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Antworten auf Ihre Fragen

 

Warum legen Besucher jüdischer Gräber einen Kiesel auf den Grabstein?

Grundsätzlich wird die Sitte, über dem Grab einen Grabstein zu errichten, auf 1. Mose 35,19-20 zurückgeführt: „Rahel starb und wurde begraben ... . Jakob richtete über ihrem Grab einen Gedenkstein auf, das ist das Grabmal Rahels bis auf diesen Tag.“ Steine werden abgelegt als Ausdruck des Gedenkens. Man sagt damit etwa: „Ich denke an dich. Die Erinnerung an dich möge so beständig sein wie ein Stein.“ Als Josua mit dem Volk durch den Jordan zog, wurde auch ein Steinhaufen errichtet. Dieser sollte „den Kindern Israels ein ewiges Gedächtnis sein“ (Jos. 4,7). In Gilead richteten Jakob und Laban einen Steinhaufen auf als Zeuge für ihren Bund (1. Mo. 31,48).

Warum man heute die Tradition pflegt, kleine Steine auf ein jüdisches Grab zu legen, ist nicht ganz klar. Einige sehen darin eine Anknüpfung an die Bestattung in der Wüste. Diejenigen, die dort starben, wurden beerdigt, wobei man auf die Grabstelle Steine legte, um diese als solche kenntlich zu machen. Andere sind sogar der Überzeugung, man habe so versucht, die Leiche des Verstorbenen vor Aasfressern zu schützen, indem man die Grabstelle mit Steinen bedeckte. Wer dieser Person nahe stand, habe bei diesem „Liebesdienst“ geholfen. Diese Aussage ist umstritten. Plausibler erscheint, dass eine Grabstätte einfach durch Steine gekennzeichnet wurde. Dazu gibt es auch eine praktische Erklärung. Den Priestern war es nicht gestattet, einen Friedhof oder eine Grabstätte zu besuchen, da sie der Kontakt mit Toten unrein machte. In 3. Mose 21,1 steht: „Der HERR sprach zu Mose: Sage den Priestern, Aarons Söhnen, und sprich zu ihnen: Ein Priester soll sich an keinem Toten seines Volkes verunreinigen.“ Deshalb muss jede Grabstätte markiert sein.

 

 

Wer lebt wo?

Die meisten Palästinenser leben im Westjordanland (2,2 Mio.), in Israel (1,4 Mio.) und im Gazastreifen (1,3 Mio.). Ihre Zahl beträgt 4,9 Mio.

In Israel wohnen etwa 5,2 Mio. Juden, im Westjordanland 268400 jüdische Siedler. Das ergibt eine Zahl von 5,46 Mio. Weltweit gibt es rund 8,5 Mio. Palästinenser und 12 Mio. Juden.

 

 

Wer sind die Palästinenser?

Die Palästinenser sind ein Mischvolk aus den verschiedenen Volksgruppen, die im Lauf der Geschichte in diesem Gebiet gelebt haben (Juden, Araber, Philister, Griechen, Römer, Kreuzritter usw.). Seit der Zeit Jesu gibt es im Heiligen Land christliche Gemeinden und Kirchen. Heute gewinnt der muslimische Anteil unter den Palästinensern immer mehr die Oberhand. Die Palästinenser sprechen arabisch und sind Teil der orientalischen Kultur. Nach Sacharja 9,7 wird ein Rest von diesem Mischvolk übrigbleiben für Gott und „wie ein Stammverwandter in Juda“ sein.

 

 

Wieso gibt es eine Sicherheitsmauer?

Die „Sicherheitsmauer“ besteht mehrheitlich aus einem Zaun und wurde von den Israelis zum Schutz gegen Selbstmordanschläge von Palästinensern errichtet. In bewohntem Gebiet wurde eine acht Meter hohe Mauer gebaut, um zu verhindern, dass mit Gewehren auf die andere Seite geschossen wird.

 

 

Warum arbeitet die amzi mit Werken unterschiedlicher christlicher Strömungen zusammen?

Von Hanspeter Obrist

Uns ist es wichtig, mit allen Glaubensgeschwistern in Kontakt zu sein. Wenn jemand Jesus als seinen persönlichen Messias angenommen hat, dann steht das über unserer persönlichen Erkenntnis, was Formen, Traditionen und Theorien betrifft. Wir glauben auch, dass es wichtig ist, miteinander im Gespräch zu sein, aufeinander zu hören und sich gegenseitig zu ermutigen. Jesus betete am Ende seines Lebens, dass wir in ihm eins sein sollen (Joh. 17,21). Das bedeutet nicht, dass wir in allem gleicher Meinung sein müssen, sondern dass wir füreinander und nicht gegeneinander sind. Wir stehen dafür ein, dass Jesus der jüdische Messias ist und als solcher auch der Messias für die ganze Welt.

 

 

Was ist aus dem Rapper „50 Shekel“ geworden?

Von Hanspeter Obrist

Aviad Cohen verkündet heute als Jude den Messias Jeschua. Er tritt in verschiedenen Fernsehsendungen auf und gibt Konzerte. Auf unserer Homepage findet man einige Links über sein früheres Leben und seine Interviews. Beten Sie für ihn. Durch seine klare Botschaft werden Jugendliche erreicht.

 

 

Wo liegt der größte Unterschied zwischen dem Judentum und dem Christentum?

Von Hanspeter Obrist

Im heutigen Judentum glaubt man mehrheitlich nicht an die grundsätzliche Verderbtheit des Menschen. Viele Juden glauben, dass der Mensch Sünden begeht, aber kein Sünder ist. Deshalb braucht es auch kein stellvertretendes Opfer. Jeder entscheidet sich selbst für gute oder schlechte Taten. Gott wird die-se beachten und dementsprechend handeln. Das Judentum kennt zwar ein Totenreich, doch die Menschen darin warten auf die leibliche Auferstehung auf Erden im kommenden Friedensreich. Als Christen haben wir eine erweiterte Auferstehungshoffnung. Wir glauben an ein ewiges Leben bei Gott. Das Messiasverständnis ist grundsätzlich unterschiedlich. Wir sehen im Messias jemanden, der uns persönliches Heil spendet und wieder auf die-se Erde zurückkommen wird. Juden sehen den Messias mehrheitlich als einen rein irdischen, politischen Führer, der Frieden im Nahen Osten und auf der Welt stiften wird. Für Juden ist es unvorstellbar, dass eine Person eins sein kann mit dem heiligen Gott und seine Autorität hat.

 

 

Leben messianische Juden eher wie Juden oder wie Christen?

Von Erez Soref, Leiter des Israel College of the Bible

Diese Frage wird bereits seit 2000 Jahren gestellt. Messianische Juden haben manchmal selbst das Gefühl, zwischen der jüdischen und der christlichen Welt zu leben. In der Geschichte waren zwei Ereignisse entscheidend. Das erste war der jüdische Aufstand (135 n. Chr.) gegen die Römer unter Bar Kochba, der von Rabbi Akiba zum Messias erklärt worden war. Die Jesusnachfolger unter den Juden (möglicherweise bis zu 20% der Juden) weigerten sich, unter der Führung eines falschen Messias in den Kampf zu ziehen. Dies führte dazu, dass sie als Abtrünnige aus dem Volk Israel ausgeschlossen wurden.

Knapp zwei Jahrhunderte später erging auf dem Konzil von Nicäa (325 n. Chr.) der Beschluss, alle Christen, die jüdische Glaubenspraktiken jeglicher Art ausübten, aus der Kirche auszuschließen. Zu diesen Praktiken gehörte das Halten des Schabbat, die Beschneidung sowie die Begehung jüdischer Festtage. Folglich waren die jüdischen Jesusnachfolger gezwungen sich zu entscheiden, ob sie in der jüdischen Gemeinde bleiben und Jeschua entsagen oder ob sie sich der christlichen Gemeinde zuwenden wollten, indem sie ihre jüdischen Namen, ihre jüdische Identität und alle Kontakte zu jüdischen Verwandten aufgaben.

Erfreulicherweise ist in den letzten 250 Jahren hier ein Wandel eingetreten, der in Europa seinen Anfang nahm, sich später bis in die USA ausbreitete und schließlich auch in Israel Einzug hielt. Immer mehr jüdische Menschen kamen zum Glauben an den Messias, blieben aber ihren jüdischen Wurzeln treu.

Es gibt eine sich ausbreitende Bewegung unter messianisch-jüdischen Gläubigen der vergangenen 20 Jahre, die besonders in der Diaspora, aber auch in Israel, für die Rückkehr zum Judaismus eintritt. In ihren extremen Formen bedeutet das, dass manche Jesusnachfolger ihre geistliche Heimat in der jüdischen Synagoge sehen. Das andere Extrem fordert, der jüdischen Identität den Rücken zuzukehren und sich der Mehrheit der Heidenchristen in der Kirche anzupassen. Zwischen diesen Extrempositionen gibt es viele Schattierungen, unter denen hitzige Diskussionen zuweilen nicht ausbleiben.