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Wurzeln des islamischen Terrorismus

 

Von Hanspeter Obrist

In der nahöstlichen Kultur ist es üblich, dass der Stärkere den Schwächeren unterwirft. Ein gleichwertiges Nebeneinander gibt es nicht. In diesem Umfeld entstand auch der „Islam“, der als Wort „Unterwerfung“ bedeutet. Obwohl heute die meisten Muslime auf der Welt einen toleranten Islam leben, gibt es auch starke radikale Strömungen. Deren geistliche Führer riefen zu einer Rückkehr zu den späteren Lehren des Korans auf, wie sie Mohammed in Medina vertreten hatte. Nach den islamischen Gelehrten ist, bei widersprechenden Koranaussagen, die spätere gültig (vgl. Sure 2,106).

 

Sure 2,106 Wenn wir einen Vers (aus dem Wortlaut der Offenbarung) tilgen oder in Vergessenheit geraten lassen, bringen wir (dafür) einen besseren oder einen, der ihm gleich ist. Weißt du denn nicht, dass Allah zu allem die Macht hat? (nach Paret)

 

Der Weg ins Paradies

Im Islam kennt man keine Heilsgewissheit. Eine Möglichkeit, ins Paradies zu gelangen, ist nach Auffassung radikaler Muslime, im Dschihad (heiligen Krieg) zu sterben (vgl. Sure 4,74 / 9,88-89). Nach Sure 8,39 fällt darunter der Kampf gegen jeden, der der Ausbreitung des Islam im Weg steht oder sich weigert, den Islam anzunehmen. In Sure 9,5 heißt es:  „Tötet die Götzendiener, wo ihr sie trefft, und ergreift sie, und belagert sie, und lauert ihnen auf in jedem Hinterhalt. Bereuen sie aber und verrichten das Gebet und zahlen die Zakat [Armenabgabe], dann gebt ihnen den Weg frei“ (nach Ahmadeyya).

 

Sure 4,74 Diejenigen aber, die das diesseitige Leben um den Preis des Jenseits verkaufen, sollen um Allahs willen kämpfen. Und wenn einer um Allahs willen kämpft, und er wird getötet - oder er siegt -, werden wir ihm (im Jenseits) gewaltigen Lohn geben (nach Paret).

 

Sure 9,88 Aber der Gesandte und mit ihm die Gläubigen kämpfen mit ihrem Vermögen und ihrem Leben. Ihnen gebührt der beste Lohn, und sie sind die Erfolgreichen. 89 Für sie hat Gott Paradiesgärten bereitet, unter denen Flüsse fließen. Sie werden ewig darin weilen. Das ist der höchste Gewinn (nach Azhar).

 

Sure 8,39 Kämpft gegen sie, bis niemand (mehr) versucht, (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen, und bis nur noch Allah verehrt wird!“ (nach Paret)

 

Dschihad

Dieser Kampf wird auch gegen eigene Leute geführt. In Sure 4,89 steht: „Und wenn sie sich abwenden (und eurer Aufforderung zum Glauben kein Gehör schenken), dann greift sie und tötet sie, wo (immer) ihr sie findet“ (nach Paret). Dies hat zur Folge, dass alle, die dem Islam aus irgendwelchen Gründen den Rücken kehren, in der Gefahr stehen, umgebracht zu werden. Nun beschränkt sich diese Haltung nicht nur auf Leute, die sich absolut vom Islam abwenden. Radikale Reformer erklären heutzutage auch weltliche Muslime als Abtrünnige. So versuchen Politiker in Ländern, in denen der Islam vorherrscht, zu vermeiden, dass sie unter einen solchen Bann fallen. Präsident Sadat in Ägypten wurde aus diesem Grunde ermordet. Bei einigen radikalen Gruppen geht es sogar so weit, dass sie alle, die sich nicht am radikalen Dschihad beteiligen, als Ungläubige etikettieren (vgl. Sure 4,89 nach Azhar). Das Ziel ist eine weltweite Islamisierung: „Kämpft gegen sie, bis niemand (mehr) versucht, (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen, und bis nur noch Allah verehrt wird!“ (Sure 8,39 nach Paret).

 

Sure 4,89 Sie möchten am liebsten, dass ihr den Glauben verwerft, so wie sie es getan haben, damit ihr gleich seid. Nehmt sie nicht eher zu Verbündeten, bis sie aus der Heimat ausgezogen sind, um für Gottes Sache zu kämpfen! Wenn sie das ablehnen und euch den Rücken kehren, ist das ein Beweis dafür, dass sie Heuchler sind und zum Feind gehören. Schlagt sie überall, wo ihr sie antrefft und nehmt von ihnen keine Verbündeten und keine Helfer! (nach Azhar)

 

Die Revolution

Die islamischen Fundamentalisten arbeiten aktiv daran, die Kontrolle über die säkularen muslimischen Regierungen zu erlangen. Diese wiederum versuchen, selbst an der Macht zu bleiben. Die neuste Entwicklung zeigt sich bei radikalen Fundamentalisten in der Überzeugung, dass nicht mehr einzelne Staaten reformiert, sondern das Haupt der Weltgemeinschaft gestürzt werden muss. Dann würden sich die anderen Glieder automatisch verändern. Deshalb sind die USA und die Juden Ziel der Anschläge. Die arabische Welt glaubt, dass die Juden die Welt in den Händen halten. Auch ist es für sie nicht akzeptabel, dass ein ehemaliger muslimischer Landstreifen (Israel) nun von Nichtmuslimen dominiert wird.

 

Die Reformation

Die islamische Reformation begann, als in den 1920er Jahren viele Nahostländer von der Vorherrschaft der Europäer frei wurden. Als Mustafa Kemal Atatürk in der Türkei ein säkulares Staatswesen einführte, gründete Hassan Al-Banna als Antwort darauf in Ägypten die „Muslim-Bruderschaft“. Aus dieser Bruderschaft heraus entstanden die unterschiedlichsten muslimischen Gruppierungen. Sie haben alle eine muslimische Vorherrschaft zum Ziel. Sayyid Qutb schrieb mit dem Buch „Wegzeichen“ einen Leitfaden, von dem sich die Dschihad-Bewegungen inspirieren lassen. Er ist der Meinung, dass Muslime gegen jede menschliche Macht auf Erden rebellieren und Widerstand leisten müssen. Seiner Ansicht nach kann die Rückkehr von Allahs Reich nur durch eine Bewegung der Macht und des Schwertes herbeigeführt werden.

 

Hisbollah und Hamas

Die Hisbollah und die Hamas sind Gruppierungen, die aus diesen Reformbewegungen heraus entstanden sind. Ihr Ziel ist es, das Reich Allahs nach ihren Vorstellungen und mit allen verfügbaren Mitteln umzusetzen. Sie errichten Krankenhäuser und Schulen und erreichen so eine sehr hohe Akzeptanz bei der lokalen Bevölkerung. Es bleibt die Frage, weshalb die weltweite Christenheit ihre arabischen Geschwister im Nahen Osten bis heute kaum unterstützt und für sie betet. Hätten diese nur einen Bruchteil der Gelder der islamistischen Gruppierungen zur Verfügung, hätten die terroristischen Gruppierungen es viel schwerer, sich zu etablieren.

(alle Korantexte aus www.nur-koran.de)

 

 

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