mo. 14,2), wurde zu ihrem eigenen Gericht (4. Mo. 14,29).

Mose verlor die Sicht für Gottes Plan auch in dieser Krise nicht. Er setzte sich als Fürbitter für das Volk ein. Er wollte, dass, trotz des Ungehorsams, Gottes Name nicht verunehrt wurde.

Welchen Fokus haben wir? Sehen wir auch Gottes Möglichkeit, und ist uns seine Ehre am wichtigsten? Wie oft drehen wir uns nur um uns selbst und unsere Bedürfnisse.

Die Kundschafter von Josua hatten eine andere Botschaft und einen anderen Einfluss. Sie waren voll Zuversicht, dass Gott das Land in ihre Hände gegeben und die Bewohner des Landes mutlos gemacht hatte (Jos. 2,24). Auf den rechten Blick kommt es an! Wir wollen uns gegenseitig mit den Taten und Worten Gottes ermutigen.

Herr hilf uns, dass wir als deine Gesandte immer wieder den rechten Blick haben und andere ermutigen können. Dein Name werde verherrlicht bis in alle Ewigkeit – Amen.

 

Lukas 9,1-6; Hebräer 3,7 – 4,1

Von Jurek Schulz

Die Aussendung der Kundschafter Israels hat zu einer Entmutigung des Volkes geführt, die Verheißungen Gottes anzunehmen (4. Mo. 13,25–14,4). Die Ermutigung durch Gott war nach den ersten Problemen schnell verblasst (2. Mo. 3,8.17). So ist zu erkennen, dass Ermutigung und Entmutigung meist nicht weit auseinander liegen.

Existierte dieses Problem nur bei Israel? – Nein. Auch heute werden wir durch verschiedenste Reaktionen oft in die Resignation gedrückt.

Die Jünger Jesu sollen ermutigende Botschafter sein. Das Ziel ist die Versöhnung mit Gott (2. Kor. 5,19-20). Deshalb sendet Jesus seine Jünger aus. Dass es auch zu negativen Reaktionen kommen kann, sah Jesus voraus (Lk. 9,5). Dennoch sollen sie nicht resignieren. Als Nachfolger Jesu sind wir gesandte Menschen im Auftrag des Herrn (Lk. 24,47; Mt. 28,18-20; Apg. 1,6-8).

Dadurch bewirkt Gott die Möglichkeit, dass Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen (1.Tim. 2,4). Egal wie der Gegenwind aussieht, wir sind aufgerufen, durch Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung allen Menschen gegenüber segnend zu wirken (1.Tim. 2,1). So lasst uns in der Zuversicht Christi von Anfang bis Ende am Auftrag festhalten, dann werden wir einmal in den „ewigen Schalom Gottes“, in seine Ruhe, eingehen (Hebr. 3,14.18).

 

 

Samstag, 10. Juni 2017

Be HaAlotecha – Wenn du anzündest

4. Mose 8,1 – 12,16; Sacharja 2,14 – 4,7

Von Ueli Stettler

Nach den letzten Anordnungen für das Anzünden des siebenarmigen Leuchters, die Reinigung der Leviten und die Anweisungen zum Passahfest waren alle Vorbereitungen für den Aufbruch vom Sinai ins verheissene Land abgeschlossen. Doch wie sollte nun Israel den Weg erkennen, der sie durch die Wüste ins gelobte Land führte? Wann war es Zeit zum Campieren und wann zum Aufbrechen?

Gott gab ihnen in der Wolkensäule ein sichtbares Zeichen, wann sie sich lagern und wann sie sich wieder auf den Weg machen sollten. Die Wolke ist die Manifestation von Gottes Gegenwart, der Schechinah, in der Mitte des Volkes. So konnte das Volk mit Gott Schritt halten. Vielleicht dachten manche: „Warum müssen wir ausgerechnet jetzt weiterlaufen, hier ist es doch gemütlich, können wir nicht noch ein paar Tage warten?“ Oder: „Warum müssen wir tagelang eine Warteschleife einbauen, ist doch sinnlos.“ Auch wir können an Gott vorbeiziehen und selbst das Tempo bestimmen. Aktivitäten und Idee werden ausgeführt, obwohl Gott noch nicht grünes Licht gegeben hat. Die Frage ist nur, wo der selbst gewählte Weg endet und das selbstbestimmte Tempo hinführt.

Damit das Volk die Bewegung der Wolke erkennen konnte, mussten es den Blick auf das Heiligtum gerichtet haben. Wer sich nur mit sich selbst und der Arbeit beschäftigte, bemerkte nicht, wenn sich die Wolke vom Heiligtum erhob.

Im Neuen Bund werden die Nachfolger Jesu als Tempel Gottes bezeichnet, in dem der Heilige Geist wohnt. Gott ist durch seinen Geist in unserem Leben gegenwärtig (Eph. 2,19-22). Wenn wir uns täglich von seinem Geist erfüllen lassen, auf Gottes Wort hören, ihm vertrauen und unser Herz auf ihn ausrichten, werden wir auch Gottes Willen erkennen. Gebet: „Meine Zeit steht in deinen Händen“ (Ps. 31,16).

 

Markus 11,20-26; 1. Korinther 13,13 – 14,40

Von Hanspeter Obrist

Gott möchte uns klar und verständlich führen. Paulus ermutigt deshalb die Gemeinde in Korinth, nicht in unverständlichen Sprachen zu sprechen, sondern so zu sprechen, dass Menschen sich selbst erkennen und vom Heiligen Geist überführt werden können (1. Kor. 14,24). Jeder soll bei den Zusammenkünften einen Beitrag geben. Alles soll geordnet ablaufen (1. Kor. 14,40). Auch unsere Beziehungen untereinander sollen geordnet sein. Wir sollen anderen vergeben, damit auch unser Vater im Himmel unsere Übertretungen vergibt (Mk. 11,25). Gott kann da wirken, wo Menschen sich an seine Ordnungen halten und auf das Reden seines Geistes hören. Genauso wie Gott Israel in der Wüste durch die Wolkensäule führte, möchte er uns heute durch seinen Geist leiten. Dies gelingt nur, wenn wir uns an Gottes Wort orientieren und es verstehen.

„Himmlischer Vater, wir danken dir für deine klaren Worte, die du zu uns Menschen sprichst. Wir bitten dich, dass du uns durch deinen Heiligen Geist führst. Vergib uns, wo wir an dir und an anderen Menschen schuldig geworden sind.“

 

 

Samstag, 3. Juni 2017

Nasso – Erhebe!

4. Mose 4,21 – 7,89; Richter 13,2-25

Von Jurek Schulz

Neben den Dienstvorschriften für die Leviten war es wesentlich, die Zählung der drei Familiendynastien Levis zu erfassen. Die Priester mussten nicht nur die Gebote für die Stiftshütte, sondern auch die Lagerordnungen und das zivile Leben der Israeliten regeln. Selbst für die Ordnung in der Ehe trugen sie Verantwortung. Eine der höchsten Stufen der Heiligung war die Institution des Nasirtums. Für eine besondere Zeit lebte ein Gläubiger in Askese und Reinheit, um so für Gott in besonderer Weise geheiligt zu werden.

Die Sehnsucht nach göttlicher Heiligung unseres Lebens dürfen wir im Messias erleben. Er erhebt uns, indem er uns Vergebung schenkt. Die Vergebung führt uns in eine kontinuierliche Liebe zu ihm. So wird das Anliegen von Schawuot erfüllt. Gott selbst heiligt uns durch seinen Geist, der seine Ordnung als Lebensmitte in unser Leben legt.

 

Lukas 1,5-25; 2. Petrus 2,12-22

Von Ueli Stettler

In diesem Toraabschnitt geht es um Reinheit und Unreinheit des Volkes innerhalb des Lagers. Sünde und Unreinheit haben keinen Platz im Lager des Volkes Gottes. Wenn Menschen untereinander schuldig werden, sollen sie das Vergehen bekennen und einander vergeben (4. Mo. 5,5-7). Wenn keine Bereitschaft zur Änderung erfolgt, gibt Gott eindeutige Weisungen: „Sowohl Mann als auch Frau sollt ihr hinausschicken, vor das Lager sollt ihr sie hinausschicken, damit sie nicht ihr Lager unrein machen, in deren Mitte ich wohne“ (5,3).

Auch der Apostel Petrus weiss, dass die Gemeinde Jesu von allen Seiten bedroht ist. Sie werden sich mit falschen Propheten auseinander zu setzen haben. Sie werden erleben, dass viele von denen, die ihr Leben Jesus anvertraut haben, ihm plötzlich den Rücken kehren und die Gemeinde verlassen werden. Petrus beschreibt dies in 2. Petrus 2,12-22 in unterschiedlichen Bildern und fragt: Wollt ihr wirklich dahin zurück, von woher ihr gekommen seid? Wollt ihr das zurückgeben, was ihr geschenkt bekommen habt“ (V. 21)?

Wir spüren etwas vom Ernst der Ermahnung. Lassen wir uns neu auf den Weg mit Jesus rufen. Nur bei ihm bleiben wir bewahrt und können wie Johannes der Täufer Wegbereiter sein für das zweite Kommen des Messias (Lk. 1,15-17).

 

 

Samstag, 27. Mai 2017

BaMidbar – In der Wüste

4. Mose 1,1 – 4,20; Hosea 2,1-22

Von Hanspeter Obrist

Das 4. Buch Mose beginnt mit der Zählung des Volkes Israel. Hosea 2 beginnt mit der Verheißung, dass die Zahl der Söhne Israel unzählbar sein wird. Die scheinbare militärische Stärke des Volkes Israel und die gute Organisation waren leider keine Garantie für das Vertrauen in Gott. Hosea brauchte deshalb das Bild der zerbrochenen Ehe, um aufzuzeigen, wie Gott um sein Volk wirbt. Er musste seine Frau in die Wüste führen (Hos. 2,16), damit sie erkannte, zu wem sie gehörte, und nicht mehr den fremden Göttern nacheiferte.

Gott muss uns manchmal in die Not führen, bis wir einsehen, dass wir alles Gott zu verdanken haben. Er hat aber auch die Möglichkeit, unsere Vorstellungen zu durchbrechen und uns gegen alle menschliche Logik bis ins Unzählbare zu segnen. Herr, hilf uns, dass wir nicht auf unsere Stärke bauen, sondern dich, den Geber aller Gaben, ehren und unser Vertrauen in dich setzen. Denn gesegnet ist der Mann, der auf den HERRN vertraut und dessen Vertrauen der HERR ist! (Jer. 17,7)

 

Lukas 3,1-20; Galater 1,6-18

Von Jurek Schulz

Wir lesen in Galater 1,11, dass die Gute Nachricht kein menschliches Werk ist. Paulus hat sich das Evangelium nicht ausgedacht, sondern von Gott selbst empfangen. Er erhielt eine direkte Offenbarung vom Herrn (Gal. 1,12). Für die messianische Bewegung war diese Zeit geistlich gesehen eine Wüstenzeit. Sie erlitten die Hitze der Verfolgung, die oftmals tödlich endete (Apg. 7,59–8,3). Doch Gott selbst griff ein und richtete die Gute Nachricht auch unter den Verfolgern auf, indem er dem Saulus von Tarsus Jesus als Messias offenbarte (Apg. 9,1-30; Gal. 1,13-15).

Inmitten geistlicher Wüstenzeiten beruft Gott seine Boten, indem er sich ihnen offenbart (Lk. 3,2). Die Zeit Johannes des Täufers war extrem unmoralisch. Doch der „Rufer in der Wüste“ wurde zu einem Erweckungsprediger, indem er das Wort Gottes verkündete, das Gott ihm offenbart hatte. Aber noch etwas dürfen wir nicht übersehen: Johannes wurde mit seiner Botschaft zum unmittelbaren Boten des Messias (Lk. 3,16-17).

Trotz „Wüstenzeiten“ gibt Gott große Hoffnungen auch für Israel. Da ist die Gnade Gottes erkennbar, wie sie schon bei Hosea deutlich wurde. Trotz „selbstverschuldeter Wüste“ schenkte ER ein „Tor der Hoffnung“ (Hos. 2,17). So ist der Messias heute unser „Tor der Hoffnung“ inmitten der „Stürme der Zeit“, weil er das offenbarte Wort Gottes an uns zum Leben ist (Joh. 1,1-4; 3,16; 1. Joh. 1,1-4).

 

 

Samstag, 20. Mai 2017

BeChukkotei – In meinen Satzungen

3. Mose 26,3 – 27,34; Jeremia 16,19 - 17,14

Von Ueli Stettler

In 3. Mose 26 verheißt Gott seinem Volk Frieden und Wohlergehen, Sieg über die Feinde und Fruchtbarkeit des Landes. Diese Segnungen sind aber an die Bedingung gebunden, Gottes Weisungen zu beachten. Wenn das Volk ungehorsam ist, wird es Not, Leiden, Trockenheit, Hungersnöte und Zerstreuung treffen. Diese Wahrheiten erfüllten sich in der Geschichte Israels. Wenn gottesfürchtige Könige das Volk regierten, ging es ihm gut. Gott erweiterte sogar ihre Grenzen wie in der Zeit Davids und Salomos.

Wenn sie Gott vergaßen und anderen Götter folgten, schickte Gott die angekündigten Gerichte (V. 23-31). Gottes Strafe ging so weit, dass Israel zweimal aus dem Land vertrieben wurde (V. 31-33.36-38).

Trotz Israels Untreue liebt Gott sein Volk und hat es nicht verworfen. Er steht zu seinem Bund, den er mit Abraham, Isaak und Jakob geschlossen hat (V. 44-45).

Gottes Heimsuchungen haben das Ziel, dass Menschen zu ihm und zu seinem Messias zurückkehren. Wir beten und helfen mit, das Zeugnis des Messias unter Juden zu fördern.

 

 Lukas 19,1-10; 1. Timotheus 6,3-10

Von Hanspeter Obrist

Zachäus erlebt, wie ihm und seinem Haus Gottes Heil widerfährt (Lk. 19,9). Anstatt sich vom Geld beherrschen zu lassen, bestimmt er, wie es zum Segen für andere werden soll. Paulus ermahnt Timotheus, dass materielle Güter und Geld unser Fallstrick werden können (1. Tim. 6,9). Anders ist es, wenn wir unsere Möglichkeiten einsetzen, um Barmherzigkeit walten zu lassen. In 3. Mose 27 sagt Gott, dass ihm der zehnte Teil von allem zusteht (3. Mo. 27,30-32). Wenn wir diesen und noch mehr für unsere Mitmenschen einsetzen, dann werden wir selbst gesegnet, und das Reich Gottes wird erfahrbar. So wie es auch in Lukas 6,36 steht: „Seid nun barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ „Unser Vater im Himmel, wir danken dir für deine große Barmherzigkeit und Gnadenzeit. Hilf uns, dass wir uns nicht vom Geld beherrschen lassen und Menschen der Barmherzigkeit werden.“

 

BeHar – Auf dem Berge

3. Mose 25,1 – 26,2; Jeremia 32,6-27

Von Ueli Stettler

In 3. Mose 25 geht es um die Ruhezeiten, die Gott für uns Menschen, die Natur und für das ganze Universum vorgesehen hat. Viele Krankheiten und Umweltkatastrophen sind die Folge der Nichtbeachtung dieser Gebote. So wie Gott am siebten Tage ruhte, so will er auch uns und die ganze Schöpfung an seiner Ruhe teilhaben lassen. Gott meint es gut mit uns.

 

Lukas 4,16-21; Römer 6,1-23

Von Hanspeter Obrist

Jesus ist gekommen, um die Gnadenzeit auszurufen (Lk. 4,19). Gott ordnete Zeiten der Ruhe und Freilassung an. So sollte jedes siebte Jahr ein Ruhejahr sein (3. Mo. 25,4), und im 50. Jahr sollten alle Schuldverhältnisse aufgelöst werden (3. Mo. 25,10). Durch Jesus werden wir von der Knechtschaft der Sünde befreit, um für Gott zu leben. Wir müssen uns nicht mehr von der Sünde beherrschen lassen (Röm. 6,11-12).

 

 

Samstag, 13. Mai 2017

Emor – Sprich!

3. Mose 21,1 – 24,23; Hesekiel 44,15-31

Von Jurek Schulz

Die Priester sind im Besonderen verantwortlich, sowohl die Opferregeln, als auch die richtige Durchführung der biblischen Feste einzuhalten. Gerade weil sie diesen Regelungen unterworfen sind, müssen sie selbst eine hohe Disziplin an den Tag legen. Nur dadurch ist es möglich, zwischen heilig, also Gott gemäß, und unheilig, zu unterscheiden. Der Opfernde, das Opfer und der Vollzug des Opfers symbolisieren die Heiligkeit Gottes. Daher ist es erforderlich, dass die Priester den Umgang mit dem Tod, mit Krankheit, körperlicher Gebrechlichkeit oder moralischen Verfehlungen exakt regeln, auch innerhalb der eigenen Familien, bevor sie sich selbst Gott im Heiligtum nahen. Das grundlegende Gebot für alle Juden ist 3. Mose 11,44-45: „Ich bin der Herr, euer Gott. Darum sollt ihr Euch heiligen … Seid heilig, denn ich bin heilig.“ So soll der göttliche Name durch Israel geheiligt werden. Hesekiel weist erneut auf diese Aufgabe hin, die sich in der Person des Messias in vollkommener Weise erfüllt hat: „Als ein vollkommener Hohepriester …, der nicht durch das Blut von Böcken und Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut ein für allemal in das Heiligtum eingegangen ist, hat er eine ewige Erlösung erworben. Er war das endgültige Opfer ohne Fehler …, um unser Gewissen zu reinigen ... zu dienen dem lebendigen Gott“ (Hebr. 9,11.12.16). Heute heiligen wir den Namen Gottes, indem wir in Beziehung zu seinem Messias leben. Unser eigenes Leben wird dadurch gereinigt und geheiligt.

 

Lukas 14,12-24; Offenbarung 4,1-11

Von Catherine Meerwein

In Offenbarung 4 wird die Macht und Herrlichkeit Gottes beschrieben. Johannes sah in einer Vision Gottes Thron und Gestalten, die Gott ohne Unterlass anbeten: „Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt“ (Off. 4,8). 3. Mose 21-24 enthält Gebote für die Priester, wie sie sich verhalten sollen, um diesem heiligen Gott dienen zu können. Die Priester sollen möglichst wenig mit Unreinem in Kontakt kommen. Es gibt eine strikte Trennung zwischen dem „unreinen“ Volk und dem heiligen Gott. Wie revolutionär ist dagegen das Gleichnis vom großen Festmahl, das Jesus in Lukas 14,16ff. erzählte. Weil die eingeladenen (edlen) Gäste der Einladung des Hausherrn nicht folgen wollten, ließ dieser die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Lahmen zu seinem Fest holen. Diese Menschen waren weder besser noch schlechter als die anderen, die der Einladung nicht gefolgt waren. Aber sie nahmen die Einladung an, das ist das Entscheidende. Denn Jesus hat die strikte Trennung zwischen dem heiligen Gott und den unheiligen Menschen aufgehoben. In ihm und durch ihn können wir Gemeinschaft haben mit Gott, so wie es Johannes schon vorhergesehen hat.

„Dich, unseren Herrn und Gott, beten wir an. Du allein bist würdig, dass wir dich ehren und rühmen, uns deiner Macht unterordnen. Denn du hast alles erschaffen. Nach deinem Willen entstand die Welt und alles, was auf ihr lebt“ (Off. 4,11).

 

 

Samstag, 6. Mai 2017

Kedoschim – Heilige

3. Mose 19,1 – 20,27; Amos 9,7-15; Lukas 18,1-8; Jakobus 5,1-11

Von Hanspeter Obrist

Gott sagt: „Ihr sollt heilig sein; denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig“ (3. Mose 19,2). Sein Wunsch ist: „Ich wende das Geschick meines Volkes Israel … Ich pflanze sie in ihr Land ein. Und sie sollen nicht mehr herausgerissen werden“ (aus Amos 9,14-15). Gebet: Herr, hilf uns, unser ganzes Leben dir zu weihen. Danke, dass du auch unser Geschick wenden willst und uns deinen Frieden durch das Blut vom Messias Jesus gibst, den uns niemand mehr ausreißen kann.   

 

Achare Mot – Nach dem Tod

3. Mose 16,1 – 18,30; Hesekiel 22,1-16

Von Hanspeter Obrist

Einmal im Jahr, am Jom Kippur, soll im Tempel (Stiftshütte) Sühne für alle Sünden getan werden. Interessant ist dabei, dass auch das Heiligtum, die Stiftshütte, der Altar und die Priester neu geheiligt werden müssen (3. Mose 16,33-34). Vielleicht ist gerade auch jetzt ein Moment, an dem wir uns Gott mit allem wieder neu zur Verfügung stellen. Die Gegenwart Gottes erfordert neue Ordnungen für alle, die unter dem Volk Gottes leben (3. Mose 17-18). Die Erfahrung der Vergebung soll nicht zu einem zügellosen Leben verleiten. Gerade weil Gott heilig ist, sollen wir nach seinen Ordnungen leben. Wer sich Gott zuwendet, empfängt die Vergebung durch das Blut. Wer sich von Gottes Ordnungen abwendet, der empfängt Gottes Gericht (Hesekiel 22).

 

Matthäus 23,1-37; Galater 5,16-26

Von Jurek Schulz

Nicht nur Israel, sondern die ganze Menschheit hat von Gott einen biblischen Maßstab bekommen. Gottes Lebensweisungen geben dem gesellschaftlichen Zusammenleben erst eine menschenwürdige Qualität. Erst durch seine Satzungen können wir richtig leben (3. Mo. 18,5). Diese Spannung zwischen Forderung und Wirklichkeit bestimmt bis heute unsere Realität. Zur Zeit Jesu waren die Pharisäer und Schriftgelehrten die Wächter wahrer Frömmigkeit. Ihr Anliegen war nicht verkehrt, wie Jesus sagte. Sie saßen sogar auf dem Stuhl des Mose, d.h. sie waren die rechten Autoritäten in der Auslegung der Tora. So sagt Jesus selbst, es sei richtig, was die Pharisäer sagten, aber falsch, was sie taten (Mt. 23,1-3). Wir selbst können heute durch die Gabe des Heiligen Geistes selbst erkennen, ob wir nur fromm reden oder tatsächlich in der ethischen Norm Gottes leben. Lasst uns die Werke unserer alten Natur zerstören. Die ethischen Normen Gottes schaffen erst echtes Leben. Denn da entwickeln sich die Früchte des Geistes Gottes unter den Menschen: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Sanftmut, Güte Treue, Demut und Selbstbeherrschung (Gal. 5,22). Solch ein Klima menschlichen Umgangs entsteht aber nur auf der Grundlage eines gemeinsamen Maßstabs, Gottes Ordnungen. Nur sie führen zum wahren Leben.

 

 

Samstag, 29. April 2017

Mezora – Aussätziger

3. Mose 14,1 – 15,33; Maleachi 3,4-24 (2. Könige 7,3-20)

Tasria – Sie empfängt

3. Mose 12,1 – 13,59; 2. Könige 4,42 - 5,19

Von Ueli Stettler

Dieser Tora-Abschnitt besteht aus zwei kleineren Abschnitten. Der erste Teil (Kap. 12) beinhaltet die Reinheitsgesetze nach der Geburt eines Kindes. Auch Maria befolgte diese Reinigungsgesetze nach der Geburt Jesu (Lk. 2,21-22). In Kapitel 13 und 14 geht es um den Aussatz und um die Reinigung des Aussätzigen und das Gesetz über das Verhalten bei unreinen Ausflüssen (Kap. 15).

Seit der Zerstörung des zweiten Tempels verschwanden diese Gesetze zum großen Teil aus dem jüdischen Alltagsleben. Die Mehrheit der Gesetze über Reinheit und Unreinheit wurden im Zusammenhang mit dem Tempel erlassen.

Aussatz ist ein Bild für die Sünde im Leben eines Menschen. Sie trennt uns von der Gemeinschaft mit Gott, und die Folge ist der Tod, das gleiche Resultat wie bei Menschen, die vom Aussatz befallen sind.

Auch als wiedergeborene Christen verunreinigen wir uns immer wieder in Gedanken, Worten oder Taten. So brauchen wir täglich die Reinigung durch das Blut Jesu. Wie gut, dass wir täglich seine Vergebung und Reinigung in Anspruch nehmen dürfen (1. Joh. 1,8.9).

Diese Vorschriften über Reinheit und Unreinheit sollen uns daran erinnern, dass wir einem heiligen Gott dienen, der die Heiligung seines Volkes zum Ziel hat.

 

Lukas 2,21-35; Offenbarung 12,1-6; Lukas 5,12-26; Jakobus 5,13-20

Von Hanspeter Obrist

Maria hält sich an die jüdischen Reinheitsgesetze und erfährt eine große Zusage durch Simeon (Lk. 2,22 ff.). Dies wird ihr zum Trost und zur Zuversicht, in all den schwierigen Jahren, die auf sie zukommen. Gerade in der Offenbarung wird uns aufgezeigt, wie dieses Kind umkämpft ist. Dieses Kind soll alle Völker mit einem eisernen Stab weiden. Dies ist ein Zeichen der Macht. Simeon sagte, dass dieses Kind ein Licht für Nichtjuden sein wird und zum Preis des Volkes Israels.

Der Aussätzige erlebte diese Macht und wurde geheilt (Lk. 5,13). Der Gelähmte erfuhr die Befreiung von seinen Sünden und wurde als Zeichen der Vollmacht Jesu auch noch geheilt (Lk. 5,20.26). Doch Jesus misst der inneren Heilung von Sünde mehr Bedeutung zu. Wir legen oft den Stellenwert auf das Äußere. Jakobus ermuntert uns, füreinander zu beten und einander die Sünden zu bekennen. Wie oft habe ich in diesem wertvollen Dienst erlebt, wie Gott entweder Heilung oder die Kraft und Zuversicht in einer Krankheitszeit geschenkt hat. Für Gott hat unser innerer Zustand Vorrang. Er möchte uns in seine Dienstgemeinschaft aufnehmen. Kein Aussatz soll uns ausschließen. Er möchte unsere Sünden wegnehmen. Wir sollen nicht mehr gelähmt dasitzen. Wir sollen Jesus als das Licht der Welt an alle Orte bringen, wo niemand mehr einen Ausweg sieht. Er weist uns den Weg. Er ist unser Licht. Er soll unser und Israels Lobpreis sein.

„Herr hilf uns, unser ganzes Vertrauen in dich zu setzen. Du bist das Licht. Danke für die Vergebung durch deinen Kreuzestod. Amen.“

 

 

Samstag, 22. April 2017

Schemini – Am achten Tage

3. Mose 9,1 – 11,47; 2. Samuel 1,17-27; 6,1-7,17

Von Jurek Schulz

Gott will durch diejenigen, die ihm nahe stehen, geheiligt werden.

Aaron und seine Söhne wurden feierlich als Priester eingesetzt. Acht Tage nach der Einweihung des Heiligtums wurde eine heilige Zeremonie durchgeführt. Doch die Söhne Aarons ignorierten die heiligen Ordnungen Gottes. Dadurch verloren sie ihr Leben. Eine ernste Mahnung an das Volk Israel.

Als Jahrhunderte später König David die Bundeslade, die heilige Repräsentanz Gottes, holen ließ, achteten alle genau auf den Willen Gottes. Der Segen blieb nicht aus. Auch heute ist es wichtig, darum zu ringen, im Willen Gottes zu leben. Denn der Herr Jesus sagt in Matthäus 7,21: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich eingehen, sondern nur die, die den Willen meines Vaters tun.“

Am Jom HaSchoah gedenken wir den ermordeten sechs Millionen Juden. Hier ist der Abschnitt vom Tode Jonathans und Sauls angegeben. David besingt in einer tiefen Trauer mit ernsten und ergreifenden Worten den Tod: „Es tut mir leid um dich, mein Bruder.“ Auch heute darf diese Tragödie niemals verschwiegen werden. Sie ist unauslöschlicher Bestandteil der Identität Israels. David suchte bei Gott Trost. So ist auch heute Gott in seinem Messias der eigentliche Tröster Israels.

 

Apostelgeschichte 5,1-11; 11,1-18; Hebräer 7,1-19

Von Ueli Stettler

In 3. Mose 9 bestätigte Gott den Dienst von Aaron und seinen Söhnen, indem er ihr Opfer annahm. Doch in Kapitel 10 kamen die Söhne Aarons beim Opfern durch das Gerichtsfeuer Gottes ums Leben. Gott bestätigte ihr eigenmächtiges Handeln nicht (3. Mo. 10,1).

Gott macht keinen Unterschied zwischen großen und kleinen Sünden. Immer wenn Menschen gegen seinen Willen verstoßen, tasten sie seine Heiligkeit an, und das bleibt nicht ohne Folgen.

Auch die Geschichte von Ananias und Saphira erschreckt uns (Apg. 5,1-11). Die beiden hatten in der Urgemeinde in Jerusalem Freiheit im Umgang mit Geld und Besitz. Sie belogen aber ihre Mitchristen und damit Gott selbst, indem sie vorgaben, alles zu geben, aber einen Teil für sich behielten. Auch hier reagierte Gott hart auf die Unehrlichkeit dieses Ehepaares. Sie mussten sterben. – Zum Nachdenken: Wo sind unsere wunden Stellen, die der Teufel als Einfallstor für die Sünde nutzen könnte?

Gott setzte in diesen beiden Gegebenheiten ein Zeichen. Er ist ein heiliger Gott, der sich nicht betrügen lässt. Es ist heilsam, wenn wir über das Handeln Gottes in diesen Texten erschrecken. Nadab und Abihu, die Söhne Aarons, und das Ehepaar in Jerusalem mussten das Gericht Gottes am eigenen Leib erfahren. Jesus auch. Aber ihn traf der Zorn Gottes nicht wegen seiner Verfehlungen, denn Jesus ist ohne Sünde. Er starb stellvertretend für die Schuld aller Menschen.

Jesus wird in Hebräer 7,1-19 mit dem Priester und König Melchisedek verglichen. Normalerweise stammen alle Priester von Levi ab, einem Sohn Jakobs. Seit Jesu Sterben und Auferstehen ist dieses alte Gesetz in Jesus abgelöst. Jesus ist ein anderer Priester (nach der Weise Melchisedeks). Er ist der einzigartige von Gott gesandte Erlöser. Es lohnt sich, ihm zu vertrauen und ihm zu folgen.

 

 

Dienstag, 11. April – Montag, 17. April 2017

Pessach

2. Mose 12,21-51; 13,17–15,26; 4. Mose 28,16-25;

Josua 3,5-7; 5,2-61; 6,27; 3. Mose 22,26–23,44;

5. Mose 15,19–16,17; 2. Knige 23,1-9.21-25;

2. Samuel 22,1-51; Jesaja 10,32–12,6

 

 

Samstag, 8. April 2017

Zaw – Befiehl!

3. Mose 6,1 – 8,36; Jeremia 7,21 – 8,3; 9,22-23; Maleachi 3,4-24

Von Hanspeter Obrist

Unser Abschnitt enthält die verschiedensten Anweisungen für die Opfer. Dabei fällt auf, dass das Fett und das Blut der Opfer nicht verzehrt werden sollen (3. Mose 7,22-27). Dies sogar unter Androhung der Todesstrafe. Dieser Teil des Opfers gehörte allein Gott. Als Aaron und seine Söhne eingesetzt wurden, mussten sie sich mit Wasser waschen, mit Öl gesalbt werden. Es brauchte ein Sündopfer, ein Brandopfer und ein Einsetzungsopfer. Sieben Tage lang mussten sie vor dem Herrn bleiben. Erst am achten Tag konnten sie selbst opfern. In unserer schnellen Gesellschaft eine unvorstellbar lange Zeit. Wer Gott begegnen möchte, muss seine Anweisungen respektieren und sich Zeit für ihn nehmen – den Alltagstrott dieser Welt durchbrechen. Jesus sagte: „Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der ins Verborgene sieht“ (Matthäus 6,6). Lieber Vater, danke, dass wir uns mit all unseren Nöten vertrauensvoll an dich wenden können, und dass du auch unsere verborgenen Gebete hörst.

 

Matthäus 5,21-30; 1. Korinther 1,18-31

Von Hanspeter Obrist

Eine Begegnung mit dem lebendigen Gott fordert unser ganzes Sein. Aaron und seine Söhne mussten sich lange reinigen, bevor sie Gott begegnen konnten. Jesus spricht von einer inneren Reinigung, um dem himmlischen Vater begegnen zu können. Ich kann nicht meinen Bruder verleumden und zugleich Gott begegnen (Mt. 5,22). Sogar wenn ich um jemanden weiß, der etwas gegen mich hat, fordert Jesus zuerst den Versöhnungsversuch (Mt. 5,23-24). Leider ist Versöhnung nicht immer möglich (Röm. 12,18). Wir können Gott nur begegnen, wenn wir Gottes Gnade für uns selbst und unsere Geschwister in Anspruch nehmen. Jesus fordert uns auf, lieber uns selbst zu beschränken, als durch unsere Begierde schuldig zu werden. Das Wort vom Kreuz ist dabei unsere Kraft (1. Kor. 1,18). Deshalb rühmen wir uns unseres Herrn (1. Kor. 1,31).

Danke, himmlischer Vater, dass wir durch den Kreuzestod von Jesus Vergebung erlangen und den Zugang zu dir haben. Du leitest uns im Heiligen Geist. Hilf uns, unsere Geschwister mit deinen Augen zu sehen. Wir alle sind mit demselben Blut erkauft und empfangen alle von dir die Vergebung unserer Schuld. Amen.

 

 

Samstag, 1. April 2017

Wajikra – Er rief

3. Mose 1,1 – 5,26; Jesaja 43,21 – 44,23

Von Jurek Schulz

In diesem Toraabschnitt werden wir in das Opfersystem eingeführt. Die hebräische Bedeutung von „opfern“ ist, dass der Opfernde sich durch das Opfer Gott nähert. Es gibt für niemanden eine Einschränkung, alle können und müssen ein Opfer bringen, das ihrem Vermögen entspricht, wenn sie sich Gott nähern wollen. Der eine ein Rind, der andere ein Vogelpaar, oder einfach eine Handvoll Weizenmehl.

Unterschieden wurde zwischen dem freiwilligen Opfer und dem Sündopfer, das bei Verschulden gegenüber den Geboten Gottes dargebracht werden musste.

Gott ruft später durch Jesaja dem Volk zu (Jes. 43,24): „Du hast mir Arbeit gemacht mit deinen Sünden.“ Er änderte diesen Zustand endgültig (Jes. 44,22): „Ich vergebe dir deine Schuld, kehre dich zu mir um, denn ich erlöse dich.“

Jesus Christus ist das Opferlamm Gottes (Röm. 3,25): „Den hat Gott ... hingestellt als Sühne in seinem Blut ..., indem er Sünden vergibt.“ 1. Petr. 2,24: „..., der mit seinem Leib unsere Schuld an das Holz geheftet hat ...“. Wir dürfen leben, weil er das Opfer gebracht hat. Danke, Vater im Himmel, für deine Liebe zu mir.

 

Matthäus 5,1-24; Hebräer 10,1-18

Von Ueli Stettler

Dieser Tora-Abschnitt beschäftigt sich mit Gesetzen und Anordnungen für die fünf verschiedenen Opfer (Brand-, Speise-, Friedens-, Sünd- und Schuldopfer). Die Reihenfolge der Opfer stellt die Sichtweise Gottes dar. An erster Stelle steht die Versöhnung und Heiligung, dann folgt die Weihung des Lebens. Folge davon ist der Friede mit Gott. Erneute Sünde und Schuld erfordern neue Vergebung durch Sünd- und Schuldopfer.

Der Hebräerbrief macht deutlich, dass Jesus, der jüdische Messias, jeden Aspekt dieser Opfer erfüllt hat. Er hat das vollkommene Opfer gebracht. Niemand braucht und kann dieses Opfer wiederholen oder ergänzen. Durch Jesus sind wir geheiligt (Hebr. 10,4). Damit haben wir alles, was wir zum Leben und zum Sterben brauchen: Vergebung, Freiheit und Hoffnung auf ewiges Leben bei Gott. Lasst uns heute Jesus Christus danken für sein einmaliges Opfer, das uns die unendliche Liebe Gottes zeigt.

Alle Opfer mussten gesalzen werden (3. Mo. 2,13). Im Tempel gab es eine Salzkammer. Salz war eine unentbehrliche Speisezutat, weil es die Bildung von Fäulnis verhindert.

Im Neuen Testament wird das Salz ebenfalls erwähnt. Jesus wusste um die Bedeutung des Salzes im Blick auf seine Zuhörer, als er in der Bergpredigt sagte: „Ihr seid das Salz der Erde, wenn aber das Salz fade geworden ist, womit soll es gesalzen werden?“ (Mt. 5,13). Gott hat uns „schmackhaft“ gemacht. Mit dem, was Gott in uns hineingelegt hat, sollen wir als seine Jünger wirken. Er hat uns bestimmt, zum Heil der Welt zu leben. So sind Christen unentbehrlich für die Welt. Alles hängt davon ab, dass wir unsere Funktion erfüllen.

 

 

Samstag, 25. März 2017

Wajakhel – Er versammelte

2. Mose 35,1 – 38,20; 1. Könige 7,40-50

Von Catherine Meerwein

Bevor mit den Bauarbeiten an der Stiftshütte begonnen wird, versammelt Mose das Volk, um den Menschen weiterzugeben, was Gott ihm aufgetragen hat. Am Anfang steht die Wiederholung des Schabbatgebots: Der siebente Tag der Woche soll ein Ruhetag sein, heilig dem Herrn. Wer an diesem Tag arbeitet, soll sterben (2. Mo. 35,2).

Als Nächstes zählt Mose in Gottes Auftrag auf, welche Materialien für den Bau der Stiftshütte benötigt werden. Gott fordert die Israeliten auf, von ihrem Besitz eine freiwillige Opfergabe für den Herrn zu bringen. Viele unterschiedliche Dinge werden gebraucht, von Gold und Silber über Purpur bis zu Fellen. Aber auch handwerkliche Fähigkeiten sind gefragt, vom Weben und Nähen für Priestergewänder und Decken bis zum Kunsthandwerk mit Holz und Metall.

Mehrfach wird betont, dass die Israeliten gerne und freiwillig ihre Opfergaben brachten. Gott will unsere Opfer und unseren Einsatz nicht als widerwillige Pflichterfüllung, sondern als freiwilligen Liebesdienst.

 

Matthäus 21,12-17; Hebräer 9,1-15

Von Catherine Meerwein

Im Alten Testament ist das Thema Reinigung und Reinheit eng mit der Stiftshütte oder dem Tempel verbunden.

Zur Zeit Jesu, als der Tempel noch stand, galt dies immer noch. Jesus setzt sich dafür ein, dass der Tempel dem Gebet, der Gemeinschaft mit Gott, dient, und nicht bloß ein Ort des Handels ist (Mt. 21,13). Doch Reinheit geht weiter als Hygiene. Das Blut von Jesus reinigt uns von toten Werken, damit wir Gott in der richtigen Art und Weise dienen können (Hebr. 9,14). Das freiwillige Opfer Jesu hat uns eine ewige Erlösung geschaffen.

Jesus, ich danke dir, dass ich durch die Vergebung und Reinigung durch dein Blut jeden Tag eine neue Chance bekomme, nach deinem Willen zu leben.

 

Pekudej – Die Zählung

2. Mose 38,21 – 40,38; 1. Könige 7,51 – 8,21

Von Ueli Stettler

Jetzt gilt es, die schon vorher beschriebenen Anweisungen zum Bau der Stiftshütte auszuführen. „Genau wie der HERR es Mose geboten hatte, hatten die Israeliten alle Arbeiten ausgeführt. Und Mose sah dies ganze Werk an, und siehe, sie hatten es gemacht, wie der HERR geboten hatte. Und er segnete sie“ (2. Mo. 39,42-43). Das Heiligtum wird genau nach dem perfekten Plan Gottes gebaut. Nichts bleibt der menschlichen Vorstellung überlassen. So konnte Gott sie segnen und die Wohnung mit seiner Gegenwart und Herrlichkeit erfüllen (2. Mo. 40,34-35).

Gottes Wort gilt auch für jeden Aspekt unseres Glaubenslebens und für unsere Mitarbeit im Reich Gottes. Gehorsam gegenüber Gott und seinem Wort ist die erste Pflicht, damit er sich durch uns verherrlichen kann.

 

Markus 6,53 – 7,9; 2. Korinther 4,7-15

Von Catherine Meerwein

Was bedeutet Reinheit (im Sinne von Heiligkeit) im Neuen Bund? Diese misst sich an Gottes Gebot, nicht an menschlichen Regeln. Es geht nicht um die rein äußerliche Einhaltung von Geboten, sondern um das Herz (Mk. 7,6). – Wo sind wir nur allzu schnell bereit, Gottes Gebot zugunsten gesellschaftlicher Konventionen zu übergehen?

Gerade in Bedrängnis oder Verfolgung wird deutlich, worauf es ankommt. Das Licht des Evangeliums, die Erlösung durch Jesus Christus, leuchtet in der Finsternis besonders hell. „Wir haben diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwengliche Kraft von Gott sei und nicht von uns“ (2. Kor. 4,7).

 

 

Samstag, 18. März 2017

Ki Tissa – Wenn du zählst

2. Mose 30,11 – 34,35; 1. Könige 18,1-39 (4. Mose 19, 1-22); Hesekiel 36,16-38

Von Jurek Schulz

Unser Text beginnt mit der Verpflichtung zur Abgabe des halben Schekels für jeden Mann über 20 Jahren. Dies diente zur Erhaltung des Zeltes der Begegnung, der Stiftshütte. Doch bevor Gott seinem Volk Israel wirklich begegnen konnte, machte sich das Volk gegenüber Gott schuldig, indem es während der 40-tägigen Abwesenheit von Mose ein goldenes Götzenbild errichtete. Das führte zu einem schmerzhaften Gerichtshandeln Gottes. Immer wieder ist Israel herausgefordert, sich zu entscheiden, wem die Menschen wirklich dienen wollen: Dem lebendigen Gott oder den toten Götzen. Das kommt besonders bei Elia zum Ausdruck.

Alle Verpflichtungen Gottes gegenüber Israel, z.B. das Halten der Feste oder die Beachtung des Schabbats, hinderten das Volk nicht daran, immer wieder von Gott abzufallen. Dennoch ringt Gott mit einem neuen Versprechen um sein Volk. Er will das Herz des Menschen verändern. Nicht mehr die Schuld steht im Vordergrund, sondern die Botschaft: „Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist geben.“ Aber nicht nur der Mensch, sondern auch das Land erfährt eine Fülle von Verheißungen. Durch das Kommen des Messias Jeschua hat sich das insofern erfüllt, dass der Geist Gottes, wie in Jesaja 42,1-4 angekündigt, kam (Matth. 12,18). So wird jeder „von Neuem geboren“, d.h. der Geist Gottes zieht in ihm ein, der an Jesus glaubt (Joh. 3,16). Hier liegt die eigentliche Chance der Veränderung und des Segens für Israel.

 

Lukas 9,28-36; 2. Korinther 3,1-18

Von Annemarie Obrist

Jede persönliche Begegnung mit Gott hinterlässt Spuren. Das sahen die Israeliten bei Moses (2. Mo. 34,29-35), die Jünger bei Jesus (Lk. 9,29) und das sehen die Mitmenschen an uns Christen (2. Kor. 3, 2-3).

Ein prächtiger Sonnenuntergang ist nur ein Abglanz der Herrlichkeit Gottes. Wie viel herrlicher muss das Gesicht von Mose nach der Begegnung mit Gott geglänzt haben, denn das Volk fürchtete sich, sich ihm zu nahen (2. Mo. 34,30). Auch wir dürfen uns heute dem Herrn zuwenden und von seinem Heiligen Geist erfüllt werden. Je mehr wir unser Leben von ihm bestimmen lassen, desto größer ist unser Anteil an Gottes Herrlichkeit (2. Kor. 3,17-18). Und diese Herrlichkeit wird nicht verblassen wie damals bei Mose, sondern ewig bestehen (2. Kor. 3,11).

Doch noch liegt auf vielen Herzen eine Decke (2. Kor. 3,15-16), die nur dann weggenommen wird, wenn die Menschen sich dem Herrn zuwenden.

Danke Herr, dass du heute noch um dein Volk und um jeden einzelnen Menschen wirbst und wir den Heiligen Geist empfangen und unverdient deine Herrlichkeit sehen dürfen.

 

 

Samstag, 11. März 2017

Tetzawa – Du sollst befehlen

2. Mose 27,20 – 30,10; Hesekiel 43,10-27

Von Hanspeter Obrist

Die Heiligkeit Gottes erforderte besondere Opfer und Kleidung für Aaron und seine Söhne, um in seinen Dienst zu treten. Auf Aarons Stirnband stand geschrieben: Heiligkeit dem Herrn (2. Mose 28,36). Sünde oder Rebellion hat vor Gott keinen Platz. Sie muss gesühnt werden. Wir haben in Jesus einen vollkommenen Hohepriester, denn er ist heilig, sündlos, unbefleckt und höher als die Himmel geworden. Er hat es nicht nötig, zuerst für die eigenen Sünden Schlachtopfer darzubringen und dann für die Sünden des Volkes. Für uns hat er dies ein- für allemal getan, als er sich selbst darbrachte (nach Heb. 7,26-27). Durch dieses Opfer werden wir geheiligt und daraus folgt, dass wir Gott gemäß leben möchten. Gott sagte: „Seid heilig, denn ich bin heilig“ (3. Mose 11,44). Wir sollen als Ebenbild Gottes diesen Wesenszug würdevoll repräsentieren und seine Anweisungen beachten.

 

Matthäus 9,18-26; Hebräer 13,10-16

Von Catherine Meerwein

Im Alten Bund forderte Gott, dass Tiere geopfert wurden, um Aaron und seine Söhne sowie den Altar für den Dienst zu weihen. Versöhnung mit Gott erforderte ein stellvertretendes Opfer. Seit Gott selbst Mensch geworden und Jesus als stellvertretendes Opfer gestorben ist, hat sich dies grundlegend geändert. Der Glaube an Jesus genügt, um mit Gott versöhnt zu werden, um geheilt zu werden, ja sogar, um Tote aufzuwecken. Das Entscheidende ist, sein ganzes Vertrauen auf Jesus zu setzen, wie es die blutflüssige Frau tat (Mt. 9,22).

Und doch wünscht sich Gott Opfer von uns, allerdings nicht mehr Tieropfer, sondern Lobopfer. Wir sollen ihn mit Worten und Taten loben (Hebr. 13,15-16). Wir können Gott loben, indem wir Gutes tun und mit anderen teilen.

Jesus, wir loben dich, dass du das vollkommene Opfer bist, das jeder in Anspruch nehmen kann, der auf dich vertraut.

 

 

Samstag, 4. März 2017

Terumah – Hebe / Abgabe

2. Mose 25,1 – 27,19; 1. Könige 5,26 – 6,13

Von Ueli Stettler

Nachdem Gott sein Volk aus Ägypten an den Berg Sinai geführt hatte, gab er ihnen seine guten Weisungen (Tora). Als sichtbares Zeichen, dass Gott unter seinem Volk wohnt, sollen sie jetzt ein Heiligtum errichten, ein Zelt der Begegnung (Stiftshütte) (2. Mo. 25,8). Dieses Heiligtum soll Israel ständig an Gottes Gegenwart erinnern und zu einem gottgeweihten Leben herausfordern.

Die Stiftshütte und ihre Einzelteile sind Abbilder von Gottes endgültiger Erlösung in Jesus Christus. Für die Herstellung aus unterschiedlichsten Bestandteilen und Materialien fordert Gott von seinem Volk eine Opfergabe. „Von einem jeden, den sein Herz dazu treibt, sollt ihr die Abgabe (Terumah) an mich annehmen“ (2. Mo. 25,2).

Gott ist sicher nicht auf unsere Gaben und Gelder angewiesen. „Mein ist das Silber, und mein ist das Gold“, heißt es in Haggai 2,8. So bekam Israel das Manna und das notwendige Wasser in der Wüste umsonst.

Durch Gottes Forderung, Gaben zu entrichten, soll die Haltung der Herzen getestet werden, „nur, wer es gerne tut, soll mir etwas geben“ (2. Mose 25,2 nach „Hoffnung für alle“). Gott geht es also nicht zuerst um die Größe der Gabe, sondern darum, ob wir diese fröhlich und von ganzem Herzen geben (2. Kor. 9,7).

Machen wir uns immer wieder bewusst, wie reich wir beschenkt sind, vor allem durch Jesus Christus, unseren Erlöser. Dann werden wir auch fröhlich und von Herzen gerne geben.

 

Matthäus 6,19-34; 2. Korinther 9,1-15

Von Jurek Schulz

Wer hat je davon gehört, dass nach einem Sonderspendenaufruf mehr als genug zusammen kam und ein „stoppt die Spendenflut“ ausgerufen wurde? Genau das ereignete sich beim Bau der „Stifthütte“ (2. Mo. 36,3-5). Mose hatte genug bekommen. Er rief ein „Stopp“ aus, nachdem ein Aufruf zum Spenden für das Heiligtum ausgegangen war. Mose legte die Betonung auf Teruma (2. Mo. 25,2), d.h. er bat um eine freiwillige, eine aus dem Herzen kommende Abgabe.

Um einen geistlichen Umgang mit den irdischen Gütern geht es auch Paulus in den beiden Kapiteln des 2. Korintherbriefs 8-9. Er wünscht sich die freiwillige, aus dem Herzen kommende Abgabe (2. Kor. 9,7). Jesus macht in der Bergpredigt deutlich, dass der geistlich orientierte Mensch primär für die Belange des Reiches Gottes eintritt. Denn wer die Reichtümer der Welt sucht, läuft Gefahr, ein Sklave des Geldes zu werden (Mt. 6,19.24). Wer zu Gütern gekommen ist, darf sein Herz nicht verschließen (Lk. 10,30-37; 16,19-31).

Wir beobachten immer wieder, dass genügsame Menschen oft von ganzem Herzen opfern, was sie haben. Ihnen gehört unser herzliches Dankeschön. Wir können Gott nur preisen für seine Güte. Paulus schreibt, dass keiner Mangel hat, wenn wir uns gegenseitig beschenken (2. Kor. 9,11-15).

 

 

Samstag, 25. Februar 2017

Mischpatim – Rechte

2. Mose 21,1 – 24,18; Jeremia 33,25-26; 34,8-22

Von Jurek Schulz

Passend zu Israels neuer Freiheit soll im neuen Land eine neue Rechtsordnung herrschen. Das gesellschaftspolitische Leben Israels soll von einer Ethik bestimmt werden, welche die Gerechtigkeit Gottes dokumentiert. Diese Prinzipien geben dem jüdischen Volk einen eigenen Charakter. So wird der Umgang mit Menschen unterschiedlicher sozialer Stellungen (Sklaven, Mägde und Schwache) geregelt, aber auch die zivile Haftpflicht bei Sachschäden, Körperverletzungen und Verschuldung und die Strafe für kriminelle Handlungen wie Diebstahl, Einbruch und Vergewaltigungen. Sogar der Agrar- und Tierschutz wird von Gott eingeführt, aber auch der Umgang mit Feinden und vieles mehr. Alles in allem ist es das fortschrittlichste Regelwerk in der damaligen Welt.

Diese Ordnungen haben die Heiligung und Erziehung des Volkes Israels zum Ziel. Da sich die Schuldhaftigkeit der Menschen selbst bei heiligsten Zeremonien zeigt, bestimmt Gott auch die Ordnung der drei großen Wallfahrtsfeste und kündigt die Niederschrift der Zehn Gebote an.

Durch diese Gesellschaftsordnung erfüllt sich, was Gott gern möchte: Ihr sollt heilig sein (Gottes Ebenbild), denn ich bin heilig (3. Mose 11,44-45).

Gerade die Nichtbeachtung dieser Ordnungen Gottes führte dazu, dass Israel unter das Gericht Gottes gestellt wurde, wie Jeremia deutlich machte. Das Gesetz erzieht, doch die Gnade siegt. Israel und auch wir dürfen durch Jesus für immer Gnade erfahren (1. Petr. 1,16-19; 2,21-25).

 

Johannes 14,15-28; Jakobus 1,21-27

Von Hanspeter Obrist

Gott gab dem Volk Israel verschiedenste Gebote und Verordnungen, die das tägliche Leben regelten. Doch den Menschen fiel es schwer, sich aus eigener Kraft daran zu orientieren. Durch die Vergebung in Jesus erhalten wir den Heiligen Geist. Er steht uns bei (Joh. 14,16) und zeigt uns die Wahrheit (Joh. 14,17). Er offenbart uns auch das große Geheimnis, dass der Vater und der Sohn eins sind (Joh. 14,20). Er lehrt uns alles, was wir brauchen (Joh. 14,26) und er gibt uns seinen übernatürlichen Frieden (Joh. 14,27). Wir können unser Leben unter seiner Führung und Leitung neu gestalten. Wenn wir Jesus lieben, befähigt er uns immer mehr, sein Wort zu halten (Joh. 14,23). Die Beziehung zu Gott ist sehr persönlich, denn Gott wohnt bei uns (Joh. 14,23). Jakobus ermahnt uns, Täter des Wortes zu sein (Jak. 1,22). Denn wer in das vollkommene Gesetz der Freiheit in Christus hineingeschaut hat und es auch befolgt, der ist ein glücklicher Mensch (Jak. 1,25). Gott hat uns alle Voraussetzungen gegeben, ein Leben nach den Gedanken Gottes zu führen. Wer auf seine Worte achtet, wird nicht immer ein leichtes Leben haben, doch ein reich gesegnetes. Er empfängt, was ihm die ganze Welt nicht bieten kann: Gottes Frieden und ein Ruhen in Gottes Hand.

Danke Vater, dass du uns in Jesus vom Gericht des Gesetzes befreit hast und uns durch den Heiligen Geist lehrst deinen Willen zu tun. Amen.

 

 

Samstag, 18. Februar 2017

Jetro – Jitro

2. Mose 18,1 – 20,26; Jesaja 6,1-7; 7,1-6; 9,5-6

Von Hanspeter Obrist

Gott gebrauchte Jitro, um Mose eine wichtige Lektion zu lehren. Nur wenn wir andere haben, die uns zur Seite stehen, werden wir bestehen können (2. Mose 18,23). Im Reich Gottes sollen wir einander dienen, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat (1. Petrus 4,10). Die Zehn Gebote, die Mose gleich anschließend erhält, geben uns die Leitlinien des Miteinanders. Das letzte Gebot ist zugleich eines der schwierigsten, weil wir nicht begehren sollen, was der Nächste hat. Hier sind wir herausgefordert selbstlos den Nächsten zu lieben und uns mit ihm zu freuen. Dies können wir nur, wenn wir uns dem anvertrauen, von dem es heißt: „Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens“ (Jes. 9,5). Dieses verheißene Kind wurde in Jesus Wirklichkeit. Jesus verändert unser Herz und stellt uns Glaubensgeschwister zur Seite, die uns ermutigen und Lasten mittragen. Denn an der Liebe untereinander soll jedermann erkennen, dass wir Jesu Jünger sind (Joh. 13,35).

 

Matthäus 13,1-23; Römer 7,1-25

Von Ueli Stettler

Dieser Toraabschnitt beginnt mit dem Besuch des midianitischen Priesters Jitro, dem Schwiegervater Moses, der sich über all das Gute freut, das Gott an Israel getan hatte. Auch wir wollen uns als Nichtjuden über das freuen, was Gott in unserer Zeit an seinem Volk Israel tut, und Gott dafür loben.

Das Volk Israel ist am Berg Sinai angekommen. Hier beginnt die Geschichte des Bundesvolkes. Bevor Gott Bedingungen und Forderungen an sein Volk stellt, erinnert er an seine Güte, wie er es befreite und zu sich brachte (2. Mo. 19,3.4).

Obwohl die ganze Erde Gott gehört, soll Israel Gottes besonderes Eigentum und ein Volk des Segens werden. Es soll der Welt die Erkenntnis des einen wahren Gottes bringen und ein heiliges Priestervolk sein, abgesondert für Gottes Absichten mit ihm (2. Mo. 19,5-6). Dafür gab Gott ihnen die guten Weisungen und Ordnungen, die Tora (2. Mo. 20).

Dennoch gibt es mit dem Gesetz ein Problem: Es ist gut, aber in uns wohnt die Sünde, und es ist zu schwach, uns davon zu retten. Allein Gott hat es getan durch Jesus Christus (Röm. 7,1-25). Die Erlösung und die Vergebung der Sünden ist deshalb der Inhalt des Neuen Bundes, den der jüdische Messias Jesus für sein Volk und alle Menschen gestiftet hat. Durch den Neuen Bund wurde Israel und auch wir befähigt, Gottes vollen Segen zu empfangen und weiterzugeben. Entscheidend ist, dass wir Gottes Wort und seinem Geist Raum geben, und dass wir alles in unserem Leben entfernen, was davon abhält, dass sein Wort in unserem Herzen reiche Frucht bringt (Mt. 13,1-23).

 

 

Samstag, 11. Februar 2017

BeSchalach – Als er ziehen ließ

2. Mose 13,17 – 17,16

Von Ueli Stettler

Sinngemäß sind die Worte „Be’schalach Pharao at Ha Am“ mit „als Pharao das Volk ziehen lieߓ wiederzugeben. In diesem Bibeltext findet Israels Auszug aus Ägypten seine Fortsetzung. Der Abschnitt beginnt mit dem Durchzug durch das Schilfmeer in Kap. 14. Nach diesem großen Wunder singen Mose und Israel das Lied der Erlösten (Kap. 15). Die beiden nächsten Kapitel beinhalten die Klagen des Volkes Israel und wie Gott ihre Bedürfnisse mit Manna und Wachteln stillte und sie mit Wasser aus dem Felsen versorgte.

Auch als Nachfolger Jesu befinden wir uns auf der Reise durch die Wüste dieser Welt. Das Ziel ist das verheißene Land, die ewige Herrlichkeit beim Vater. Auf diesem Weg merken wir, dass alte Probleme und Nöte immer noch da sind. Trotz der Befreiung durch Christus versucht uns Satan, unser Feind, ins alten Leben und in alte Verhaltensmuster zurückzuholen, wie damals der Pharao es mit Israel versuchte. Oder da sind Führungen, die wir nicht verstehen, oder Lasten, die uns untragbar schwer vorkommen. Wie das Volk Israel stellen wir uns die Frage: Warum Herr? Dabei ist die Gefahr ist groß, dass wir anfangen zu klagen und zu murren – so wie das Volk Israel es auch tat.

Gott gibt uns, wie damals dem Volk Israel, ein Wort auf den Weg. „Fürchte dich nicht, stehe still und sieh die Rettung, die der Herr bereitet hat. Er wird für dich streiten, aber gehe vorwärts, brich auf!“ (14,13-15).

Wie gut, dass Gott trotz Klagen und Murren barmherzig war mit seinem Volk damals, und mit uns heute. Er hört unser Schreien. Er sorgt und versorgt seine Leute! Lasst uns dafür unseren Vater im Himmel preisen und ihn erheben (2. Mose 15,2)!

 

Markus 4,35 – 5,20; 1. Korinther 10,11-13

Von Jurek Schulz

Wir erinnern uns noch gut an den mit großer Zerstörungskraft wütenden Sturm „Kyrill“ über Westeuropa vor ein paar Tagen. In Markus 4,37-38 lesen wir, wie die Todesangst die Jünger Jesu packte, nachdem ein Sturm die Fischerboote erfasst hatte, und sie dachten: „Dies ist die letzte Stunde.“ Doch der Herr ist gewaltiger als jeder vermutete. Er brachte den Sturm zum Stillstand. Die Jünger des Messias staunten in Ehr-Furcht über die Allmacht Jesu: „Sogar Wind und Meer gehorchen ihm“ (Mk. 4,41).

Wir haben bereits in 2. Mose 14,31 die Ehr-Furcht der Israeliten vor diesem majestätischen Gott gesehen, dem Wind und Meer gehorchten, um sie aus der Todesgefahr beim Auszug aus Ägypten zu befreien. Auch da hat Gott die Naturgewalten außer Kraft gesetzt und Israel durch das Meer hindurch errettet.

Wir erleben auch manches Mal schwerste „Stürme“; unabhängig, ob wir sie selbst verursacht haben, oder ob sie einfach über uns hereinbrechen. Ebenso sind Gottes Fügungen auf unserem Lebensweg manchmal rätselhaft.

Gerade wenn Gefahren drohen, werden wir versucht, aus eigener Kraft zu handeln. Doch unser Wort heute ist eine Ermutigung, Gott ganz zu vertrauen: „Gott ist treu“ (1. Kor. 10,13). Er hilft uns auch in den stürmischsten Zeiten! So haben das die Jünger und so hat das Israel erlebt. Der Allmächtige segne Sie!

 

 

Samstag, 4. Februar 2017

Bo – Komm!

2. Mose 10,1 – 13,16; Jer. 46,13-28

Von Jurek Schulz

Die Endphase des Gerichtshandeln Gottes an Ägypten tritt ein. Wir werden Zeugen des Ringens zwischen den Befehlen Gottes und der Widerspenstigkeit des Pharao. Am Ende vollzieht sich die Geburt einer neuen Nation: Israel. Nicht als Sklavenvolk, sondern als freies Volk nach 430 Jahren Zwangsarbeit sind sie nun in die Ordnungen Gottes berufen. Schon auf dem Weg in die neue Heimat sollen sie zur Erinnerung für alle künftigen Generationen das Pessach-Fest halten. Die ständige Erinnerung an das Sklavenhaus Ägypten und die mächtige Befreiung daraus muss wach bleiben.

Gerade dieses Fest symbolisiert, wie Israel durch das stellvertretende Opfer mit Gott in Übereinstimmung kam. Später muss Jeremia erneut Gerichtsworte über Ägypten sprechen, denn trotz dieser Erfahrung dienten sie weiterhin den Götzen.

So ist es die richtige Konsequenz, wenn unser Abschnitt mit „Komm“ wiedergegeben wird. Lasst uns zu diesem majestätischen Gott kommen. Das Opfer von damals ist vollendet in dem stellvertretendem Opfer, das sein einzig gezeugter Sohn für uns geleistet hat (Hebr. 10,14). Pessach bedeutet heute: „Komm und anerkenne die großen Taten Gottes, auf dass wir ebenso in seinen Ordnungen leben.“

 

Lukas 22,7-30; Offenbarung 5,1-14

Von Annemarie Obrist

Einzig und allein das Blut eines makellosen Lammes konnte bei der zehnten Plage den Tod der Erstgeburt verhindern. Nur wer Gottes Anweisungen umsetzte, wurde vom Tod verschont. Gott hat dem Volk vor dem Auszug aus Ägypten befohlen, zur Erinnerung an diese spezielle Nacht jedes Jahr das Passah als Fest für den Herrn zu feiern. Er will, dass wir anderen von seinen Wundern erzählen. Viele Jahre später folgte an präzise diesem Fest ein noch größeres Wunder: Jesus, das makellose Lamm Gottes, opferte stellvertretend für uns Menschen sein Leben und trägt die Sünde der Welt (Joh. 1,29). Bei jedem Abendmahl sollen wir an seinen für uns geopferten Leib, sein für uns vergossenes Blut und den neuen Bund denken. In der Ewigkeit wird wiederum das Lamm das Zentrum unseres Lobpreises sein.

Jesus hat das Passahfest ganz neu geprägt und uns den Weg vom Tod ins Leben ermöglicht. Was für ein gewaltiges Geschenk der Liebe! Bin ich bereit, das von Jesus für mich geopferte Blut anzunehmen und mir dadurch Vergebung meiner Schuld und ewiges Leben schenken zu lassen? Die Überschrift dieses Abschnittes ermutigt uns dazu: Bo – Komm!

 

 

Samstag, 28. Januar 2017

Wa’era – Ich erschien

2. Mose 6,2 – 9,35; Hesekiel 28,25-29,21

Von Hanspeter Obrist

Gesandt von Gott, erschienen Mose und Aaron vor dem Pharao in Ägypten, um ihn zu bitten, das Volk Israel ziehen zu lassen. Doch der Pharao dachte nicht im Traum daran. Gott versprach Mose, dass er dafür sorgen werde, sie aus der Versklavung herauszuführen (2. Mose 6,6-7). Gott ließ durch Mose verschiedene Plagen ankünden. Nach der dritten Plage sagten sogar die Priester des Pharao, dass dies der „Finger Gottes“ sei. Doch der Pharao verstockte immer wieder sein Herz.

Wie oft kündet sich Gott auch im Leben von uns Menschen an. Zuerst freundlich bittend, doch viele verwerfen sein Werben. Wenn sie in der Folge die Früchte ihrer Ablehnung ernten, verstocken sie ihr Herz noch mehr. In Hesekiel 28,25-26 verheißt Gott, dass er Israel aus den Völkern sammeln wird und Strafgericht halten wird über alle, die sie verachteten. Alles auch mit dem Ziel, dass sie erkennen, wie Gott ist. Je deutlicher Gott erscheint, desto härter wird es für alle, die nicht auf ihn hören wollen. Zugleich erfahren seine Kinder, wie er für sie sorgt. Jesus, der jüdische Messias, hat seinen Nachfolgern versprochen: „Ich bin immer bei euch, bis das Ende dieser Welt gekommen ist!“ (Matthäus 28,20 nach Hfa).

 

Lukas 11,14-23; Römer 9,14-33

Von Ueli Stettler

Israel steht am Tiefpunkt seiner Versklavung in Ägypten. Der Frondienst ist unerträglich geworden und die Lage aussichtslos. Selbst der von Gott berufene Mose will aufgeben.

Gott aber hat sein Volk nicht vergessen (2. Mo. 6,5). Die Erlösung und Befreiung naht. Auch wir machen immer wieder die tröstliche Erfahrung: Wenn wir mit unseren Möglichkeiten am Ende sind, beginnt Gott zu handeln.

Bevor sich aber Gottes Volk auf den Weg in die Freiheit begibt, demonstriert der Allmächtige seine Macht in Ägypten. Es bewahrheitet sich: Wer Gottes Volk antastet, der wird von Gott gerichtet (1. Mo. 12,3; Joel 4,1.12). Die 10 Plagen zeigen auch, dass die sichtbare und unsichtbare Welt Gott untertan ist.

Damals als Jesus auf diese Erde kam, war es auch finster. Die Menschen waren halt- und führerlos. Das Volk Israel litt unter der Tyrannei Roms und vor allem unter der Sklaverei der Sünde. Jesus zeigte durch seine von Gott gegebene Vollmacht seine heilende und befreiende Kraft über alle gottfeindlichen und bösen Mächte (Lk. 11,14ff.).

Zum Freuen: Wenn die Nacht am dunkelsten ist, sind der Tag und damit die Hilfe Gottes und seine Erlösung nicht mehr fern. Das gilt für Sie und auch für das jüdische Volk.

 

 

Samstag, 21. Januar 2017

Schemot – Namen

2. Mose 1,1 – 6,1; Jesaja 27,6 – 28,13; 29,22-23

Von Ueli Stettler

Das 2. Buch Mose beginnt mit „Dies sind die Namen …“, deshalb gab man der Toralesung dieser Woche den Namen „Schemot – Namen“. Der Abschnitt beschreibt u.a. auch die Geburt des jüdischen Volkes. Das Erste, was die Tora von der jüdischen Geschichte berichtet, ist die Verfolgung der Juden in Ägypten durch Pharao. Aber Gott ließ es nicht zu, dass sein Volk ausgelöscht wurde und wird. Er brauchte mutige Personen wie die Eltern des Mose, Satis (Wasser des Lebens), die Tochter des Pharao, und die beiden gottesfürchtigen ägyptischen Hebammen Siphra (schön) und Pua (anmutig). Sie befolgten den Befehl des Pharao nicht, alle hebräischen Knaben zu töten. Gott schenke uns auch heute den Mut, dass wir uns für das Leben und gegen jede Form von Antisemitismus einsetzen.

Mose (hebr. Mosche) heißt übersetzt „aus dem Wasser gezogen“. Im Buch Exodus steht sein Name im Vordergrund. Er war berufen die Hebräer aus dem Sklavenhaus Ägyptens herauszuziehen. Wir sehen: Name ist „Programm“ und Berufung. Im Neuen Testament steht der Name Jesu (hebr. Jeschua) im Vordergrund. Auch sein Name ist Programm: „Er wird sein Volk (die Juden und auch uns Nichtjuden) retten von ihren Sünden“ Matth. 1,21). Dieser Name muss allen Menschen, auch den Juden verkündet werden! Helfen Sie mit, z.B. indem Sie sich jetzt einige Augenblicke Zeit nehmen und für die Anliegen dieser Gebetsmail beten, vielen Dank!

 

Lukas 1,26-45; 1. Korinther 14,13-26

Von Jurek Schulz

In Jesaja 29,23 lesen wir, dass Israel den „Heiligen Jakobs“ heiligen wird. Dies ist eine der vielen messianischen Weissagungen auf Jeschua hin.

Der Satan wollte Israel in Ägypten durch die Vernichtung ihrer Kinder ermorden. Niemals wäre dann der „Heilige Jakobs“ als Messias der Welt erschienen. Erneut versuchte er die Vernichtung des „Heiligen Jakobs“ durch den bestialischen Kindermord nach Jesu Geburt anzustreben (Mt. 2,16-18).

Doch der Engel Gabriel sprach die prophetischen Worte über Jesus zu Maria, dass er König sein werde über das Haus Jakobs in Ewigkeit (Lk. 1,33). Die Freude, die Maria bei diesen Worten erlebte, erlebten jüdische Menschen durch alle Epochen hindurch, wenn sie den „Heiligen Jakobs“ erkannten in der Person Jesu.

Das Wesentliche für uns ist, dass Jesaja 28,12, nicht vergessen wird: Gott schafft dem Ermüdeten Ruhe. So soll der „Ruheraum“ für Ermüdete, die Gemeinde des Messias, ein Ort sein, wo alle Dienste zur Erbauung einander dienen (1. Kor. 14,26). Nur dadurch wird der „Heilige geheiligt“ durch uns.

 

 

Samstag, 14. Januar 2017

Wajechi – Er lebte

1. Mose 47,28 – 50,26; 1. Kön. 2,1-12

Von Jurek Schulz

In unserem Abschnitt heute begegnet uns die Realität des Todes. Große Patriarchen wie Jakob, Josef und David bereiteten sich auf die letzte Reise vor.

Jakob gab vor seinem Tode prophetisch den Segen Gottes weiter, den er für seine Kinder von Gott empfangen hat. Ebenso bestimmte er den Ort seines Begräbnisses, das Land, das Gott ihm versprochen hatte, Israel.

Josef wirkte Großes unter dem Segen Gottes, indem er ganz Israel vor dem Hungertod rettete. Doch auch er musste sich dem Tod beugen und bereitete sich darauf vor. Selbst David, der große König Israels, der eine überaus große messianische Bedeutung hatte, bereitete sich auf seine letzte Reise vor, wie es uns hier überliefert wurde. Doch nicht der Tod soll das letzte Wort haben, sondern die Tatsache, dass ER lebt, ist das letzte Wort, das uns die Patriarchen mit ihrem Lebenszeugnis hinterlassen haben. Das prophetische Wort von Jakob an Juda, das durch den Messias eine neue Realität auf der Erde entstehen wird, hat sich noch nicht bis in alle Details erfüllt. Aber eines hat sich erfüllt, die Verstorbenen sind zur Ruhe Gottes eingekehrt – weil ER lebt.

 

Apg. 1,1-11; 1. Tim. 4,1-8

Von Hanspeter Obrist

Wie wird wohl unser Abschied von dieser Welt aussehen? Jakob gab bei seinem Tod den Segen weiter, so wie auch andere Patriarchen. Die Jünger beschäftigte beim Abschied von Jesus die Frage, wann das Reich für Israel wieder hergestellt würde. Jesus erwiderte, dass der Vater im Himmel diesen Zeitpunkt festsetzt. Viel wichtiger sei es, jetzt in der Kraft des Heiligen Geistes Zeugen zu sein in Jerusalem, Judäa, Samaria und bis ans Ende der Erde. Es ist nicht unsere Aufgabe, über Gottes Zeitplan zu spekulieren. Wir sollen den Blick auf die Menschen um uns herum richten, die noch nie die Gelegenheit hatten, die Gute Nachricht zu hören. Auch Paulus möchte den Fokus auf das Zentrale richten. Gerade im Angesicht des Todes wird uns bewusst: Was wirklich zählt, ist Gottes Segen in unserem Leben und in dem unserer Mitmenschen. Er ist der, der wirkliches Leben gibt.

 

 

Samstag, 7. Januar 2017

Wajigasch – Er trat heran

1. Mose 44,18 – 47,27 / Hesekiel 37,15-28

Von Hanspeter Obrist

Wir lesen mit dem jüdischen Volk die Geschichte von Josef. Durch alle Zeit erwartete das jüdische Volk einen Messias Ben Josef (Sohn von Josef). Josef wird zum Bild für den Messias. Josef prüfte seine Brüder hart. Doch es war nicht Rache, sondern er wollte, dass sie sich veränderten. Als er spürte, dass es ihnen ernst war, gab er sich ihnen zu erkennen.

Auch die Ägypter führte Josef in die Selbstaufgabe. Stufe um Stufe wurden sie dazu angeleitet, ihr ganzes Leben dem Pharao auszuliefern. Das Ergebnis erstaunt (1. Mose 47,25): „Du hast uns am Leben erhalten; lass uns nur Gnade finden vor dir, unserm Herrn, dann wollen wir Knechte des Pharao sein.“ Sie sind dankbar für die Fürsorge Josefs.

Gott fordert uns auch heute heraus. Er will damit unser Vertrauen in ihn und unsere Dankbarkeit stärken. Oft erkennen wir erst im Rückblick, dass Gottes gütige Liebe uns durch eine Not geleitet hat. So spricht auch Hesekiel (37,28): „Die Nationen werden erkennen, dass ich der Herr bin, der Israel heiligt, wenn mein Heiligtum für ewig in ihrer Mitte ist.“

 

Johannes 10,7-18; 1. Petrus 2,18-25

Von Ueli Stettler

Die Brüder konnten Josef damals in Ägypten nicht erkennen. Josef musste dazu die Initiative ergreifen.

Er vergab seinen Brüdern und erklärte: „Nicht ihr habt mich nach Ägypten gebracht, sondern Gott, um uns alle, auch die Ägypter, am Leben zu erhalten“ (1. Mose 45,5-8).

Auch Jesus ist, wie Joseph in Ägypten, die Lösung der verzweifelten Lage und der Weg zur Errettung für eine verlorene Welt. Jesus ist die Tür, die als einzige den Zugang zu Gott ermöglicht (Joh. 10,9).

Jesus ist auch der gute Hirte, der sich mit dem Einsatz seines Lebens dem „Wolf“ entgegenstellt (Joh. 10,11.12). Niemand ist von seiner Liebe ausgeschlossen. Zu seiner Herde gehören auch die Schafe, die sich noch in einem fremden Stall befinden (Joh. 10,16). Für sie alle hat er Leben im Überfluss bereit (Joh. 10,10).

Wie Josef war Jesus bereit, Unrecht zu ertragen und unschuldig zu leiden. Er durchbrach den Teufelskreis von Beleidigung und Gegenbeleidigung, von Gewalt und Gegengewalt. Jesus wusste, dass Gott ein gerechter Richter ist und seine Sache vertritt (1. Petr. 2,22.23).

Er hilft uns, dass wir nicht mehr unter allen Umständen unser Recht durchsetzen müssen, sondern uns gelassen in die Hände Gottes geben.

 

 

Samstag, 31. Dezember 2016

Mikez – Nach Ablauf

1. Mose 41,1 – 44,17; 1. Kön. 3,15 – 4,1

Von Jurek Schulz

Josef, der Geliebte. Die Eltern Josefs gaben ihm alle Fürsorge, Aufmerksamkeit und Liebe. Josef war die Erfüllung ihrer Gebete (1. Mo. 30, 23.24).

Josef, der Gehasste. Seine Brüder hassten ihn. Für 20 Silberlinge verkauften sie ihn als Sklave nach Ägypten (1. Mose 37,28). Unschuldig kommt er dort noch für zwei Jahre ins Gefängnis (1. Mo. 41,1).

Josef, der mit Gott Lebende. Mit 30 Jahren tritt eine erneute unvorstellbare Wende ein. Gott redete durch Träume zu Josef und gab ihm Weisheit, Träume zu deuten. Der Pharao verlangte nach ihm. Niemand konnte bisher in ganz Ägypten seine Träume deuten. Eine siebenjährige grauenhafte Hungersnot wurde dem Pharao durch Josef angekündigt. Vorher wird eine siebenjährige gute Erntezeit vorausgehen. Wegen seiner Weisheit macht der Pharao Josef zum Vizekönig (1. Mo. 41,2-57).

Josef, der Staatsmann, sichert das Überleben des Landes durch die Abgabe eines Fünftels aller Ernten. In der Hungersnot wurden die Reserven dann direkt an die Bedürftigen ausgeteilt. Da auch in seiner Heimat in Kanaan gehungert wurde kamen seine Brüder.

Josef, der Vergebende. In einem Prüfungsprozess will er die charakterliche Veränderung seiner Brüder testen (1. Mo. 42,2 – 45,8). Rückblickend stellt er die Führung Gottes fest. „Nun bekümmert euch nicht und denkt nicht, dass ich darum zürne, dass ihr mich verkauft habt. denn um eures Lebens willen hat mich Gott vor euch her gesandt (1. Mo. 45,5).

Beten wir, dass wir in allen Lebenslagen ein „Gott gehorsames Herz“ haben, indem die Weisheit Gottes wohnt. So erbat es auch schon Salomo (1. Kön. 3,9.28).

 

Matthäus 27,15-46; Römer 14,1-19

Von Jurek Schulz

Herr Jesus, unschuldig bist du in den Augen Judas: „Ich habe gesündigt, als ich einen Unschuldigen dem Tod auslieferte“ (Matth. 27,4). Pilatus, der römische Statthalter, fragte dich, bevor er dich der Kreuzigung preisgab: „Bist du der König der Juden?“ Seine Frau bat ihn noch darum, „den Unschuldigen in Ruhe zu lassen“ (V. 11.19). In die Menge fragend, was soll ich mit dir, genannt „der Messias“, machen, rief das Volk: „Kreuzige ihn!“ (V. 22.23). Du wurdest den Soldaten übergeben. Sie trieben ihr grausames Spiel mit dir. Du erduldetest unendliche Quälereien und sie machten sich über dich lustig: „Heil dem König der Juden.“ Auf deinem Kreuz war zu lesen: „Dies ist Jesus, der König der Juden“ (V. 27-38). Menschen beleidigten dich: „Bist du der Sohn Gottes, dann rette dich selbst.“ Vereint im Lachen spotteten sie: „Er ist also der König Israels? Soll Gott ihn retten, wenn er der Sohn Gottes ist.“ Herr Jesus, selbst die Mitgekreuzigten verschonten dich nicht. Du riefst: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (V. 39-46). Doch da geschah das unbegreifliche Wunder. Du bist auferstanden und lebst (Matth. 28,6). Danke, Herr, dass wir dir glauben dürfen. Du bist wahrhaftig der Messias Israels und der Erlöser der Welt. Du bist auferstanden von den Toten und lebst. Herr, so predigen wir dich als den Gekreuzigten Messias. Noch heute den Juden ein Skandal und den Nichtjuden ein närrischer Witz.

Wer aber an dich glauben kann, dem bist du eine Weisheit Gottes, des Vaters (1. Kor. 1,23.30). In unserem Leben gilt, was bei dir schon war: „Ob wir leben oder sterben, wir gehören Dir, dem Herrn“ (Röm. 14,8).

 

 

Sonntag, 25. Dezember 2016 – Sonntag, 1. Januar 2017

Chanukka – das Tempelweih- und Lichterfest

4. Mose 7,1-17.42-47; 1. Mose 41,1 – 44,17; Jesaja 66,1.23; 1. Samuel 20,18.42; Sacharja 2,14 – 4,7

Von Ueli Stettler

Dieses Fest erinnert die Juden an eine der schlimmsten Verfolgungen in ihrer Geschichte, und wie Gott sein Volk von seinen Feinden errettet hat.

Im Alten Testament wird das Chanukkafest nicht erwähnt. Die Ereignisse um dieses Fest finden wir in den Makkabäerbüchern (Apokryphen).

Während drei Jahren wurde der Tempel von dem antisemitischen syrischen König Antiochus Epiphanes (Gott erscheint) geschändet und missbraucht. Er machte sich zum Gott. Er träumte von einem Weltreich mit einer Religion und einer Kultur. So verlangte er auch von den Juden, dass sie ihren Glauben aufgeben und ihn anbeten. Er verbot ihnen unter anderem die Beschneidung, das Feiern der Feste und des Schabbats. Der Höhepunkt der Gotteslästerung war, dass er die Menschen zwang, im Tempel Schweine zu opfern und zu essen, und dort einen Zeusaltar errichtete. Daniel hat diese Zeit vorausgesagt (Dan. 7,25).

Am 25. Kislev 164 v. Chr. wurde durch den jüdischen Makkabäeraufstand der Tempel wieder gereinigt und neu geweiht.

Chanukka ist auch als „Lichterfest“ bekannt. Denn im neu eingeweihten Tempel soll ein kleines Gefäß, in dem sich reines, geweihtes Öl nur noch für einen Tag befand, durch ein Wunder acht Tage gereicht haben. Deshalb wird das Fest acht Tage lang gefeiert. An jedem Tag wird auf dem achtarmigen Chanukkaleuchter ein Licht angezündet. Bei einem Abendspaziergang kann man in den Fenstern der jüdischen Häuser und auf öffentlichen Gebäuden die Lichter leuchten sehen. Dadurch hat das Fest eine starke Ähnlichkeit mit dem Weihnachtsfest mit den vielen Lichtern.

Jesus wurde an Chanukka die Messiasfrage gestellt (Joh. 10,22ff.). Die Juden forderten ihn heraus, sich als politischer Befreier zu betätigen.

Auch die messianischen Juden feiern Chanukka. Sie erinnern sich nicht nur an das Lichtwunder bei der Tempelweihung. Sie freuen sich an dem Wunder, dass Gott in Jesus Mensch geworden ist und den Weg zu Gott frei gemacht hat. Es ist ihr und unser Wunsch, dass noch viele Juden Jesus erkennen.

Vielen Dank für Ihr Mitwirken in der Fürbitte!

 

 

Samstag, 24. Dezember 2016

Wajeschew – Er wohnte

1. Mose 37,1 – 40,23; Amos 2,6 – 3,8

Von Catherine Meerwein

Die Bibelabschnitte dieser Woche zeigen, welche vielfältigen Folgen Sünde hat. Die besondere Liebe zu Josef bewirkt bei seinen Brüdern Neid, weshalb sie ihn verkaufen. In Ägypten landet Josef im Gefängnis, weil die Frau des Pharaos ihn verleumdet.

Auch die Geschichte von Juda, der mit seiner Schwiegertochter Tamar schläft, weil er sie für eine Prostituierte hält, ist sehr bedenklich (1. Mo. 38). Weshalb gingen die Menschen solch krumme Wege? – Die gleiche Frage kann man sich auch heute stellen: Weshalb wählen wir Menschen, die Gott und seine Gebote kennen, so oft einen Weg, der nicht Gottes Willen entspricht? Es zeigt, dass der Mensch von Natur aus nicht automatisch das Gute wählt.

Beeindruckend ist, dass Gott trotz menschlicher Fehlentscheide die Situation für seinen Plan gebraucht. Josef erlangte in Ägypten eine mächtige Stellung und sicherte seiner Familie das Überleben. Juda wurde zum Stammvater von Jesus.

Gott ist es nicht egal, wie wir Menschen leben. Deshalb schickte er im Alten Testament immer wieder Propheten, die wie Amos nicht anders konnten, als Gottes Willen weiterzugeben (Amos 3,8).

 

Matthäus 1,1-6.16-25; 1. Korinther 5,1-13

Von Catherine Meerwein

Die Geschichte von Juda und Tamar (1. Mo. 38) ist ziemlich haarsträubend. Trotzdem stehen die beiden und ihr Sohn Perez in der Ahnenreihe von Jesus (Mt. 1,3). Auch für Josef sah die Situation schwierig aus. Maria, seine Verlobte, war schwanger, aber nicht von ihm. Ein Engel offenbarte ihm, was das alles zu bedeuten hatte. Maria sollte den Retter (Jeschua) gebären, der sein Volk von ihren Sünden retten werde (Mt. 1,21).

Aus menschlicher Sicht ist es kaum fassbar, wie viel Gott unternahm, um mit uns Menschen wieder Gemeinschaft zu haben. Er opferte seinen Sohn, um sein Volk (und auch die übrigen Menschen) von ihren Sünden zu retten. Die Größe des Opfers sagt auch etwas über die Größe des Problems „Sünde“.

So verwundert es nicht, mit welcher Vehemenz Paulus in 1. Korinther 5 die Gemeinde davor warnt, Sünde zu dulden und auf die leichte Schulter zu nehmen.

Vater im Himmel, danke, dass du deinen Rettungsplan in Jesus verwirklicht hast.

 

 

Samstag, 17. Dezember 2016

Wajischlach – Er schickte

1. Mose 32,4 – 36,43; Hosea 11,7 – 12,12; Obadja 1-21

Von Jurek Schulz

Gott hatte Jakob aufgefordert, zurück zu seiner Familie in das verheißene Land zu ziehen (1. Mo. 31,13). Die bevorstehende Begegnung Jakobs mit seinem Bruder Esau löste eifrige Vorbereitungen aus. Schließlich hatte Esau seinem Bruder gedroht, ihn umzubringen (1. Mo. 27,41). So schickte Jakob eine Abordnung mit vielen Geschenken zu Esau, um ihn nach all den Jahren zu besänftigen.

Esau war in der Zwischenzeit ein mächtiger Herrscher geworden, der Soldaten, Ländereien und Reichtum besaß. Für Jakob blieb trotz aller sorgfältiger Vorbereitung die quälende Ungewissheit, ob er und seine Familie am Leben bleiben würde. Doch nach einer dramatischen Gottesbegegnung Jakobs (1. Mo. 32,23-33) kam es zur Versöhnung mit Esau.

Im Kampf Jakobs mit Gott änderte Gott selbst Jakobs Namen in „Israel“, mit der Begründung: Denn du hast mit Gott und Menschen gekämpft und gewonnen (1. Mo. 32,29). Der Name wurde zum Programm, Israel wird zu allen Zeiten verschiedensten Angriffen und Kämpfen ausgesetzt sein. Es wird verschiedenste Wunden davontragen, aber es wird niemals untergehen.

In Obadja wird deutlich: So zahlreich die Nachkommen Esaus auch wurden, am Ende wurde ihnen ihre Gottlosigkeit zum Gericht.

Dieselbe Gefahr drohte auch Israel immer wieder, wie es Hosea deutlich macht. Daher sind alle Nöte Israels Gerichtshandlungen Gottes, „Seile der Liebe“ (Hos. 11,4), um die Menschen zurückzuholen zu dem Gebet, wie Jakob es formulierte: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“ (1. Mo. 32,27).

Lasst uns heute dieses Gebet an den richten, von dem es heißt: „Es ist in keinem anderen das Heil. Auch ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir selig werden“ (Apg. 4,12). Herr Jesus, ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.

 

Markus 3,13-19; 1. Korinther 10,14-22

Von Catherine Meerwein

Die Bibelabschnitte dieser Woche lenken unseren Blick auf die Tatsache, dass es in dieser Welt mehr gibt als das, was wir mit den Augen sehen können. Den Menschen aus biblischer Zeit und aus anderen heutigen Kulturen liegt das Verständnis für die unsichtbare Welt näher als uns aufgeklärten Menschen. Jesus gab den zwölf Aposteln nicht nur den Auftrag zu predigen, sondern auch böse Geister auszutreiben (Mk. 3,14-15). Und Paulus betont, dass die Beziehung zu Gott unvereinbar ist mit dem Götzendienst, weil man sich dort mit bösen Geistern verbindet. Diejenigen, die denken, sie seien stark genug, sich auf den Götzendienst einzulassen, warnt Paulus: „Wollen wir den Herrn herausfordern? Sind wir stärker als er?“ (1. Kor. 10,22).

Wir sollen nicht mit Geistern ringen, sondern mit Gott. Jakob zeigt uns, wie viel uns an Gottes Segen liegen soll (1. Mo. 32,29). Die Folge dieses Ringens waren eine Bestätigung seines Auftrages durch den neuen Namen „Israel“ sowie eine bleibende Behinderung.

Herr, bitte hilf uns, dass wir deinen Auftrag verstehen und nicht nur auf das Sichtbare achten.

 

 

Samstag, 10. Dezember 2016

Wajeze – Er zog aus

1. Mose 28,10 – 32,3; Hosea 12,13 – 14,10

Von Catherine Meerwein

Jakob war auf der Flucht vor Esau nach Haran. Bei einer Übernachtung unter freiem Himmel, als Kopfkissen diente ein Stein, erschien ihm Gott in der Vision der Himmelsleiter. Er verhieß ihm Nachkommen so zahlreich wie der Staub auf Erden und Segen für alle Menschen durch seine Nachkommen (1. Mo. 28,14). Wie reagierte Jakob auf diese großartige Verheißung? Er wurde nicht übermütig, sondern baute ein Steinmal und bekannte: „So soll der HERR mein Gott sein“ (1. Mo. 28,21).

Es folgten 20 mühsame Jahre bei Laban, die geprägt waren von harter Arbeit. Laban betrog ihn mehrmals, als er ihm Lea gab statt Rahel, oder auch als es um den Lohn für seine Arbeit ging. In dieser Zeit war Jakob herausgefordert, an seinem Bekenntnis und an Gottes Zusage festzuhalten. Gott zeigte ihm den richtigen Weg zwischen den Extremen, sich selbst mit Gewalt Recht zu verschaffen und alles Unrecht einfach hinzunehmen. Erst als Gott ihm sagte, er solle Laban verlassen, zog Jakob mit seiner großen Familie und seiner Herde weg.

Dass Gott an seinen Verheißungen festhält, zeigt sich auch im Abschnitt bei Hosea. Gott reagiert zwar mit Gericht auf Israels Götzendienst, aber sein eigentlicher Wunsch ist es, dass sein Volk sich zu ihm bekehrt, damit er seine Abtrünnigkeit heilen kann. Sein Wunsch ist, dass die Menschen einsehen, dass „die Wege des Herrn richtig sind“ (Hos. 14,10).

Auch wir sind jeden Tag herausgefordert, auf Gott zu hören und uns von ihm den richtigen Weg zeigen zu lassen.

 

Johannes 1,19-51; Offenbarung 3,14-22

Von Jurek Schulz

Meine Barmherzigkeit ist entbrannt, sagt Gott zu Israel (Hos. 11, 8). Ein wunderschönes Bild. In seiner Liebe trägt Gott Israel durch alles hindurch. Das hat Jakob in den 20 Jahren seines Exils ebenso erlebt. So preist er Gott im Wissen seiner Armseligkeit: „Herr, ich bin zu gering aller deiner Barmherzigkeit und Treue“ (1. Mo. 32, 11). In Zeiten von Not und Sünde wird oftmals die Barmherzigkeit Gottes vergessen. Daher ruft Hosea auf: „Halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe auf den Herrn “ (Hos. 12,7). Doch Schuld und Sünde stürzten Israel immer wieder ins Unglück (Hos. 13,9). Auf dieser Linie ist das Wirken Johannes des Täufers zu verstehen. Er begreift die Schwere der Sünden Israels, aber auch seine eigene Armseligkeit vor dem wahren barmherzigen Gott (Joh. 1,27). Wer ist dieser wahre Gott, der trotz allem an seiner Barmherzigkeit festhält?

Es ist der, der zum Schlachtopfer für die Sünden der Welt wurde, das Lamm Gottes, das die Schuld der Welt trägt (Joh. 1,29). Es ist der, von dem sowohl Johannes der Täufer als auch Natanael öffentlich bekennen: „Du bist der Sohn Gottes!“ (Joh. 1,34.49). Es ist der, vor dem wir alle armselig, elend und jämmerlich dastehen, unabhängig davon, was wir in dieser Welt sind (Offb. 3,17). Es ist der, dessen Name im neuen Jerusalem alles erstrahlen wird (Offb. 3,12). Er steht vor unserer inneren Herzenstür und klopft an: „Wenn jemand meine Stimme hört und mir auftut, zu dem werde ich hineingehen“ (Offb. 3,20). Jesus Christus, Gottes Sohn, er ist der Barmherzige!

 

 

Samstag, 3. Dezember 2016

Toledot – Geschlechtsregister

1. Mose 25,19 – 28,9; Maleachi 1,1 – 2,7

Von Hanspeter Obrist

Jakob, der Stammvater von Israel, erlebte von klein auf, wie umkämpft das Leben war. Warum seine Mutter die Verheißung bekam, dass der Ältere dem Jüngeren dienen wird, ist für uns nicht klar. Es ist Gottes freie Entscheidung oder Voraussicht. In der Praxis erwies sich dann, dass Esau bereit war, sein Erstgeburtsrecht für eine Linsenmahlzeit zu verkaufen. Dies scheint unüberlegt.

Jakob erlebte aber auch mit, wie seine Familie Gottes Segen erfuhr und beneidet wurde. Schon damals gab es deshalb kein Miteinander mit der lokalen Bevölkerung (1. Mo. 26,16). So mussten sie von einem Ort zum anderen ziehen, obwohl Gott Isaak versprach, dieses Land seinen Nachkommen zu geben (1. Mo. 26,4). Sie sollen sich als Fremde im Land aufhalten, und Gott wird mit ihnen sein und sie segnen (1. Mo. 26,3). Der Landbesitz scheint eine untergeordnete Rolle zu spielen, vielmehr steht der Segen Gottes im Vordergrund.

Nachdem sich Jakob schon das Erstgeburtsrecht von Esau erkauft hatte, erschlich er sich nun auch den Erstgeburtssegen des Vaters. Als Folge davon musste er dann nach Haran fliehen.

Unsere Rechte als Kinder Gottes sind nicht irdisch, sondern liegen in Gottes Hand. Der Segen Gottes ist auch nicht von äußerem Besitz abhängig. Vielmehr ist es die innere Beziehung zum himmlischen Vater.

In Maleachi stellt sich Gott klar zu Jakob und sagt, dass er ihn lieb habe. In Maleachi 1,6 fragt Gott, wo die ihm zustehende Ehre bleibe. Dies war der große Unterschied. Esau war auf das irdische Leben konzentriert, Jakob hingegen war besorgt um den Segen. Doch erst in der Fremde lernte Jakob, dass Gottes Segen in seiner Schwachheit zum Tragen kommt. Gott sagte zu Paulus: „Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“ (2. Kor. 12,9).

Herr, wir danken dir, dass du trotz uns und mit uns zu deinem Ziel kommst. Amen.

 

Matthäus 1,1-21; Hebräer 11,1-40

Von Ueli Stettler

Bevor Matthäus die Geschichte von Jesus erzählt, wirft er einen Blick auf einige der wichtigsten Namen der Vorfahren Jesu. Auffällig ist die Erwähnung der ausländischen, also nichtjüdischen Frauen, zum Beispiel der Hure Rahab (Mt. 1,3.5.6).

Mit dieser Aufzählung wird zweierlei klar:

1. Gott hat einen Plan, seinen Sohn zu uns zu senden, den er Schritt für Schritt verwirklicht. Jesus ist wirklich der verheißene Retter (hebräisch: Jeschua). Nur ein Nachkomme Abrahams und Davids konnte dieses Recht für sich in Anspruch nehmen: „Dies ist das Buch von der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams“ (Mt. 1,1). Jesus kam nicht einfach direkt aus dem Himmel, sondern aus einem Volk, dem Gott sein Kommen schon vor langer Zeit angekündigt hatte.

2. Gott schämt sich trotz aller Pleiten im Leben von uns Menschen nicht, unser Gott genannt zu werden (Hebr. 11,16). Auch bei den sogenannten „Glaubenshelden“ in Hebräer 11 kommt ihr Glaube auf den Prüfstand. Einige kennen wir aus der Toralesung von heute und dem Stammbaum Jesu. Auch sie kannten Krisen und Versagen in ihrem Leben. Es sind Frauen und Männer, die Jesus noch nicht kannten, aber sie standen in einer tiefen Glaubensbeziehung zu dem unsichtbaren Gott. Sie hielten daran fest: Was Gott verspricht, kann er auch tun. Und Gott tat es. Er kann!

Dieser Glaube setzt Menschen damals und heute in Bewegung. Wagen wir es, einen konkreten Glaubensschritt zu tun, z.B. einen Anruf bei einem Menschen, der einsam ist. Wer so glaubt, kann für andere ein Segen sein, trotz mancher Schwachheit und Versagen (Hebr. 11,20.21).

 

 

Samstag, 26. November 2016

Chaje Sarah – Saras Lebensalter

1. Mose 23,1 – 25,18;1. Könige 1,1-31

Von Jurek Schulz

Abraham ist mit seinem Sohn Isaak allein zurückgeblieben. Sara stirbt mit 127 Jahren. Sie ist die Erste, die im neu erworbenen Familiengrab in Hebron zur letzten Ruhe gebettet wird. Die letzte Sorge, die Abraham nach der Trauerphase umgibt, ist der Wunsch, dass sein Sohn eine Frau aus seiner Familiendynastie heiratet. Mit Isaak sollte die Verheißungslinie fortgesetzt werden, die Gott in 1. Mose 12,1-3 gegeben hatte. Dazu bedurfte es, dass Isaak sich nicht mit den fremden Göttern des Landes einließ, ebenso nicht mit den Frauen des Landes, die ihn zu den fremden Göttern bringen könnten, wie das später bei König Salomo der Fall war (1. Kön. 11,1ff).

Der Diener Abrahams, Elieser, vertraute auch dem Gott Abrahams und fungierte als Vorbereiter der Ehe von Isaak. Durch die Führung Gottes, die Elieser erlebte, wurde Rebekka, die zur zweiten Stammmutter Israels wurde, mit Isaak zusammengeführt (1. Mo. 24). Sie war bereit, wie schon Abraham, das Land der Väter zu verlassen (1. Mo. 24,58). Sie bringt daher die gleichen Eigenschaften mit, wie sie bei Abraham notwendig waren, um unter der Segensverheißung Gottes zu stehen (1. Mo. 12,3-4).

Die Hochzeit von Isaak und Rebekka in 1. Mose 24,67 zeigt, dass die Liebe sich erst später einstellte. Sie waren um der Sache Gottes willen eins geworden, und Gott segnete sie mit Liebe füreinander. Die Ehe war nicht primär das Ziel, sondern der Anfang eines langen Unternehmens, unter der Segenslinie Gottes stehen zu wollen.

Heute haben wir den tiefsten Sinn unserer Existenz darin zu begreifen, dass wir in immer tieferem Maß von Gott ergriffen werden und von ihm ergriffen sind. Paulus drückt es in Epheser 2,1-10 deutlich aus. Das neue Leben in Gott entfaltet sich in der Liebe zu ihm und in guten Werken auf dieser Erde.

 

Lukas 20,27-40; Römer 9,1-13

Von Catherine Meerwein

Gott hat Sara erwählt, Stammmutter seines Volkes zu werden. Und als ihre Schwiegertochter Rebekka mit Zwillingen schwanger war, erwählte Gott noch vor deren Geburt einen von ihnen, aus dem das Volk Israel entstehen sollte: Jakob. Es war Gottes freie Wahl und seine Gnade, nicht ein Verdienst des Erwählten. Diese Erwählung wurde nicht aufgehoben, wie Paulus betont (Röm. 9,6).

In Lukas 20,27-40 versuchen einige Sadduzäer, Jesus in ein Streitgespräch über die Auferstehung zu verwickeln. Jesus macht deutlich, dass es eine Auferstehung von den Toten gibt, und dass sich das Leben in der Ewigkeit vom Leben auf der Erde unterscheidet (Lk. 20,34-36). Dieses ewige Leben ist ein Geschenk Gottes aus seiner Gnade, nicht ein Verdienst. Es besteht aber ein Unterschied zur Erwählung Israels als Bundesvolk: Der Bund Gottes mit Israel gilt für das irdische Leben (Landverheissung), nicht für das ewige. Sonst hätte Paulus ja keinen Grund, derart um sein Volk, die Israeliten, zu ringen, weil sie in Jesus nicht ihren Messias erkennen (Röm. 9,3-5).

 

 

Samstag, 19. November 2016

Wajera – Und er erschien

1. Mose 18,1 – 22,24; 2. Könige 4,1-37

Von Hanspeter Obrist

Abraham bekam Besuch von drei Männern. War er sich bewusst, dass es Gott war? Spätestens bei der Wiederholung der Verheißung war es Abraham klar, wen er vor sich hatte. Auch in den Verhandlungen um Sodom wurde klar, dass hier die höchste Autorität vor ihm stand: „Sollte für den Herrn eine Sache zu wunderbar sein?“

Wir können nur staunen, wie Gott uns Menschen besucht und auf unsere Bitten eingeht. Es muss für Abraham sehr hart gewesen sein, als er den unmissverständlichen Auftrag Gottes erhielt, seinen Sohn zu opfern, doch er gehorchte. Diese Begebenheit ist nicht einfach zu verstehen. In 1. Mose 22,12 finden wir den Schlüssel zu dieser Geschichte: „Nun habe ich erkannt, dass du Gott fürchtest, da du deinen einzigen Sohn mir nicht vorenthalten hast.“ Gott fordert uns oft mit unverständlichen Wegen heraus. Doch diese haben zum Ziel, dass unsere Beziehung zu ihm tiefer wird. Gott hat aber auch eine Lösung bereit. Er gibt das Opfer.

Auch Elisa erlebte Hochs und Tiefs mit Gott. Wie muss ihn der Tod des Kindes geschmerzt haben. Doch Gott verherrlichte sich und half aus aller Not. In der Bibel sehen wir, dass Gott entweder die Not auflöst oder die Kraft gibt, einen schweren Weg zu gehen. So mancher Prophet hätte ohne den Auftrag Gottes ein angenehmeres Leben gehabt. Doch wie die Propheten können auch wir uns in allen Situationen Gott anvertrauen.

„Herr, hilf auch uns, dir zu vertrauen. Amen.“

 

Lukas 1,26-38; 24,36-53, Hebräer 13,1-8

Von Jurek Schulz

Faszinierend, wie Gott dem Abraham erschien (1. Mo. 18,1-15). Bewegend, wie Abraham mit Gott um die „Gerechten“ inmitten des Gerichtes über Sodom und Gomorra rang (1. Mo. 18,16 – 19,38). Ergreifend, wie Gott trotz aller Verdorbenheit der Menschen an seiner Gnade mit den Menschen festhält. Auf wundersame und übernatürliche Weise wird dem Abraham und der Sara ein Kind, Isaak, geboren (1. Mo. 21,1-8). Über dessen Nachkommenschaft wird sich das Bundesversprechen erfüllen, das schon im Paradies ankündigt wurde: Die Herrschaft Satans wird vernichtet werden (1. Mo. 3,15). „Wer nicht mit Wundern rechnet, ist kein Realist“, so der Ausspruch eines Politikers. Genau das erleben wir in der Fortsetzung des Heilshandelns Gottes. Was Elisa erlebte, sind Hinweise auf das noch viel größere Wunder Gottes (2. Kön. 4,1-37).

Auf einzigartige göttliche Weise wird die Geburt des Messias Jeschua angekündigt und vorbereitet (Lk. 1,26-38). Geradezu zwingend ist es, dass der spätere Tod des Messias nicht das letzte Wort des Handelns Gottes ist. Seine Auferstehung markiert die Gnade Gottes unwiderruflich für Zeit und Ewigkeit. Gottes ewige Liebe hatte sich in der Bibel lange vorher angekündigt. „Es muss alles erfüllt werden, was im Gesetz des Mose, in den Propheten und den Psalmen von mir geschrieben steht“, sagt der auferstandene Messias (Lk. 24,44). Unser Leben ist dem Zeugnis seiner Herrlichkeit verpflichtet (Lk. 24,34.52.53). Das nimmt uns in eine ethische Pflicht, die vom Vertrauen zu IHM geprägt ist (Hebr. 13,1-8).

 

 

Samstag, 12. November 2016

Lech Lecha – Zieh hin!

1. Mose 12,1 – 17,27; Jesaja 40,27 – 41,16

Von Catherine Meerwein

„Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will“, fordert Gott Abram auf. Auf die Aufforderung folgt die Verheißung: „Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein“ (1. Mo. 12,1-2).

In den folgenden Versen und Kapiteln zeigt sich zweierlei:

1. Abram gehorchte Gott, er machte sich auf einen Weg, von dem er das Ziel noch nicht kannte.

2. Abram war keineswegs perfekt, er war nicht immer gehorsam. Es gab Momente, in denen er sein Vertrauen nicht auf Gott setzte, sondern auf eigene Sicherheiten (Bsp. mit Sarai in Ägypten lügt er, in Bezug auf seine Nachkommen hilft er mit Hagar nach). Doch das hebt Gottes Verheißung nicht auf. Er geht den Weg mit Abram und schließt sogar einen Bund mit ihm, dessen Zeichen der neue Name (Abraham) und die Beschneidung aller Nachkommen sind (1. Mo. 17).

Zusammen mit den Versen aus Jesaja, die die Perspektive auf alle Völker ausdehnen, ermutigen diese Kapitel, der Aufforderung von Gott zu folgen. Ich muss weder das Ziel schon genau kennen noch selbst perfekt sein, denn Gott führt mich.

Herr, bitte hilf mir, dein „Geh!“ zu verstehen und mich auf den Weg zu machen.

 

Lukas 9,57-62; Römer 4,1-25

Von Ueli Stettler

Mit Abraham begann ein neuer Abschnitt in der Heilsgeschichte. Gott erwählte sich Abraham und seine Nachkommen, weil er durch sie alle Völker auf Erden segnen möchte (1. Mo. 12,2).

Abraham verließ sich dabei auf Gottes gewaltiges „Ich will“ (1. Mo. 12,2.3). Er setzte seine Zukunft ganz auf Gott und seine Verheißungen. So konnte er alles verlassen und zu Neuem aufbrechen (V. 4).

Am Beispiel Abrahams erläutert Paulus in Römer 4, dass der Mensch nicht durch das Tun von Werken gerecht wird, sondern allein durch den Glauben (V. 12). Die Verheißung, die Gott Abraham gegeben hat, ist keine Belohnung für die Erfüllung des Gesetzes, denn das Gesetz Moses gab es zur Zeit Abrahams noch gar nicht (V. 13). Gott gab Abraham die Verheißung völlig bedingungslos. Gott erfüllte sie, gerade weil Abraham nichts weiter tat, als sich an Gott und seinem Wort „festzuhalten“ trotz menschlicher Unmöglichkeiten (V. 18.19). So stellt uns Paulus den Glauben Abrahams als Vorbild hin.

Wer dem stellvertretenden Kreuzestod Jesu und seiner Auferstehung vertraut, ist vor Gott ebenso gerecht wie Abraham, weil er Gott etwas zutraut, was alle irdischen Wahrscheinlichkeiten übersteigt (V. 24.25).

Wer dann Jesus nachfolgt, wird vielleicht wie Abraham Sicherheiten wie Beruf, Schutz der Familie oder Freunde verlieren. In Lukas 9,57-62 zeigt Jesus, was es kostet, ihm nachzufolgen. Wer ihm gehören will, muss bereit sein, alles hinter sich zu lassen und mit ungeteilter Liebe Jesus nachzufolgen. Es lohnt sich! Denn nur bei ihm finden wir erfülltes Leben, Schutz und Zuflucht.

 

 

Samstag, 5. November 2016

Noach – Noah

1. Mose 6,9 – 11,32; Jesaja 54,1 – 55,5

Von Jurek Schulz

Nach dem Bruch mit Gott in den Tagen des Paradieses (1. Mo. 3) sind rund 1600 Jahre der kontinuierlichen Entfernung der Menschheit von Gott vergangen. In 1. Mose 6,5 wird das Resultat beschrieben: „Die Bosheit der Menschen ist groß auf Erden. Alles Gedankengebilde in ihrem Herzen ist allezeit nur böse.“ Daher kündigt Gott nun die Sintflut an. Innerhalb von 40 Tagen Regen soll die ganze Erde überschwemmt und so alles Leben vernichtet werden. Eine globale Katastrophe. Der Schöpfergott muss den ganzen „Baumstamm“ fällen, um einen „kleinen Zweig“ zu retten, der vom Geist der Verkommenheit dieser Welt noch nicht angesteckt ist.

Noah war der Einzige seiner Zeit, von dem es hieß, er sei ein „frommer“ Mann und tue, was Gott ihm sagte. Daher fand er Gnade vor Gott (1. Mo. 6,8.9.22). Ebenso wurden seine Frau, seine Söhne Sem, Ham und Jafet und seine Schwiegertöchter von Gott auf wunderbare Weise gerettet. Die Arche rettete der Familie das Leben, als die Katastrophe hereinbrach (1. Mo. 7,23). Mit Noah und seiner Familie setzte Gott einen Neuanfang der Menschheit. Er gab ihnen sein Bundesversprechen, die Erde nie mehr um der Bosheit der Menschen willen zu vernichten. Durch das Zeichen des Regenbogens wurde es besiegelt (1. Mo. 8,21.22; 9, 12-17).

Die gesamte Menschheit geht auf Sem, Ham und Jafet zurück, wie wir in 1. Mose 10 lesen. Das Ringen Gottes um den Menschen startet erneut, nach den Tagen von Babel (1. Mo. 11) und mündet darin, dass der Messias zur „Rettungsarche“ für Zeit und Ewigkeit wird. Jeder, der ihm vertraut, geht nicht verloren, sondern ererbt ewiges Leben (Jes. 53,5; Joh. 3,15).

 

 

Samstag, 29. Oktober 2016

Bereschit – Im Anfang

1. Mose 1,1 – 6,8; Jesaja 42,5 – 43,11

Von Hanspeter Obrist

Im ersten Kapitel der Bibel ist Gott der Handelnde. Im zweiten Kapitel offenbart sich Gott als ein persönlicher Gott, der dem Menschen einen Rahmen gab, in dem er sich entfalten soll. Es taucht hier auch der persönliche Name Gottes erstmals in der Bibel auf. Leider wollte der Mensch von Gottes Anordnungen unabhängig sein. Adam und Eva glaubten nicht, dass Gott es gut mit ihnen meinte. Als Folge muss nun der Mensch selbst zwischen Gut und Böse entscheiden. Gott wollte, dass der Mensch das Gute tut und um das Böse weiß, doch jetzt weiß er, was gut wäre, und tut das Böse. Das wird uns in den nächsten Kapiteln bewusst. In 1. Mose 6,5 steht, dass alles Sinnen der Gedanken des menschlichen Herzens nur böse war den ganzen Tag. Doch in all dem steht die große Verheißung: „Er wird dir (Schlange) den Kopf zermalmen und du wirst ihm die Ferse zermalmen“ (1. Mose 3,15).

Gott wird den Kopf des Bösen auslöschen, jedoch kann dies nicht ohne Leid geschehen. Jesus wurde am Kreuz die Ferse zermalmt, doch gerade durch seinen Tod hat er die Macht des Bösen gebrochen. In Jesaja 42 wird treffend beschrieben, wie der Messias sein wird. In Jesaja 43,11 sagt Gott Jahwe, dass er selbst der Retter ist.

Himmlischer Vater, wir danken dir für deine guten Ordnungen. Wir danken dir, Jesus, dass du die Macht des Todes gebrochen hast, und dass wir durch Gottes Geist Weisung und Leitung empfangen. Amen.

 

Johannes 1,1-17; Offenbarung 22,6-21

Von Hanspeter Obrist

Johannes zeigt uns auf, dass am Anfang Gott war. Er schuf alles durch das Wort und wurde zum Licht der Menschen. Doch nur denen, die ihn aufnahmen, gab er das Recht Kinder Gottes zu werden (Joh. 1,12). Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns (Joh. 1,14). Gott rettet uns in Jesus. Damit wird die Verheißung aus 1. Mose 3,15 Wirklichkeit. Jesus wird auch die ganze Geschichte der Menschheit zu einem guten Abschluss bringen. Er ist der Anfang und steht auch am Ende (Offb. 22,13). Das Höchste ist, wenn wir uns seiner Gnade anbefehlen (Offb. 22,21). Der Mensch hat die gute Ordnung Gottes verlassen. Wer sich ihm aus freien Stücken anvertraut und ihn von ganzem Herzen liebt, den wird Jesus durch seine Gnade aufnehmen.

„Lieber Herr Jesus, in deine Hände befehle ich meinen Geist, denn du meinst es gut mit mir.“

 

 

Dienstag, 25. Oktober 2016

Simchat Tora

4. Mose 29,35 – 30,1; 1. Könige 8,54-66; 1. Timotheus 6,6-19; Jesaja 12,1-6; Johannes 7,1-2.37-42

Wesot Habracha – Das ist der Segen

5. Mose 33,1 – 34,12; 1. Mose 1,1 – 2,3; Josua 1,1-18

Von Catherine Meerwein

Schemini Azeret ist der achte Tag von Sukkot. An diesem Tag soll nicht gearbeitet, dafür eine heilige Versammlung abgehalten werden (4. Mo. 29,35).

Simchat Tora ist das Fest der Freude über die Tora. Dieses Fest wurde erst im 9. Jahrhundert eingeführt. In Israel wird es am gleichen Tag wie Schemini Azeret gefeiert, in der Diaspora einen Tag später. Es ist der Tag, an dem der letzte Abschnitt aus der Tora (fünf Bücher Mose) gelesen und sofort wieder mit dem ersten Abschnitt begonnen wird, damit die Lesung nie aufhört. Anschließend wird die Tora mit einem Umzug durch die Synagoge getragen. Die Gottesdienstbesucher tanzen, klatschen und feiern die Tora.

Dieses Fest gibt der Freude Ausdruck, dass Gott sich offenbart und festgelegt hat. Die Tora ist nicht ein Gesetz, das den Menschen primär einschränken will. Vielmehr sind es Gottes Anweisungen, wie er sich die Beziehungen der Menschen untereinander und zu Gott gedacht hat. Denn er ist unser Schöpfer (1. Mo. 1,27). Auch Jesus hat sich zu diesem Gesetz gestellt. „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen“ (Mt. 5,17). Gott will uns mit seinen Geboten nicht das Leben vermiesen, sondern zeigen, wie ein Leben nach seinen Vorstellungen gelingen kann. Durch den Heiligen Geist hat Gott sein Gesetz in unsere Herzen gegeben (Jer. 31,33). Er zeigt uns, was Gottes Gesetz im konkreten Fall meint, und hilft uns, danach zu leben.

Danke, Herr, dass du dich offenbart und im Gesetz festgelegt hast. Danke, dass du kein verborgener Gott bist und dass du heute noch zu uns sprichst.

 

Matthäus 5,17-48; 2. Timotheus 3,14-17

Von Hanspeter Obrist

Die Tora ist nicht dazu da, damit man wie eine Ziege an und über der Grenze weidet. Die Tora will uns zum Zentrum von Gottes Willen führen. Wer sich am Rande bewegt, kommt mit den Grenzen in Konflikt. Suchen wir aber die Mitte von Gottes Willen, werden wir immer mehr wie der himmlische Vater handeln (Mt. 5,48). Jesus hat die Gebote Gottes nicht aufgelöst, sondern in ein neues Licht gestellt. Anstatt Grenzen sollen sie uns Leitbild sein. Das Gesetz zeigt uns, wie wir sind und zu was wir durch Gottes Gnade werden sollen (2. Tim. 3,16-17).

 

 

Montag, 17. Oktober 2016

Sukkot

3. Mose 22,26 – 23,44; 4. Mose 29,12-16; Sacharja 14,1-21

Von Jurek Schulz

Die Weisheit hat ihr Haus gebaut und ihre sieben Säulen behauen (Spr. 9,1). Dieses Wort kommt mir in den Sinn, wenn ich an Gottes Weisheit im Blick auf die heilsgeschichtliche Bedeutung der Feste Israels schaue und im Besonderen auf Sukkot. Gott hat in sieben Monaten des jüdischen Kalenders dem Volk Israel sieben Feste gegeben. Davon sind die drei Wallfahrtsfeste die wichtigsten. Das letzte Wallfahrtsfeste und zugleich das siebte Fest ist das Fest der „Laubhüttenfest“. Es dient der Erinnerung an die Befreiung des Volkes aus Ägypten und die erste Behausung in Freiheit.

Es wird im siebten Monat gefeiert und dauert sieben Tage. Von allen Festen ist es das „internationalste“, denn an diesem Fest werden auch die Fremden eingeladen.

Prophetisch weist uns Sacharja darauf hin, dass gerade dieses Fest auch in der neuen Herrlichkeit, von allen Menschen begangen wird (Sach. 14,16).

Sogar in der Offenbarung findet sich ein Hinweis auf die Praxis von Sukkot. In Offenbarung 7,9 ist zu lesen, dass aus allen Völkern und Nationen Menschen vor dem Thron Gottes versammelt sind. Angetan mit weissen Kleidern und Palmwedeln in den Händen loben sie Gott.

Der Palmwedel ist heute eines der wichtigsten Gegenstände, der auf dem Weg zum Gebet feierlich getragen wird. Nur an Sukkot ist wiederum in der Zeit Jesu in feierlicher Prozession der Weg zum Siloahteich außerhalb der Stadtmauern beschritten worden, um Wasser für den Tempelopferdienst zu holen. Dahin ertönte das Wort Jesu: „Wenn jemand dürstet, der komme ... Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen“ (Joh. 7, 37-38).

Wer seinen geistlichen Durst im Messais gestillt hat, darf sich schon jetzt auf die kommende Herrschaft des Messais freuen. Das zukünftige Sukkot wird das Fest der größten Anbetung Gottes unter allen Völker sein (Sach. 14,16).

 

Matthäus 8,5-13; Offenbarung 7,9-17

Von Ueli Stettler

Seit Mittwochabend feiern die Juden das Laubhütten- und Erntedankfest. In 3. Mose 23 ordnet Gott an, dass das Volk Israel vom 15.-21. Tischri in Laubhütten wohnen soll. Die Laubhütten erinnern an Gottes Versorgung während der Wüstenwanderung. Es ist das letzte der sieben Feste des Herrn (3. Mo. 23).

Nach Sacharja 14 werden auch die Nichtjuden an diesem Fest teilnehmen. Es heißt sogar, dass es über dem Volk, das sich weigert, dort gemeinsam mit dem jüdischen Volk das Laubhüttenfest zu feiern, nicht mehr regnen soll (Sach. 14,16-19).

Es kommt der Tag, an dem sich Gottes Welt- und Heilsplan wunderbar vollenden wird. Die jüdisch-biblischen Herbstfeste weisen auf diese Erfüllung hin. Wie groß wird der Siegesjubel der Erlösten sein: „Heil sei dem, der auf dem Thron sitzt und dem Lamm“ (Offb. 7,10).

Unzählige Menschen aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen, die mit Jesus lebten, werden am Ziel der Weltgeschichte den großen Sieger anbeten. Es sind die, die sich „gewaschen haben im Blut des Lammes“ (Offb.7, 14). Es sind Menschen wie der nichtjüdische Hauptmann von Kapernaum, der wusste, dass er auf die vergebende Gnade Gottes angewiesen ist (Mt. 8,8). Schon hier wird deutlich, dass das Reich Gottes über Israel hinausgeht. Gerade der heidnische Ausländer realisiert, wer Jesus ist. Gehören wir auch dazu?

 

 

Samstag, 15. Oktober 2016

Ha’asinu – Höret!

5. Mose 32,1-52; 2. Samuel 22,1-32

Von Catherine Meerwein

Gott gibt Mose kurz vor seinem Tod den Auftrag, dem Volk eine klare Botschaft weiterzugeben (5. Mo. 31,19). Darin wird dem Volk die Güte und Treue Gottes vor Augen gemalt, dass Gott sein Volk behütet wie seinen Augapfel (5. Mo. 32,10). Gleichzeitig macht Gott aber auch seinen Zorn darüber deutlich, dass sein Volk anderen Göttern hinterher läuft. Er kündigt an, dass er sein Volk durch ein gottloses Volk reizen werde (V. 21).

Einige Jahrhunderte später und um einige Erfahrungen reicher bezeugt König David in seinem Danklied wiederum Gottes Treue und fragt rhetorisch: „Wer ist Gott, wenn nicht der Herr? Und wer ist ein Fels, wenn nicht unser Gott?“ (2. Sam. 22,32). Doch trotz aller guten Erfahrungen mit Gott wird das Volk wieder auf andere Götter setzen.

Stehen nicht auch wir heute in der Gefahr, allen Erfahrungen mit Gott zum Trotz unsere Sicherheit immer wieder in anderem als unserem Fels zu suchen?

 

Apostelgeschichte 15,1-21; 1. Petrus 2,1-10

Von Hanspeter Obrist

Am Apostelkonzil in Jerusalem wurde die Frage diskutiert, ob Nichtjuden Juden werden müssen, damit sie Teil der Gemeinde Jesu sein können. Petrus stellte fest, dass das Gesetz uns vor Gott nicht rechtfertigen kann, sondern nur das Opfer Jesu (Apg. 15,11). Doch in Bezug auf unsere Heiligung ist das Gesetz für uns eine Richtschnur. Heiligung meint, dass wir unser Leben vom Heiligen Geist verändern lassen und die Sünde meiden. Dabei geht es um ein neues Herz und ein erneuertes Denken, nicht um eine bestimmte Form. Das Apostelkonzil entschied, dass der Glaube an Jesus auch in einem nichtjüdischen Umfeld mit neuen Formen gelebt werden kann. Man soll aber nicht mehr den Götzen dienen, Unzucht unterlassen und keine verendeten Tiere oder Blut essen. Durch diesen Entscheid wurde es möglich, den Glauben an Jesus in einer jüdischen oder nichtjüdischen Tradition zu leben. So können wir auch heute moderne und traditionelle Formen pflegen. Wichtig dabei ist, dass wir uns gegenseitig lieben und achten.

Petrus sagt uns, dass wir ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk sind, um die Taten dessen zu verkündigen, der uns aus der Finsternis in Licht gerettet hat. „Herr, lass uns im Geiste eins sein, damit unsere Mitmenschen dich erkennen.“

 

 

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Jom Kippur

Vormittags: 3. Mose 16,1-34; 4. Mose 29,7-11; Jesaja 57,14 – 58,14;

Nachmittags: 3. Mose 18,1-30; Jona 1,1 – 4,11; Micha 7,18-20

Am großen Versöhnungstag, dem Jom Kippur, enden die zehn Bußtage, die an Rosch HaSchana begonnen hatten. Dieser Feiertag bezieht sich nicht auf historische Ereignisse oder Gegebenheiten wie Saat und Ernte, sondern allein auf das Verhältnis des Menschen zu seinem Schöpfer, vor dem er sein Leben zu verantworten hat. Nachdem es während der zehn Bußtage um die Sünden anderen Menschen gegenüber ging, stehen an Jom Kippur die Sünden Gott gegenüber im Mittelpunkt. Jom Kippur ist der strengste Fastentag im jüdischen Jahr.

Zur Zeit des Tempels wurde ein Ziegenbock für die unerkannten Sünden des ganzen Volkes geopfert (3. Mo. 16; Hebr. 9,7). An Stelle der täglichen drei Opfer trat nach der Zerstörung des Tempels der dreimalige Gebetsdienst. Der Jom Kippur endet mit der Vergebungshoffnung, aber nicht mit Vergebungsgewissheit.

Mit dem stellvertretenden Opfertod Jesu wurde der Tempel-Opferdienst erfüllt. Messianische Juden beten an Jom Kippur in besonderer Weise um die Errettung des jüdischen Volkes. Wenn auch jetzt schon viele einzelne Juden zum Glauben an den Messias finden, so wird die Versöhnungstat Jesu erst bei seiner Wiederkunft von ganz Israel anerkannt werden (Sach. 12,10; Röm. 11,25-26; Offb.1,7).

 

2. Korinther 5,10-21 / Nachmittags: Lukas 11,29-32; 1. Joh. 3,16-24

Von Jurek Schulz

Jona wurde nach Lukas 11,30 zu einem „Zeichen Gottes“ für die Bewohner von Ninive, so dass sie umkehrten und sich zu Gott wendeten. Der Inhalt seiner Predigt war denkbar kurz: „Es sind noch vierzig Tage, so wird Ninive untergehen“. Die Bewohner dieser extrem gegen Gott handelnden Stadt kehrten um und taten Buße. Sie bekehrten sich zu Gott und erlangten Vergebung (Jona 3,4-10). Jesus verspricht nur das „Zeichen Jonas“ (Lk 11,29). Obwohl Jesus mehr war als Jona, wollten die Menschen nicht Buße tun.

An Jom Kippur wurde durch den Hohepriester im Tempel Blut eines Opfertieres zur Versöhnung mit Gott in das Allerheiligste gebracht. Es wurde auf die Bundeslade gesprengt. In der Bundeslade waren die 10 Gebote. Dadurch wurde die Schuld von Israel bedeckt. Jesus hat sein Leben aus Liebe für uns hingegeben (2. Kor. 5,18-21). Damit ist unsere Schuld bedeckt und wir haben die Freimütigkeit, vor Gott zu treten (1. Joh. 3,21). So ruft uns der Apostel Johannes zu: „Das ist sein Gebot, dass wir der Person und Macht seines Sohnes, Jeschua, des Messias, vertrauen und einander lieben, wie er uns geboten hat“ (jüd. Übersetzung, 1. Joh. 3, 23).

Gebet: Danke, dass du für uns das Zeichen Gottes zur Rettung für Zeit und Ewigkeit bist!

 

 

Samstag, 8. Oktober 2016

Wajelech – Er ging

5. Mose 31,1-30; Hosea 14,2-10; Joel 2,15-17

Von Jurek Schulz

Die zehn Tage zwischen Rosch HaSchana und Jom Kippur sind der Buße und Umkehr gewidmet. Viele Juden ringen in dieser Zeit darum, dass Gott ihre Sünden ihm gegenüber vergibt und sie wieder für ein Jahr im Buch des Lebens eingeschrieben sind. In dieser Woche werden am Schabbat zusätzliche Stellen mit dem Aufruf zur Umkehr gelesen.

In Hosea 14,10 sagt der Prophet: „Die Wege des Herrn sind richtig“, d.h. Nöte sind durchaus Erziehungsmittel Gottes, doch das Kindschaftsverhältnis wird dadurch nicht aufgelöst.

In Joel 2,17 wird es sogar so ausgedrückt, dass Gott um des Zeugnisses für die Völker willen treu zu seinem Volk steht.

Prophetisch weist Jesaja 56,8 in die Zukunft und damit bis in unsere Zeit. Die Zahl derer, die der Herr zum Volk hinzutut, ist größer, als das Volk Israel, weil auch die „Fremden“ zum Volk Israel versammelt werden, um ihn gemeinsam anzubeten.

Dies wird schon heute in der messianischen Bewegung sichtbar: Juden und Nichtjuden beten gemeinsam als das Volk Gottes den Herrn an.

Sie als Leser sind gerufen, als Glied des Volkes Gottes mitzuhelfen, seinen Ruhm zu verkünden.

 

Matthäus 10,5-15; Römer 10,13-18

Von Catherine Meerwein

Jesus schickte seine Jünger zuerst zu den verlorenen Schafen Israels (Mt. 10,6) und später in alle Welt (Apg. 1,8). So ist es auch heute noch unsere Aufgabe, unter Juden und Nichtjuden die Gute Nachricht vom jüdischen Messias zu verbreiten, damit alle Menschen zu ihm umkehren können. Den die Frage von Paulus gilt heute noch: „Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nichts gehört haben?“ (Röm. 10,14).

 

 

Montag, 3. Oktober 2016

Rosch HaSchana

1. Mose 21,1-34; 4. Mose 29,1-6; 1. Samuel 1,1 – 2,10

Von Catherine Meerwein

Rosch HaSchana, das Fest der Posaunen, wurde in 4. Mose 29,1-6 von Gott angeordnet. Es bildet den Auftakt zu den jüdischen Herbstfesten (Jom Kippur, Laubhüttenfest) und zugleich den Beginn des neuen Jahres. Die Menschen sollen eine „heilige Versammlung“ abhalten, mit der eine zehntägige Bußzeit anfängt, die an Jom Kippur, dem Versöhnungstag, endet. In dieser Zeit soll man die Beziehungen zu den Mitmenschen in Ordnung bringen.

Auch die Geschichten von Isaak, Ismael und Samuel beginnen mit einer Zeit der Einkehr und Klärung. Abraham stellte zwischen seinen Söhnen einen wachsenden Konflikt fest. Er suchte Gottes Willen, wie er das Problem lösen sollte. Gottes Antwort passte ihm zwar nicht, aber er gehorchte. Er verstand, dass seine beiden Söhne von Gott eine unterschiedliche Verheißung haben (1. Mo. 21,9-12).

Hanna wurde mit Samuel schwanger, nachdem sie ihren Kummer über ihre Kinderlosigkeit Gott geklagt hatte. Und auch nach der Geburt von Samuel wandte sie sich wieder an Gott, diesmal mit ihrem Lobgesang.

Es braucht im Leben immer wieder Zeiten der Ruhe, in denen wir unsere Fragen vor Gott bringen, damit er die Richtung im Leben zeigen kann. Vielleicht ist jetzt eine solche Zeit der Neuausrichtung und des Neuanfangs?

 

 

Samstag, 1. Oktober 2016

Nitzawim – Ihr steht

5. Mose 29,9 – 30,20; Jesaja 61,10 – 63,9 / 5. Mose 31,1-30; Hosea 14,2-10; Joel 2,15-17

Von Jurek Schulz

Wir lesen heute davon, dass Mose kurz vor seinem Tod das Volk Israel als Ganzes in die kollektive Verantwortung gegenüber Gott stellte. Das hebt die Verantwortung des Einzelnen, in Ehrfurcht vor Gott zu leben, nicht auf. Wesentlich ist, dass die aus Ägypten Erretteten hier zum ersten Mal als Volk und Nation auf die Selbstbestimmung ihrer Zukunft für die Zeit nach Mose eingestimmt werden.

Trotz der Nöte, die über das Volk kamen, weil es Gottes Willen ablehnte, sagte Gott in Jesaja 63,4 doch: „Ich will die Meinen erlösen.“ Er bezeichnet es als sein Volk, das er liebt und erlösen will (Jes. 63,8-9).

 

Apostelgeschichte 8,9-25; Römer 11,1-33 / Matthäus 10,5-15; Römer 10,13-18

Von Catherine Meerwein

Wie Gottes Volk im Alten Testament vor die Wahl gestellt wurde, zwischen Leben und Tod, Gehorsam und Ungehorsam zu entscheiden (5. Mo. 30,15), so musste sich auch Simon, der Zauberer, entscheiden. Er musste lernen, dass der Glaube an Jesus mehr ist als das Staunen über großartige Zeichen und Wunder, und dass er über den Heiligen Geist nicht Macht ausüben kann. Petrus forderte ihn in dieser Situation mit klaren Worten zur Umkehr auf (Apg. 8,22). Gleichzeitig wird hier deutlich, wie wichtig die Verkündigung von Gottes Wort ist. Simon war ein Baby im Glauben, er wusste es noch nicht besser und musste erst gelehrt werden.

 

 

Samstag, 24. September 2016

Ki Tawo – Wenn du kommst

5. Mose 26,1 – 29,8; Jesaja 60,1-22

Von Hanspeter Obrist

Es ist eine besondere Sache, dass Gott von uns nicht das Beste, sondern das Erste möchte. Gott gebot Israel, dass ihm die Erstlingsfrucht gegeben werden soll. In unserem Leben sollte der Dank gegenüber Gott an erster Stelle stehen. Eine oft vergessene Aufforderung Gottes. Warum nicht die ersten Früchte aus unserem Garten jemand anderem schenken? Im neuen Land soll das Volk neu auf die Gebote Gottes verpflichtet werden (5. Mo. 27). Es soll ihm auch neu vor Augen gemalt werden, welcher Segen oder Schaden erfolgt, wenn sich das Volk an Gottes Anweisungen hält oder eben nicht hält (5. Mo. 28). Das Volk hat gerade erlebt, wie groß Gott an ihm gehandelt hat (5. Mo. 29).

In Jesaja wird uns die große Herrlichkeit Jerusalems aufgezeigt. Wir haben miterlebt, wie sich das angekündigte Gericht von 5. Mose 28 schmerzhaft an Israel erfüllt hat. Jesaja lässt uns aufhorchen und hoffen auch für die heutige Situation. In Jesaja 60,10 steht, dass Nichtjuden die Mauer bilden werden, und dass der Libanon in einer ganz neuen Beziehung zu Jerusalem stehen wird. Erfüllt sich heute diese Prophetie? Sind die internationalen Truppen rund um Israel diese Mauer? Auf jeden Fall spricht der Text von einer freundschaftlichen Beziehung zwischen dem Libanon und Jerusalem. Wann und wie das geschehen wird, weiß nur er. Doch wir dürfen wissen, Gott hat gute Gedanken über alle Völker im Nahen Osten.

 

Lukas 21,1-4; 1. Johannes 1,1 – 2,16

Von Jurek Schulz

In der neuen Freiheit angelangt, bekommt Israel eine heilige Verpflichtung: Die Bundesschlüsse Gottes in ihren Gesetzen und Lehren zu beachten und für immer in allen Generationen zu respektieren. Aus der Beachtung oder Nichtbeachtung resultiert der Segen oder der Fluch Gottes (5. Mo. 26,16-19; 27,10; 28,2.45).

Die Freiheit von Sünde und Schuld durch Vergebung und Gnade verlangt von uns ebenso die Respektierung der Ordnungen Gottes (1. Joh. 1,6-10; 2,4-9). Das entscheidende Kennzeichen innerhalb der Gemeinschaft der Messiasgläubigen ist die opferbereite Liebe aus dem Herzen zu Gott und zum Nächsten. Hier ist die arme Witwe für mich ein Vorbild: Ihre Liebe zu Gott war so groß, dass sie trotz ihrer Armut das Wenige, was sie zum Leben hatte, Gott opferte (Lk. 21,1-4). Damit vertraute sie ganz dem Herrn. Menschlich gesehen fast unmöglich, denn was sollte sie nun essen? Hatte sie etwa Psalm 146,9 im Herzen, wo Gott sagt, dass er die Witwen und Waisen versorgt? Durch die Witwe wird deutlich: Die irdischen Lebenssorgen dürfen uns nicht gefangen nehmen (Lk. 21,34; 1. Petr. 5,7).

Durch den Messias sind wir Bürger zweier Welten geworden, der irdischen und der himmlischen. Das letztgültige Ziel des Gläubigen ist das ewige Leben beim Vater im Himmel. Nicht die Selbstverwirklichung, sondern die göttliche Wesensdarstellung durch unser Leben und Handeln ist Kennzeichen der Gläubigen (1. Joh. 1,1-4).

Vater im Himmel, vergib uns, dass wir deine Prioritäten im Leben zu wenig umsetzen.

 

 

Samstag, 17. September 2016

Ki Teze – Wenn du ziehst

5. Mose 21,10 – 25,19; Jesaja 54,1-10

Von Ueli Stettler

In diesem Textabschnitt begegnet uns Gottes Liebe und seine Barmherzigkeit für Menschen und Tiere.

Unter seinem besonderen Schutz und seiner Fürsorge stehen Ehen, Familien, Minderheiten, Arbeiter, Fremde, Witwen und Waisen. In Gottes Augen ist jedes einzelne menschliche Leben wertvoll.

In unserer Zeit des moralischen Zerfalls tun wir gut daran, diese guten Weisungen Gottes wieder einmal zu lesen und zu beherzigen, z.B. wie Gott denkt über voreheliche sexuelle Beziehungen (5. Mo. 22,20.21), Ehebruch (5. Mo. 22,20) und Ehrlichkeit im Geschäftsleben (5. Mo. 25,13ff.).

Auch möchte er, dass wir keinen Vorteil aus der Bedürftigkeit und Abhängigkeit anderer ziehen. Jeder soll seinen Lohn empfangen, und kein Schwacher darf unterdrückt werden (5. Mo. 24,10-15).

Selbst um die Tiere kümmert sich Gott. „Herr, du hilfst Menschen und Tier“ (Ps. 36,7). Er schließt sie in seine Liebe und Fürsorge mit ein (5. Mo. 22,4.6-7). Hier sollte man jedoch beachten, dass der Mensch von Gott zu seinem Ebenbild geschaffen wurde, und nicht das Tier. Wer ein Herz für Tiere hat, sollte dabei bedürftige Menschen nicht vergessen. Konkret: Patenschaft z.B. für hungernde Kinder übernehmen.

Das Ziel dieser Anordnungen ist die Heiligkeit des Volkes. Heiligkeit meint, ausgesondert für den Dienst Gottes. 5. Mose 23,15: „Denn der Herr, euer Gott, ist mitten unter euch in eurem Lager! Er beschützt euch und gibt euch den Sieg über eure Feinde. Deshalb muss euer Lager heilig sein. Wenn der Herr dort etwas sieht, was er verabscheut, wendet er sich von euch ab.“

 

Lukas 6,20-36; 1. Korinther 5,1-5

Von Hanspeter Obrist

In der Bergpredigt gibt Jesus sein Weltbild bekannt. Selig sind die, die mit neuen Augen sehen. Sogar Menschen, die gegen uns sind, sollen wir mit neuen Augen sehen. Die Begründung liegt darin, dass wir barmherzig sein sollen, wie auch der himmlische Vater barmherzig ist (Lk. 6,36). Johannes schreibt dies so (1. Joh. 4,10): „Darin steht die Liebe: nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden.“

Diese Haltung soll aber nicht dazu führen, dass man keine Normen mehr aufrecht erhält. So mahnt Paulus im Korintherbrief, dass man sich von unsittlichem Verhalten klar distanzieren soll. Vielmehr soll die Wahrheit und Reinheit sichtbar werden (1. Kor 5,8). Es ist immer eine Spannung, den Sünder zu lieben und die Sünde zu hassen. Die einzige Möglichkeit ist die, ihn in Liebe aus der Sünde heraus zu begleiten und zu helfen, ein neues Leben zu gestalten. Selig sind deshalb die, die erkennen, wie arm wir vor Gott sind (1. Kor 3,18), wer nach Gerechtigkeit hungert (Mt. 5,6), über die Not der Welt weint (Ps. 126,5-6) und sich allein auf Gottes Wort ausrichtet (Lk. 4,4).

„Himmlischer Vater, lass uns unser Umfeld mit deinen Augen sehen. Schenke uns deine Liebe und Barmherzigkeit. Wir nehmen deine Versöhnung in Jesus an. Bitte leite uns durch deinen Heiligen Geist.“

 

 

Samstag, 10. September 2016

Schoftim – Richter

5. Mose 16,18 – 21,9; Jesaja 51,12 – 52,12

Von Jurek Schulz

Die innere Administration und Verwaltung Israels soll von Instanzen geleitet werden, welche die Gerechtigkeit zum höchsten Prinzip erheben. Daher bedarf es nicht allein einer sozialen Gerechtigkeit, sondern vor allem auch einer juristischen Gerechtigkeit, vor der alle Menschen gleich sind (5. Mo. 16,18-19).

Doch nicht allein die Präsenz der Justiz, sondern die Respektierung der legislativen und der exekutiven Gewalt soll das nationale Leben Israels bestimmen. Daher sind die Richter und Magistrate, die Schöffen und Zeugen, die Priester und Propheten, ja selbst der König aufgefordert, in Ehrfurcht vor der Gerechtigkeit Gottes das Volk in barmherziger Weise zu organisieren und zu führen. Die Zukunft der Generationen ist von ihnen abhängig (5. Mo. 16,12). Selbst wenn es zu Kriegshandlungen kommt, muss die Barmherzigkeit für den Soldaten oberste Priorität haben, und ebenso das Angebot zum Frieden gegenüber dem Feind (5. Mo. 20,1-20).

Überall da, wo die Faktenlage für eine Anklage zu ungesichert ist, gilt es, kein Urteil zu sprechen, damit im Zweifelsfall niemand schuldlos verurteilt wird. Auf der anderen Seite muss jedoch konsequent gegen Gesetzesbrecher vorgegangen werden (5. Mo.19.1-21; 21,1-9).

Die Rabbiner haben als Erklärung für den Toraabschnitt in der Haftara den Jesajaabschnitt gewählt, um deutlich zu machen, dass es ein Trost ist, unter solch einem Gesetz zu leben, das voller Weisheit ist. Weil aber die Menschen in den kommenden Generationen das Gesetz beugten, verloren sie das Land. Doch Jesaja tröstet, indem er auf den künftigen König hinweist, der das Recht für immer aufrichten wird (Jes. 51,7.11.15.16; 52,1-12).

 

Markus 1,14-20; Römer 1,1-16

Von Ueli Stettler

Im Alten Testament hat Gott Richter berufen (5. Mo. 16,18). Sie wurden dem Volk Israel in größter Not gesandt, um sie vor ihren Feinden zu retten. Deshalb übersetzt Martin Luther das Wort „Richter“ mit „Heiland“. Es handelte sich um Menschen, die Gottes Recht und seine Herrschaft in seinem Volk aufzurichten hatten.

In Jesus Christus kam der Retter, der Heiland, zuerst für die Juden und dann für die Nichtjuden. Er kam aus der Welt Gottes in unsere Welt, um zu sagen, was sie hören sollten: „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Kehrt um und glaubt an das Evangelium“ (Mk. 1,15). Diesen Auftrag will Jesus nicht alleine ausführen. Er braucht dazu seine Jünger. In der Schule Jesu lernten sie, Menschen für Gott zu gewinnen. Entscheidend dabei sind nicht berufliche Qualifikationen oder Bildung – die ersten Jünger waren einfache Fischer –, sondern Gottes Berufung und die Bereitschaft loszulassen, z.B. Beruf und Familie, und Jesus bedingungslos nachzufolgen (Mk. 1,18.20).

Einer von diesen Jüngern war Paulus, der Knecht Jesu Christi, der zum Apostel berufen war (Röm. 1,1).

Im Römerbrief 1,16.17 brachte er das Thema des Briefes auf den Punkt: Man kann sich den Himmel nicht durch gute Leistungen verdienen. Das Heil, die Errettung, wird dem geschenkt, der im Glauben den Zusagen Gottes vertraut. Der Glaubende kann sich fest darauf verlassen, dass Jesus die Sünden und das Gericht in seinem Leben und Sterben überwunden hat. Welch eine Botschaft hat uns Gott anvertraut. Diese muss hinaus zu den Menschen.

Zum Nachdenken: Wem kannst du heute sagen, was dir Jesus bedeutet? Schäme dich nicht, Jesus steht dir bei und ist auf deiner Seite (vgl. Röm. 1,16)!

 

 

Samstag, 3. September 2016

Re’eh – Sieh!

5. Mose 11,26 – 16,17; Jesaja 54,11 – 55,12

Von Hanspeter Obrist

Der entscheidende Punkt für Gottes Segen in unserem Leben ist, ob wir seinen Anweisungen gehorchen oder gegen ihn rebellieren. In 5. Mose 12 sagt uns Gott, was ihn erfreut. In Vers 7, 12 und 18 heißt es ausdrücklich, dass „an Gott glauben“ eine freudige Sache ist. Doch sollen wir nach Kapitel 13 auch nicht lässig sein, sondern Rechenschaft geben. Der Glaube spiegelt sich auch in unserem Leben wieder (Kapitel 14-16). Gerade die Feste und die Feiertage sind ein Ausdruck unseres Vertrauens in Gott.

Leider wird in den Lesungen im Jesaja das Kapitel 53 ausgelassen. Dieses berichtet über den leidenden Gottesknecht, der in Jesus wörtlich erfüllt wurde. Wir beten, dass viele Juden diese Worte dennoch lesen und darin den Messias erkennen können. Jesaja 55,1 erfüllt sich mit den Worten Jesu in Johannes 7,37 („Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!“) und Vers 3 in Matthäus 11,28 („Kommt her zu mir alle …“). Den Zuhörern von Jesus war sofort klar, dass Jesus damit das neue Heilsangebot Gottes meinte.

„Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass du im Messias Jesus mit uns einen ewigen Bund schließt (Jes. 55,3) und wir auch aus den Nationen zu dir kommen können (Jes. 55,5).“

 

Matthäus 25,31-46; Offenbarung 13,1-18

Von Jurek Schulz

In Zeiten der Not Gott die Ehre zu geben, ist leichter gesagt als getan. Gerade in angst- und gefahrvollen Zeiten läuft Satan umher wie ein brüllender Löwe, um die „Heiligen“ zu verschlingen (1. Petr. 5,8).

Israel als das „geringste unter allen Völkern“ hatte das immer wieder erlebt. Dennoch ist die Kraft der Überwindung durch Gott selbst gegeben. Wodurch? Das Volk wurde aufgerufen, sich bewusst auf die Liebe Gottes zu konzentrieren. Das bedeutet, als „SEIN Eigentum SEINE Liebe“ nicht zu verleugnen (5. Mo. 7,6-9).

Die letzten großen Kriege auf der Erde werden religiös motiviert sein: Die Lästerung des biblischen Gottes, die Anbetung anderer als göttlich Verehrte. Die Verfolgung der wahren Gläubigen und eine brutale Hartherzigkeit, durch die den wahren Nachfolgern Gottes nicht einmal mehr ein Glas Wasser gegönnt wird. Sogar Zeichen und Wunder werden den satanischen Kräften autoritäre Bestätigung geben und viele verführen (Offb. 13,1.4-6.8.13; Mt. 25,35.42.44-45).

Doch was auch immer geschieht: Der Gott der Bibel ist die Hoffnung und das Ziel unseres Lebens. Der Herr Jesus kommt wieder und mit ihm die Engel Gottes. Dann richtet er den „Thron seines Heiligtums“ auf, wie der Tempel aufgerichtet wurde. Alle Völker und Nationen werden danach gerichtet, wie sie zu IHM und seinen Nachfolgern standen (Mt. 25,31-34, 45-46, Offb.13, 9.10). Bei aller Angst vor der Zukunft, es bleibt dabei: Herr Jesus, komme bald! Bis dahin sei deine Gnade weiter mit uns (Offb. 22,21, Jud. 24-25).

 

 

Samstag, 27. August 2016

Ekew – Sobald

5. Mose 7,12 – 11,25; Jesaja 49,14 – 51,3

Von Ueli Stettler

Gott liebt sein Volk. Das ist der Grund, warum er Israel erwählte (5. Mo. 7,7.8). Er möchte seinem Volk Gutes tun. Für bestimmte Segnungen, wie Fruchtbarkeit und Gesundheit, stellt er Bedingungen. Die Menschen sollen Gottes Ordnungen gehorchen.

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Gehorsam gegenüber Gottes Wort und irdischen Segnungen. Aus dem Gesamtzeugnis der Bibel darf aber nicht der Anspruch auf Reichtum und Gesundheit abgeleitet werden.

Was möchte Gott also für sein Volk damals und heute? Dass wir ihn fürchten und lieben (5. Mo. 10,12). Noch ein Drittes wird in diesem Vers genannt: „dienen“. Es geht also um nichts weniger als um die völlige Ausrichtung auf Gott. Was ist dazu nötig? Eine Beschneidung der Herzen (5. Mo. 10,16), d.h. der Heilige Geist muss in unserem innersten Wesen und Denken eine Operation vornehmen. Er muss unseren angeborenen und gepflegten Egoismus herausoperieren. Er tut dies aber nicht ohne unsere Zustimmung. Wir müssen es wollen. Wenn uns Gott wichtig geworden ist, kommt auch der Nächste in unser Blickfeld (5. Mo. 10,18.19).

 

Lukas 4,1-15; Hebräer 4,12-16

Von Catherine Meerwein

Die alttestamentlichen Stellen zeigen auf, welches Verhalten Gott von seinem Volk fordert. Diesen Forderungen unterstellt sich auch Jesus bei der Versuchung durch den Teufel in der Wüste. Allen in Lukas 4 genannten Verlockungen begegnet Jesus mit Zitaten aus der Tora. Dazu passt die bekannte Aussage im Hebräerbrief, dass Gottes Wort schärfer ist als ein zweischneidiges Schwert (Hebr. 4,12). Es deckt die Falschheit der Logik des Teufels auf. Zu bedenken ist aber auch, dass auch der Teufel Bibelverse benutzen kann (Lk. 4,10). Dies sollte uns eine Mahnung sein, wie gefährlich es ist, einen einzelnen Bibelvers aus dem Zusammenhang zu reißen und nach den eigenen Wünschen zu interpretieren. Denn schlussendlich ist Gottes Wort auch ein „Richter der Gedanken und Sinne des Herzens“ (Hebr. 4,12).

Die meisten Menschen werden zum Schluss kommen, dass sie gemäß dem Wort Gottes nicht bestehen können, weil sie es nicht erfüllen können. Wie gut, dass Gottes Geschichte mit den Menschen nicht hier endet, sondern eine Fortsetzung hat, die im Hebräerbrief gleich in den folgenden Versen geschildert wird. Jesus, der selbst die Versuchungen der Welt erlebt hat, aber ohne Sünde geblieben ist, ist unser Hohepriester, der uns Zugang zu Gott verschafft.

„Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben“ (Hebr. 4,16).

 

 

Samstag, 20. August 2016

Wa’etchanan – Und ich flehte

5. Mose 3,23 – 7,11; Jesaja 40,1-26

Von Hanspeter Obrist

Der heutige Abschnitt enthält zwei der wichtigsten Schriftabschnitte für das jüdische Volk. Es sind die Zehn Gebote (5. Mo. 5,6-21) und das jüdische Glaubensbekenntnis „Schma Israel“ (5. Mo. 6,4).

Die Zehn Gebote sind nicht nur für Israel zur Richtschnur geworden. Sie haben die Gesetze der ganzen westlichen Welt beeinflusst. Doch immer mehr wird diese Norm hinterfragt. Viele kennen diese Gebote nicht einmal mehr. Vielleicht wäre gerade der heutige Tag ein Anstoß, alle dieser Gebote wieder einmal auswendig zu lernen. Das 10. Gebot, dass wir nicht etwas von unserem Nächsten begehren sollen, fordert uns alle heraus. Wie schnell sind wir doch eifersüchtig auf das, was andere haben. Hier hilft uns, wenn wir nicht auf das halb leere Glas schauen, sondern auf das, was uns gegeben wurde. Wir wollen Gott ganz neu danken für alles, was er in unserem Leben geschenkt hat.

Zum Glaubensbekenntnis gibt es auf unserer Homepage einen Artikel.

In Jesaja 40 werden wir aufgefordert, sein Volk zu trösten. Der Trost ist, wenn sie in den Armen ihres guten Hirten (Gott) Ruhe finden (Jesaja 40,11).

„Lieber himmlischer Vater, wir danken dir für alles Gute und alle Möglichkeiten, die du in unser Leben gegeben hast. Danke, dass wir durch deinen Sohn Jesus Christus und den Heiligen Geist mit dir Gemeinschaft haben. Du sorgst dich um uns, wie ein guter Hirte um seine Schafe. In deinen Armen finden wir Ruhe. Dafür danken wir dir. Amen.“

 

Lukas 10,25-37; Römer 13,8-14

Von Catherine Meerwein

Der Toratext enthält die Zehn Gebote (5. Mo. 5,6-21) und das jüdische Glaubensbekenntnis „Schma Israel“ (5. Mo. 6,4ff.), zwei der wichtigsten Stellen für das jüdische Volk. Um diese Abschnitte geht es auch in der Diskussion zwischen Jesus und einem Schriftgelehrten (Lk. 10,25-37). Wer das Gesetz hält, wird leben. Das Gesetz aber wird erfüllt in der Liebe zu Gott und den Mitmenschen (Röm. 13,10). In der Theorie klingt das einleuchtend und logisch. Doch was heißt das konkret im Alltag? Das zeigt Jesus mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter auf. Letztlich geht es darum, seinem Mitmenschen in Liebe zu dienen, ohne primär an die Gefahren oder Kosten für sich selbst zu denken.

Auch heute noch ist der Egoismus wahrscheinlich das größte Hindernis, die Nächstenliebe in die Tat umzusetzen. Aus eigener Kraft ist das auch nicht möglich, sonst könnten wir ja aus eigener Anstrengung das Gesetz erfüllen und uns selbst retten. Es braucht unseren klaren Willen, dem Nächsten mit Liebe begegnen zu wollen, und das Vertrauen, dass Gott uns durch seinen Geist dabei hilft (Röm. 13,13-14).

 

 

Samstag, 13. August 2016

Dewarim – Reden

5. Mose 1,1 – 3,22; Jesaja 1,1-27

Von Hanspeter Obrist

Mose fing an, die Gesetze auszulegen (5. Mo. 1,5), indem er dem Volk die ganze Geschichte vor Augen malte. Wenn wir solche Lebensberichte lesen, können wir nur immer wieder über die Güte Gottes staunen. Auch uns tut es gut, wenn wir unser eigenes Erleben mit Gott jemandem weitererzählen oder anderen zuhören. Uns wird dann wieder bewusst, wie viel wir eigentlich mit Gott erleben.

In Jesaja 1 beklagt sich Gott, dass sein Volk ihn vergessen hat – trotz aller Warnungen. Doch in seiner Gnade hat er einen kleinen Rest übrig gelassen. Was Gott sich wünscht, ist, dass Israel sich reinigt, Gutes tut und nach dem Recht fragt. Die Menschen sollen die Unterdrücker zurechtweisen und den Rechtsstreit für die Unterdrückten führen. Auch wenn die Sünden rot wie Karmesin sind, sollen sie weiß wie Schnee werden (Jes. 1,18). Wer sich aber weigert, soll vom Schwert gefressen werden (Jes. 1,19). Die große Verheißung ist (Jes. 1,27): „Zion wird erlöst werden durch Recht und die, die in ihm umkehren, durch Gerechtigkeit.“

Ich möchte uns alle ermutigen, dass wir einander auffordern, unsere Erlebnisse mit Gott zu erzählen. Es wird uns alle stärken. „Danke, himmlischer Vater, dass wir deine Güte in unserem Leben erfahren haben. Amen.“

 

Lukas 16,19-31; Epheser 6,10-18

Von Jurek Schulz

Unermesslicher Reichtum und bitterste Armut sind grauenhafte Realitäten unserer Welt. In den Tagen Jesu war das nicht anders. Ein Reicher lebte im absoluten Luxus, während der kranke Lazarus in grauenhafter Armut verhungerte und starb (Lk. 16,19-20).

Der reiche Mann wird nicht wegen seines Reichtums für mich zur Mahnung, sondern wegen seines Egoismus. Die Verantwortung für den Nächsten war ihm gleichgültig.

Halten wir fest: Reichtum ist eine Gabe Gottes (1. Chr. 29,12.28). Doch nur gepaart mit einer Genügsamkeit wie sie in 1. Timotheus 6,6 und in Hebräer 13,5 angesprochen wird, umfasst sie auch die Bereitschaft zum Geben und Opfern. Die Genügsamkeit ist der Raum, wo die Beherrschung von Besitz und Reichtum eines Menschen zum Segen für den Notleidenden wird.

Ansonsten wird der Besitzende maßlos egoistisch und hat keinen Blick für die Belange des Nächsten – und schon gar nicht für die Anliegen des Reiches Gottes (Lk. 10,30-37; Eph. 4,28 u.v.m.).

Nüchtern stellt der Herr fest, dass es auf der Erde immer Armut geben wird (Mt. 26,11; Mk. 14,7). Der Auftrag zum Zeugnis und zur Diakonie an den Armen ist eine Ordnung zum Segen (2. Kor. 8-10).

Paulus sagte: Ich kann beides, Überfluss haben und Mangel leiden (Phil. 4,12). Gerade diese innere Haltung macht ihn zum Vorbild. Unsere irdische Existenz, wie sie auch verläuft, ist dem Dienst Gottes verpflichtet (Röm. 12,1-2). Ringen wir um eine angemessene innere Haltung. Der Weg dahin wird uns in Epheser 6,10-18 dargelegt. Am Ende hatte Lazarus das Paradies und Israel das verheißene Land erreicht. Darauf kommt es an.

 

 

Samstag, 6. August 2016

Massei – Wanderungen

4. Mose 33,1 – 36,13; Jeremia 2,4-28; 3,4

Von Hanspeter Obrist

Mit den drei Zufluchtsstätten außerhalb des verheißenen Kanaan bestätigt Gott den Entscheid der Stämme Gad und Ruben, nicht in das verheißene Land einzuziehen (4. Mo. 35,14). Gott geht auf uns Menschen ein und baut trotz und mit uns sein Reich.

Gott ruft durch Jeremia das Volk auf, zur Quelle mit lebendigem Wasser zurückzukehren. Wenn es uns gut geht, dann stehen wir in der Gefahr, uns von Gott abzuwenden. Doch wenn wir die Folgen zu ertragen haben, machen wir oft Gott verantwortlich (Jer. 2,27).

 

Apostelgeschichte 7,37-43; Jakobus 4,1-12

Von Hanspeter Obrist

Israel wollte sich in der Wüste ein Bildnis von Gott schaffen. Die Menschen wandten sich in ihren Herzen zurück nach Ägypten (Apg. 7,39). Gott konnte diesem Verhalten nicht zustimmen (Apg. 7,42). Jakobus sagt uns, dass Gott möchte, dass sich sein Geist in uns entfalten kann (Jak. 4,5). Dieser wird jedoch gehindert, wenn wir unsere Wünsche an die erste Stelle setzen (Jak. 4,3). „Vater im Himmel, hilf uns, deinen Willen an die erste Stelle zu setzen und uns auszustrecken nach deinem Reich.“

 

 

Samstag, 30. Juli 2016

Mattot – Stämme

4. Mose 30,2 – 32,42; Jeremia 1,1 – 2,3

Von Hanspeter Obrist

Gott nimmt uns beim Wort. Wir sollen es nicht brechen (4. Mo. 30,3). Schweigen wird als eine stille Zustimmung verstanden (4. Mo. 30,15). Zugleich kommt zum Ausdruck, dass die Männer für die Frauen und Töchter eine besondere Verantwortung tragen. Erstaunlicherweise wird auf den Wunsch der Stämme Gad und Ruben, nicht in das verheißene Land einzuziehen, eingegangen.

Gott liegt es am Herzen, das jüdische Volk in die erste Gemeinschaft zurückzurufen (Jer. 2,2), deshalb beruft er Jeremia als seinen Propheten (Jer. 1,5).

 

Matthäus 5,33-37; Philipper 3,7-21

Von Hanspeter Obrist

Jesus betont, dass unsere Worte auch ohne irgendwelche Schwüre gelten sollen (Mt. 5,37). Unser Wort soll verlässlich sein.

Israel wurde in die erste Gemeinschaft zurückgerufen. Paulus weist darauf hin, dass unser Bürgerrecht im Himmel ist (Phil. 3,20) und wir deshalb unser irdisches Leben aus dieser Perspektive betrachten sollen. Wir sollen uns ausstrecken zu dem, was vor uns liegt (Phil. 4,14).

 

 

Samstag, 23. Juli 2016

Pinchas - Pinhas

4. Mose 25,10 – 30,1; Jeremia 1,1 – 2,3; 1. Könige 18,46 – 19,21

Von Ueli Stettler

Nach 40 Jahren Wüstenwanderung stand das Volk an der Schwelle zum verheißenen Land. Mit dem Ziel vor Augen, ließ sich das Volk von den Moabitern zu ihren heidnischen Opferfesten einladen. Damit wurden sie zu sexueller Unzucht verführt. So hingen sie automatisch dem moabitschen Gott Baal-Peor an. Ein Israelit wurde von Pinhas, dem Enkel Aarons, gesehen wie er mit einer moabitschen Frau im Zelt verschwand. Pinhas durchbohrte beide mit einem Speer. Er war entsetzt über die Unmoral und den Götzendienst. So wurde er zu einem Eiferer für die Ehre Gottes (4.Mose 25,11). Durch seine Tat wurde der Zorn Gottes vom Volk abgewendet. Zwischen einem guten Glaubenseifer und bösem Fanatismus liegt oft eine hauchdünne Grenze. Herr schenke uns deine Weisheit.

 

Johannes 2,13-25; Galater 1,13-21

Von Ueli Stettler

Saulus als strenggläubiger Jude übertraf in seinem Fanatismus alle seine Glaubensgenossen. Überall verfolgte er unbarmherzig die christliche Gemeinde und wollte sie zerstören (Galater 1,13.14). Fanatismus macht blind. Der Unterschied zwischen echtem und falschem Eifer zeigt uns Jesus bei der Tempelreinigung (Johannes 2,13-25). Auch er wurde zu einem Eiferer für Gott, indem er gegen die Entweihung des Tempels und der praktizierenden Ungerechtigkeit eintritt. Er handelt aber nicht aus einem Affekt heraus. Vielmehr greift er an, dass Gottesdienst und Geschäft miteinander vermischt werden. Er setzt sich mit Eifer für das Haus des Vaters ein. Gott soll dort geehrt und gedient werden.

Persönlich zum Nachdenken: Geht es mir in meinem Eifer allein um Gottes Sache oder spielen persönliche Motive eine Rolle? Sind in meinem Herzen auch eine „Tempelreinigung“ und eine Klärung meiner Motive nötig? Lass ich es zu, dass Jesus mein Leben reinigen kann?

 

 

Samstag, 16. Juli 2016

Balak - Balak

4. Mose 22,2 – 25,9; Micha 5,6 – 6,8

Von Jurek Schulz

Die nichtjüdischen Menschen waren nach der Befreiung Israels aus Ägypten tief erschreckt (Jos. 2,9-10). Während der 40-jährigen Wanderschaft in der Wüste war der Vernichtungswillen feindlicher Völker immer wieder der Begleiteter Israels (4.Mo.21, 1.23.33 u.v.m.). Auch Balak, der König Moabs will in seinem Hass das Volk der Juden verfluchen. Dazu beauftragt er Bileam (4.Mos.22, 6). Bileam selbst kennt den wahren Gott Israels persönlich und erkennt gleichzeitig: Israel ist ein von Gott gesegnetes Volk (V.9-20). Dennoch will Bileam versuchen Balaks Willen, die Verfluchung Israels zu erfüllen. Zu diesem Zweck begibt er sich mit den Regierungsleuten Moabs auf die Reise. Er selbst reitet auf einer Eselin. Nach dem übernatürlichen Eingreifen Gottes hat Bileam Ärger mit der Eselin die nicht mehr weitergehen will. Bileam ruft daraufhin nach einem Schwert, das er nicht besitzt, um das Tier zu töten (4.Mo.22, 29). In ironischer Weise macht die Schrift eines deutlich: Bileam hat weder Macht über einen Esel noch über ein Volk. Vor Menschen kann jemand groß erscheinen, doch was sind wir in Wirklichkeit vor Gottes Augen? Bileam und Balak zogen aus um Israel zu verfluchen und wurden zu Narren.

Im Weiteren bewahrheitet sich, was der Prophet Micha sagte: „Man hat Dir mitgeteilt, was gut ist und Gott von dir fordert: Recht üben, Güte lieben und bescheiden zu gehen mit deinem Gott“ (Mi 6,8).

Gott schützte Israel immer wenn es in seinen Wegen blieb. Doch durch unmoralisches Handeln brachte sich Israel selbst in Not und Unglück (4.Mo. 25,1-3). So lasst uns darum ringen, selbst unter seinem Segen zu stehen, um in seinem Segen wirken zu können!

 

Apostelgeschichte  4,1-22; Offenbarung 2,12-1

Von Jurek Schulz

Die Person und die Botschaft Jesu haben zu allen Zeiten für Empörung gesorgt (Apg. 4,1-2). Immer wieder gab es in der Menschheitsgeschichte Maßnahmen, die Verkündigung des Namens Jesu nicht nur zu verhindern, sondern zu verbieten (Apg. 4,17-18). Damals wie heute können immer noch faszinierende Wunder im Namen Jesu geschehen (Apg. 4,9-10). Die Tatsache der Auferstehung des Messias aus den Toten ist die Ursache seiner heute noch wirkenden Kraft (Apg. 4,10-12). Dieses Zeugnis wird immer wieder durch übernatürliche Wunder begleitet (Mk.16, 20; 1.Kor.1,6-7; Hebr. 2,3-4 u.v.m). Zu allen Zeiten sind Menschen durch Jesus erneuert worden. Genau das ist im Kern das Resultat seiner Auferstehung aus den Toten zum Zeugnis vieler (Gal.5,19-22; Eph.1,15-2,10). Immer wieder tauchen Balakfiguren auf der Erde auf, die mehr den Fluch und das Unglück anderer im Auge haben (4.Mo. 22,6,17 u.v.m.), als dass sie zum Segen werden wollen. Lasst uns zum Segen werden als seine Botschafter (2.Kor.5,20). Interessant ist, dass Petrus den messianischen Psalm 118 prophetisch auf Jesus deutet. Dieser wird im Vers 22 als Stein, der verworfen wurde, bezeichnet (Apg. 4,11). Anschließend macht er deutlich: Es ist in keinem anderen das Heil. Es ist auch in keinem anderen Namen Rettung von Sünde und ewiges Leben gegeben als allein in dem Namen Jesu (Apg, 4,12). Daher helfen Sie uns mit und lassen Sie uns gemeinsam den Namen Jesu in dieser Welt groß machen!

 

 

Samstag, 9. Juli 2016

Chukkat – Satzung

4. Mose 19,1 – 22,1; Richter 11,1-34

Von Ueli Stettler

In jedem Kapitel der Toralesung finden wir einen Hinweis auf den Messias.

1. Die rote Kuh (4. Mo. 19,1-10)

Mit der Asche dieser jungen, fehlerlosen Kuh wurde das Reinigungswasser zubereitet, das die Israeliten vor Unreinheiten befreite. Die Verbindung zwischen dem Opfer der roten Kuh und Jesus zieht der Hebräerbriefschreiber in Hebräer 9,13-14. Allein das Blut Jesu hat die Kraft, uns vor der Verunreinigung der Sünde zu reinigen. Eine weitere Parallele zwischen dem Opfer Jesu und der roten Kuh: Beide wurden außerhalb des Lagers geopfert, um Sühnung für das Volk zu erwirken (Hebr. 13,12).

2. Der wassergebende Felsen (4. Mo. 20,6-13)

Wieder einmal murrte das Volk. Diesmal nach Wasser. So befahl Gott, dass Mose zum Felsen sprechen sollte, damit er Wasser gab. Anstatt zu sprechen, schlug Mose aber zweimal den Felsen.

Dieses kleinen Unterschieds wegen durften er und Aron nicht in das verheißene Land hinein. Warum durfte er den Felsen nicht schlagen? Gott will, dass wir auf ihn hören und seine Weisungen befolgen. Nur so finden wir zum Leben.

Jesus bietet in seiner Person das lebendige Wasser an (Joh. 4,14; 7,37-39).

Um an dieses Lebenswasser zu kommen, möchte Gott, dass wir vertrauensvoll mit Jesus sprechen. Dann öffnet sich die Quelle zum Wasser des Lebens.

3. Die eherne Schlange (4. Mo. 21,4-9)

Weil das Volk wieder murrte, sandte Gott Schlangen, um das Volk zu züchtigen. Viele Menschen starben.

Mose machte eine Schlange aus Bronze und steckte sie auf einen Stab. Jeder, der die Schlange anschaute, blieb am Leben, auch wenn er gebissen worden war: ein Bild auf den erhöhten Christus (Joh. 3,14.15). Auch heute werden wir von der Schlange, der Sünde, gebissen und sind zum Tode verurteilt. Wenn wir aber auf Jesus schauen, der für uns zur Sünde geworden ist, dann werden wir leben (Hebr. 12,1.2).

 

Johannes 3,10-21; Philipper 2,12-18

Von Catherine Meerwein

Gott hat seinen Teil zur Rettung der Menschen vollbracht. Jesus ist „erhöht“, d.h. gekreuzigt, worden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben (Joh. 3,14-15). Wie bei der erhöhten Schlange während der Wüstenwanderung können wir die Rettung in Anspruch nehmen, indem wir unser Vertrauen auf Gott setzen. Indem wir auf ihn blicken und die Hilfe von ihm empfangen. Dies ist unsere Aufgabe – jeden Tag neu. Dabei können wir mit Gott nicht spielen. Paulus sagt, wir sollen Gott „mit Furcht und Zittern“ (Phil. 2,12) begegnen. Dann wird Gott in uns sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirken (Phil. 2,13). Dies zeigt, dass Gott unsere Rettung vollbringt. Daher ist es gut zu wissen, wer dieser Gott ist, und wie er ist. Gott hat sich in seinem Handeln und besonders auch in Jesus Christus offenbart. Die Motivation zu diesem Handeln steht in Johannes 3,16: Gottes unendliche Liebe zu allen Menschen ist der Grund dafür.

Jesus, ich danke dir, dass du alles getan hast, was es zu meiner Rettung braucht. Bitte hilf mir jeden Tag, mein Vertrauen auf dich zu setzen. Danke, dass du in mir das Wollen und das Vollbringen wirken willst.