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Israelsonntag 2016 – 31. Juli

Predigten:

 

Das Heil kommt von den Juden von Martin Rösch

 

Eingepfropft in den „edlen Ölbaum Israel“ von Martin Rösch

 

Gottes Bundestreue – ein Zeichen seiner besonderen Barmherzigkeit von Jurek Schulz

 

Tröstet, tröstet mein Volk von Jurek Schulz

 

Was Jesus über Jerusalem denkt (Lukas 19, 41–48 / Perikope 2009) von Hanspeter Obrist

 

Der Gott Israels bringt dem Aramäer Naaman Heilung – und der ganzen Welt Heil (2. Könige 5,1-19) von Jurek Schulz

 

Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs von Hanspeter Obrist

 

 

Israelsonntag – warum und wozu?

Von Catherine Meerwein

In manchen Gemeinden gehört er zur Tradition, in anderen ist er gänzlich unbekannt: der Israelsonntag (10. Sonntag nach Trinitatis).

 

Martin Luther setzte diesen Tag ein, um sich mit dem jüdischen Volk solidarisch zu erklären, das am Feiertag Tischa BeAw (9. Aw) der Zerstörung Jerusalems gedenkt. Am 9. Aw wurde nach der Überlieferung im Jahr 586 v. Chr. der Erste Tempel durch Nebukadnezar und 70 n. Chr. der Zweite Tempel durch Titus in Schutt und Asche gelegt. Daher gehört der 9. Aw zu den Trauer- und Fastentagen des jüdischen Volkes. Dem strengen Fastentag am 9. Aw (von Sonnenuntergang am 8. Aw bis zum Erscheinen der ersten Sterne am 9. Aw) gehen drei Wochen der Trauer voraus. In dieser Zeit soll weder neue Kleidung getragen, noch in ein neues Haus eingezogen oder geheiratet werden.

 

Gelegenheit zur Umkehr

Der Grund für die Zerstörung des Tempels wird von manchen Rabbinern in „grundlosem Hass im jüdischen Volk“ gesehen. Nur wenn Uneinigkeit und ungerechtfertigter Hass im jüdischen Volk vorherrschen, besitzen seine Feinde die Möglichkeit, ihm Schlechtes anzutun, meinen die Rabbiner.

Da also grundloser Hass die Ursache von Zerstörung und Exil war, soll man Nächstenliebe praktizieren, um die lang ersehnte Erlösung herbeizuführen. Die Trauerzeit wird damit als eine Gelegenheit betrachtet, die Verfehlungen der Vergangenheit hinter sich zu lassen und mit guten Vorsätzen neu zu beginnen. Von Gott wird als Reaktion Erlösung erwartet, so dass manche Rabbiner die Geburt des Messias für den 9. Aw vorhersagen. So wird zum Ausklang des Tages Jesaja 55,7 gelesen: „Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter von seinen Gedanken und bekehre sich zum HERRN, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung.“

Im Alten und im Neuen Testament ist zu lesen, dass die Zerstörung Jerusalems die Folge mangelnder Gotteserkenntnis war (Jer. 6,6-8; Lk. 19,43-44).

Israelbilder amzi focus israel

 

http://youtu.be/zHVIJpsRd_I

 

http://youtu.be/UJfy6m4YN8E

 

Israelbilder

https://youtu.be/_yGR4cy8yYI

 

 

Tag des Trostes

Durch den Israelsonntag fand das Gedenken an die Zerstörung Jerusalems auch im christlichen Kalender Eingang. Der Inhalt dieses Sonntags wurde in der Geschichte unterschiedlich verstanden. In der Nachreformation wurde der 9. Aw ein Tag der Mahnung, der aufzeigen sollte, wie Gott straft. Zudem wurde der Israelsonntag zeitweise benutzt, um sich gegenüber Israel abzugrenzen und sich selbst als neues Israel zu proklamieren.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Evangelische Kirche Deutschlands eine Kommission ein, die die Texte und Lieder zum Israelsonntag überprüfte und anpasste.

Der Israelsonntag könnte ein Tag der Solidarität mit dem Gottesvolk der Juden sein – ein Tag der Trauer und Buße im Bekenntnis des eigenen Versagens, auch gegenüber dem jüdischen Volk. Gott selbst sagt: „Ich bin es, der euch tröstet“ (Jes. 51,12). Dazu fordert er auch uns auf: „Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott. Redet zum Herzen Jerusalems und ruft ihm zu, dass seine Frondienste vollendet, dass seine Schuld abgetragen ist!“ (Jes. 40,1). Der Trost, den wir in Jesus empfangen haben, gilt auch dem jüdischen Volk. Deshalb widmen einige Kirchen, Gemeinden und Gemeinschaften den Israelsonntag der Solidarität mit der Evangeliumsverkündigung unter Juden, damit auch ihnen der Trost Gottes durch den Messias zugesprochen werden kann.

 

Israelsonntag praktisch

Möchten Sie in Ihrer Gemeinde einen Israelsonntag durchführen? Wir unterstützen Sie mit verschiedenen Hilfsmitteln.

Predigt: Auf unserer Homepage finden Sie Vorschläge für eine Predigt zum Israelsonntag.

Kurzvideos unserer Partner in Israel: Sie können sich auf unserer Homepage eine Reihe von Videos ansehen und eines davon auswählen, um es in Ihrer Gemeinde zu zeigen. Auf Anfrage senden wir Ihnen den Videoclip Ihrer Wahl in höherer Auflösung per E-Mail zu.

focus israel: Gerne schicken wir Ihnen eine größere Anzahl unserer Zeitschrift, damit Sie diese an die Gottesdienstbesucher verteilen können.

Bilder aus Israel: Eine Power-Point-Präsentation mit Bildern aus Israel können Sie von unserer Homepage herunterladen.

 

Vielleicht ist es nicht möglich, einen ganzen Gottesdienst zum Israelsonntag zu gestalten. Hier ein Bespiel, wie auch durch einzelne Elemente das Thema Israel eingebracht werden kann: Vor dem Gottesdienst die Bilderpräsentation laufen lassen, im Gebetsteil zwei Anliegen aus der amzi-Gebetsmail aufnehmen, Zeitschriften weitergeben usw.

Gerne beraten wir Sie auch telefonisch oder per E-Mail.

Nutzen Sie den Israelsonntag, um den Dienst unserer Partner in Israel bekannt zu machen. Sie brauchen uns!