amzi focus israel Web20202

Immanuel-Gemeinde und Buchladen, Haifa

Najeeb und Elizabeth Atteih leiten die arabische Immanuel-Gemeinde in Haifa.

 

Regelmässige Informationen können Sie bestellen bei info@amzi.org.                                                     zurück zur Übersicht

Vom Drogendealer zum Evangelisten und Pastor

Von Najeeb Atteih

Ich wurde 1965 in Haifa in eine christlich-maronitische Familie hineingeboren und besuchte dort eine Klosterschule. Anschließend arbeitete ich bei uns im Familienbetrieb, einem Imbissrestaurant, mit, und ehe ich mich versah, war ich für das ganze Geschäft verantwortlich. 1989, als ich 24 Jahre alt war, heiratete ich Elisabeth, eine Christin armenischer Abstammung. Zu der Zeit konnten wir mit dem Glauben und der Kirche nicht viel anfangen. Ich hatte alles, was ich wollte: einen guten Job, ein tolles Auto, eine Familie. Ich konnte tun, was ich wollte. Ich war stolz auf das, was ich erreicht hatte.

Doch 1993 fiel ich plötzlich in eine Depression. Weil mein Vater im Restaurant einen Fehler gemacht hatte, musste er sich verschulden. Ich übernahm eine Bürgschaft dafür. Das war sehr hart und bereitete mir viel Kopfzerbrechen. Hinzu kam noch, dass wir in unserer Familie mit Drogen handelten und diese auch selbst nahmen. All das trug dazu bei, dass ich immer tiefer in einen Strudel gezogen wurde. Dabei wurde ich selbst für andere auch immer unausstehlicher. In dieser tiefen Not schrie ich zu Gott: „Oh Gott, ich brauche dich.“ Doch ich hatte keine Ahnung, was geschehen sollte.

 

Ein ungeliebter Gast

Um Mitternacht kam ein Mann ins Restaurant, ein ehemaliger Nachbar. Ich konnte ihn überhaupt nicht leiden, ja, ich hasste ihn sogar. Vor zehn Jahren war seine Familie weggezogen. Es schien, als habe er Angst, mir zu begegnen. Zögernd sagte er: „Wie geht es dir? Wir haben uns viele Jahre nicht mehr gesehen.“ Ich antwortete: „Ist nicht so schlimm.“ Er fuhr fort: „Ich bin gekommen, um dir etwas zu erzählen. Ich habe mein Leben dem Herrn Jesus gegeben.“ Ich sagte zu ihm: „Komm herein“, und nahm einen kräftigen Zug an meiner Zigarette. Er sagte zu mir: „Ich möchte dir erzählen von einem guten Gott, den es wirklich gibt und der dir helfen kann.“ Ich erwiderte: „Ich brauche keine Hilfe.“ Doch der Mann ließ sich nicht beirren: „Der Herr kann dir helfen, nimm ihn an.“ Mit diesen Worten drehte er sich um und ging. Als er zu Hause war, fastete und betete er für mich. In der Zwischenzeit begann der Herr an meinem Herzen zu arbeiten. Meine frühere Abneigung meinem Nachbarn gegenüber verwandelte sich nach und nach in Vertrauen. Als er wiederkam, war ich bereit, ihm zuzuhören. Ich merkte, dass ich diesen Herrn, von dem er sprach, brauchte. So sagte ich: „Ich will diesen Herrn, von dem du mir erzählt hast. Ich weiß allerdings nicht, was ich dafür tun muss.“ Er antwortete: „Du brauchst nur mit mir zu beten.“ Er legte seine Hand auf meinen Kopf und betete für mich. Ich spürte, wie mich etwas erfüllte. Von jenem Moment an hörte ich mit dem Rauchen und den Drogen auf. Ich ging nach Hause und blieb drei Tage in meinem Zimmer. Ich weinte und bat Gott um Vergebung – ganze drei Tage lang. Ich wollte niemanden sehen. Der Herr machte mich auf vieles in meinem Leben aufmerksam, das nicht in Ordnung war. Ich erkannte, dass ich ein Sünder war und wie Gott mich heilte. Als ich meiner Frau erzählte, dass ich mein Leben Jesus gegeben habe, meinte sie: „Ich verstehe dich einfach nicht, du bist verrückt. Lass mich in Ruhe.“

 

Ein neuer Ehemann

Seit diesem 3. Oktober 1993 hat mich Gott verändert. Zuvor war ich ein aggressiver Mensch gewesen. Meine Frau musste stets auf der Hut sein, dass sie auch richtig mit mir umging. Die ersten vier Jahre unserer Ehe waren für sie so schwierig, dass sie diese Zeit am liebsten vergessen möchte. Wir hatten sehr schnell unsere beiden Kinder Karin und Tino bekommen und die Last der vielen Schulden tat ihr Übriges. Ich war sehr angespannt, hatte wenig Nerven und eine raue Sprache. Dazu kamen auch noch die Drogen. Zuerst dachte meine Frau, ich würde nun in die traditionelle Kirche gehen. Doch ich wollte, dass der ehemalige Nachbar kam und uns predigte. Und so besuchte er uns und sprach über den Herrn Jesus. Jeden Tag kam er nach der Arbeit, um uns im Wort Gottes zu unterrichten. Da er unverheiratet war, war ihm das möglich. Manchmal saßen wir bis vier oder fünf Uhr morgens zusammen und lernten über den Herrn. Das waren besondere Tage. Als meine Frau sah, wie der Herr mein Leben veränderte, begann sie drei Monate später, auch an Jesus zu glauben. Elisabeth verstand nicht ganz, was es bedeutete zu glauben, doch sie sagte sich: Wenn dieser Jesus meinen Mann so verändern konnte, dass ich nun einen neuen Ehemann habe, dann will ich Jesus auch haben. Auch wenn sie nicht wusste, was Jesus von ihr wollte oder was mit ihr geschehen würde, war es doch ihr Wunsch mit diesem Herrn zu leben. Und Gott veränderte auch sie nach und nach. Und so kam es, dass wir uns gemeinsam taufen ließen.

 

Immanuel-Gemeinde

 

Von Najeeb Atteih

Ein junger Mann, erstellt für uns die Webseite unseres Buch- und Bibelladens. Als wir ihm erklärten, wer wir sind und was wir glauben, saß er einfach da und saugte alles wie ein Schwamm auf. Er hatte Tränen in den Augen. „Das ist genau das, wonach ich gesucht habe“, erklärte er, „aber ich wusste nicht, wo ich es finden würde.“ Er erzählte, es sei etwas in seinem Leben vorgefallen, das ihn veranlasst hatte, Gott zu suchen und in der Bibel zu lesen, obwohl er sie nicht verstand. Wir antworteten ihm, dass es ohne den Heiligen Geist nicht möglich sei, Gottes Wort zu begreifen. Und um den Heiligen Geist zu erhalten, müsse er Jesus um Vergebung für seine Sünden bitten, damit er in ihm wohnen könne. Er erwiderte: „Ich habe lange gesucht, und nun habt ihr mir gezeigt, dass es Jesus wirklich gibt.“

 

Unser Dienst in Jaffa gestaltet sich momentan so, dass ich jeden Dienstag mit Ibrahim, meinem Mitarbeiter, für einen Tag dorthin fahre. Von Morgens bis Abends besuchen wir Familien, beten mit ihnen und ermutigen sie. Um 19.00 Uhr halten wir jeweils eine Bibelstunde in einer Privatwohnung. Die Gruppe dort wächst mit jedem Mal, die Leute bringen Verwandte und Nachbarn mit, um Gottes Wort zu hören. Vergangenen Dienstag besuchte eine junge Frau zum ersten Mal die Versammlung. Ich erinnerte mich daran, dass ich vor vier Jahren im Zug mit ihr gesprochen hatte. Ich ging auf sie zu und fragte sie, ob sie mich noch kenne. Sie sah mich an und antwortete: „Ich habe Ihre Visitenkarte aufbewahrt, und was Sie mir damals sagten, ging mir sehr zu Herzen. Das ist auch der Grund, weshalb ich heute Abend hier bin. Ich möchte mein Leben Jesus anvertrauen, aber ich weiß nicht wie.“ Nachdem ich sie im Gebet angeleitet hatte, ging mir der Bibelvers aus Prediger 11,1 durch den Kopf: „Lass dein Brot über das Wasser fahren; denn du wirst es finden nach langer Zeit.“