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Der Israel Trail

  • Ungefilterte Bilder und Eindrücke abseits von touristischen Trampelpfaden
  • Besonders lesenswert. Vielleicht sogar nachahmenswert...

Jürgen Werth, Direktor ERF Medien, Vorsitzender der Evangelischen Allianz Deutschland

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Wer John und Judy Pex einmal kennenlernen konnte, weiß: Das sind außergewöhnliche Menschen. Außergewöhnlich in ihrer Liebe zu Jesus, dem Messias aller Völker, außergewöhnlich in ihrer Liebe zu den Menschen, denen sie begegnen, und außergewöhnlich in ihrer Liebe zum Heiligen Land. Kein Wunder, dass sie sich auf eine außergewöhnliche Wanderung gemacht haben - den Israelpfad von Süden nach Norden. Spannend zu lesen, und informativ ist dieser außergewöhnliche Bericht. Gerade auch für Leser, die das Land aus eigener Anschauung kennen. Judy Pex schreibt mit Herz und Verstand und bewegt auch beim Leser Herz und Verstand. Und wer weiß? Mancher wird sich vielleicht anstecken lassen und selbst den Israel-Trail teilweise oder sogar ganz erwandern wollen.

Dr. Roland Werner, Marburg

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Zu Fuß durch Israel

Auszug aus dem Buch „Der Israel Trail“

Von Judith Galblum Pex

Zu unserem Entsetzen gelangten wir an eine auf den ersten Blick schier unüberwindbar anmutende Stelle. Wir mussten entweder einen schmalen, auf der einen Seite steil abfallenden Felsvorsprung überqueren, indem wir die darüber liegende Felswand umklammerten, oder unsere Rucksäcke abnehmen und unter einem sehr langen Überhang durchkriechen. Einen anderen Weg gab es nicht. Darauf war ich nun wirklich nicht gefasst. Ich hatte gedacht, das gefährlichste Stück läge hinter uns. Wenn ich dreißig Jahre jünger gewesen wäre, hätte mich dieses Abenteuer vielleicht gereizt. Heute wage ich kaum mehr an die verrückten Dinge zu denken, die ich früher zum Spaß unternommen hatte, etwa mit dem Fallschirm aus einem Flugzeug abzuspringen oder einen reißenden Gletscherfluss zu durchqueren.

Es war mir unbegreiflich, weshalb die Verantwortlichen des Schwil an dieser Stelle keine Eisengriffe angebracht hatten. Was erwarteten sie von uns? Anscheinend war dieser Weg für junge, frisch aus einer Spezialeinheit der Armee entlassene Leute geplant worden. Mit vierundfünfzig Jahren brauchte ich wirklich keinen solchen Adrenalinschub mehr.

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Wir entschieden uns für die, unserer Meinung nach, sicherere Variante. „Alles halb so schlimm“, sagte John. „Ich krieche zuerst durch und sehe mir die Sache an.“

Obwohl er versuchte sich nichts anmerken zu lassen, spürte ich, dass auch er nervös war. Die Felsen waren vom Regen nass und glitschig geworden. Während ich John um die Ecke und damit aus meinem Blickfeld verschwinden sah, klopfte mir das Herz bis zum Hals.

„Ich hab’s geschafft! Es ist kein Problem“, rief er zurück. John kroch wieder zu mir herüber und schleifte beim zweiten Durchgang seinen Rucksack hinter sich her – kein leichtes Unterfangen auf der rauen Felsplatte. Ich hörte die Steine unter seinen Knien knirschen und dann … ein dumpfer Schlag! Eine Wasserflasche hatte sich selbständig gemacht und rollte den Hang hinunter. Einige Meter unter uns kam sie kurz auf einem Felsvorsprung zum Stehen, um gleich darauf in den Abgrund zu stürzen.

„Macht nichts“, sagte John. „Wir haben ohnehin zu viel Wasser mitgenommen. Nun müssen wir weniger Ballast  tragen!“

John durchkroch die niedrige Passage ein drittes Mal und zog meinen Rucksack langsam hindurch. Dann war ich an der Reihe. Wenn John es mit dem Gepäck geschafft hatte, würde ich es ohne Rucksack auch schaffen.

„Immer schön nach vorne schauen“, sagte ich mir, „nur ja nicht nach unten sehen.“ Die gesamte Strecke über den Felsabsatz hinweg tastete ich mich zentimeterweise vorwärts und brachte es irgendwie fertig, in einer Hand auch noch unsere zwei Paar Wanderstöcke zu balancieren.

Als wir schließlich das obere Ende der Felswand erreicht hatten, folgten wir einem Höhenpfad am Rand des Canyons.

„Sei vorsichtig auf diesen schlüpfrigen Felsen“, warnte mich John. Ich schob einen Fuß vor den anderen und richtete mein Augenmerk auf den Weg.

„Sieh dir das da drüben mal an – sagenhaft!“ John zeigte auf die andere Seite des Canyons. Dort konnten wir Höhlen erkennen, die offenbar von Menschenhand geschaffen worden waren. „Wahrscheinlich haben darin Mönche gelebt.“

Wir befanden uns in der Nähe der Ruinen von Avdat. Diese antike Stadt wurde im dritten Jahrhundert vor Christus von den Nabatäern als wichtigste Karawanserei entlang der Gewürzstraße zwischen Arabien und Gaza gegründet. Obwohl Israel auf eine bewegte Geschichte zurückblickt und man im ganzen Land Zeugnisse früherer Kulturen antrifft, hatten wir nicht erwartet, hier draußen inmitten der Wüste Spuren einer Zivilisation zu entdecken. Ausgrabungsstätten der Altertumsbehörde sind auf den Karten eingezeichnet; doch weil es in Israel einen derartigen Reichtum an historischen Stätten gibt, wurden viele Fundorte entweder noch nicht erforscht oder als zu unbedeutend eingestuft, um einen Karteneintrag zu rechtfertigen.

Die Römer eroberten Avdat 106 nach Christus. Später, während der byzantinischen Periode, erlebte die Stadt ihre Hochblüte. In dieser Zeit wurden viele Nabatäer Christen. Es existieren in der Gegend Hunderte von Höhlen mit eingeritzten Kreuzen an Wänden und Decken. John war sicher, dass diese Höhlen von Mönchen benutzt worden waren. Wie sich später bei meiner Recherche im Internet herausstellen sollte, lag er mit seiner Vermutung richtig.

Die Kultur der Nabatäer hatte uns schon immer fasziniert. Wir waren deshalb begeistert über die Entdeckung dieser Höhlen in einem abgelegenen Wadi. Die Besichtigung erhaltener Altertümer ist interessant, doch unverhofft auf eine Stätte dieser Art zu stoßen, ist noch viel aufregender.

 

Link zum Shelter Elat  http://www.shelterhostel.com

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