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Israelsonntag 2010

 

Zu dieser Predigt gibt es eine Powerpoint-Präsentation (PPP) zu beziehen bei info(ät)amzi.org.

 

Vor dem Gottesdienst kann schon eine Powerpoint-Präsentation (PPP) mit Bildern eingeblendet werden, um die Leute ins Thema einzustimmen.

 

Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs

Von Hanspeter Obrist

 

Schriftlesung

Apg. 7,30-32 (PPP)

30  Und nach vierzig Jahren erschien ihm in der Wüste an dem Berge Sinai der Engel des Herrn in einer Feuerflamme im Busch.

31  Da es aber Mose sah, wunderte er sich des Gesichtes. Als er aber hinzuging zu schauen, geschah die Stimme des Herrn zu ihm:

32   Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Mose aber ward zitternd und wagte nicht anzuschauen.

 

 

Einleitung

Heute feiern wir den Israelsonntag. Das ist ein spezieller Tag, an dem wir an die Verbundenheit mit dem jüdischen Volk denken. Gott hat sich dem jüdischen Volk offenbart. Wir profitieren heute noch von den Schriften, die sie uns überliefert haben. Doch das Volk ist nicht nur einfach ein Volk wie jedes andere. Etwas Außergewöhnliches geschah. Gott hat sich mit diesem Volk verbunden. Als Gott sich dem Mose in der Wüste am Sinai offenbarte, sagte er zu ihm (Apg. 7,32): „Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams, und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.“ Es ist außergewöhnlich, dass sich Gott mit der Geschichte der Menschen verbindet. Es ist auch speziell, dass Gott nicht gesagt hat: Ich bin der Schöpfergott oder der Gott Abels, Henochs, Noahs oder Josephs. Gott bezieht sich auf Abraham, Isaak und Jakob. Was war an ihnen so besonders? Wie hat sich Gott diesen Männern offenbart?

 

 

1. Der Gott Abrahams (PPP)

Abraham hatte ein großes Vertrauen in Gott. Gott rief ihn aus Ur in Chaldäa heraus in ein neues Land. Abraham machte sich auf Gottes Wort hin auf den Weg und verließ seine vertraute Umgebung und seine Freunde. Das war in dieser Zeit ganz schön herausfordernd. Er konnte nicht einfach in das nächste Flugzeug steigen und die Verwandten schnell besuchen. Er ging im vollen Vertrauen auf Gott seinen Weg. Nicht wissend, wohin dieser ihn führen würde. Dies war ein gewaltiger Schritt. Können wir Gott auch so vertrauen? Wagen wir auf sein Wort hin auch neue Schritte?

Eigentlich würde man erwarten, dass Gott dann Abraham schnell zum Ziel bringen würde. Doch Abraham erlebte die wörtliche Erfüllung dieser göttlichen Verheißung nicht mehr. Er besaß sein ganzes Leben lang kein Stück Land. Erst die Grabesstätte konnte er sein Eigen nennen. Vieles in seinem Leben schien so, als wäre alles nur eine große Täuschung gewesen.

Dies gilt auch für die Verheißung unzähliger Nachkommen. Doch auf Gottes Wort hin vertraute Abraham, auch wenn menschlich gesehen keine Lösung in Sicht war. Es schien so, als würde der verheißene Nachkomme ausbleiben.

Weil Gott zu seinem Wort steht, sind Verheißungen nicht bloße Versprechen, die vielleicht in Erfüllung gehen. Was Gott verheißt, wird sich erfüllen. Doch wir sehen auch, wie manche Menschen lange auf die Erfüllung einer Verheißung warten mussten oder sie gar nicht mehr erlebten, wie das bei Abraham oder bei den Propheten der Fall war. Gerade diese Menschen hob Gott wegen ihres Vertrauens besonders hervor und segnete sie. In unserer schnelllebigen Gesellschaft sind wir besonders herausgefordert, Gott wieder neu auf diese Art zu vertrauen. Er kommt zu seinem Ziel. Er hält sich an seine Versprechen. Auch wenn wir durch Zeiten der Dürre gehen müssen.

Jesus sagte zu Thomas (Joh. 20,29): „Glückselig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt (und vertraut) haben!“

 

Vertrauen wir Gottes Wort so wie Abraham? Die ersten Christen setzten auf diese Realität. Sie vertrauten Gott, auch wenn sie manche Verfolgung erleiden mussten. Ebenso erleben Christen im Nahen Osten heute, wie Gott sie durchträgt.

 

Im Jahr 1979 gab Gott Bishara Awad (PPP) den Gedanken ins Herz, eine Bibelschule für die palästinensische Bevölkerung zu gründen, um Pastoren und Leiter für die Gemeinden zu schulen. An einem Treffen mit lokalen Pastoren wurde ein Komitee gebildet, das Bishara die Verantwortung übertrug. Ein Pastor gab ihm einen Scheck von 20 Dollar und sagte: „Nun starte.“ Mit nur 20 Dollar begann er das Bethlehem Bible College (PPP). Besser gesagt, Gott begann, ein Licht zur Verherrlichung seines Namens anzuzünden. Heute gehören vier Gebäude mit Umschwung zum College, und es wurden seit Beginn über 300 Studierende (PPP) ausgebildet. Auch heute noch hat Gott die Möglichkeit, aus einer hoffnungslosen Situation etwas Neues zu starten.

 

 

2. Der Gott Isaaks (PPP)

Die zweite Person ist Isaak. Er machte die Erfahrung, dass jemand an seiner Stelle starb.

Als Abraham auf Gottes Anweisung hin seinen Sohn Isaak opfern wollte, nahm durch Gottes Eingreifen ein Widder dessen Stelle ein. Es war das erste Mal, dass jemand am Leben blieb, weil ein anderer an seiner Stelle starb (1. Mo. 22). Später wiederholte sich das beim Auszug aus Ägypten. Gott gebot allen jüdischen Familien, Blut von einem Lamm an die Haustüren zu streichen, damit sie vom Gericht Gottes verschont blieben (2. Mo. 12,7-13). Das Lamm starb anstelle der Erstgeborenen. In 3. Mose 17,11 steht, dass das Blut Entsühnung bewirkt, weil das Leben in ihm ist.

 

Jacques Elbaz (2xPPP), Ältester der Gemeinde Brit Olam in Tel Aviv, bewegte diese Frage. Er berichtet: „Ich wurde streng jüdisch erzogen. Ich besuchte mit Hingabe die Synagoge, wo ich im Talmud und in der Tora unterrichtet wurde. Als Jugendlicher begannen mich die Auswirkungen des Gesetzes zu erdrücken. Was mich umtrieb: Im ersten Buch Mose bat Gott Abraham, seinen Sohn Isaak für ihn zu opfern, so dass Abraham mit seinem Sohn nach Morija ging. Er hatte ein Messer und Feuer bei sich, aber kein Opfertier. Sein Sohn fragte ihn daher: ‚Wo ist das Lamm für das Opfer?’ (1. Mo. 22,7). Anstelle von Isaak starb ein Lamm. Im Alten Testament wurden im Tempel Opfer gebracht, um Vergebung der Sünden zu erhalten. ‚Wo ist der Tempel?’, überlegte ich mir. ‚Wo sind die Opfer heute? Wer kann mir meine Sünden vergeben?’ In diesem Moment wurde mir bewusst, dass ich weder Frieden, Freude noch Heilsgewissheit hatte, obwohl ich mich an das Gesetz hielt. Ein wenig später lernte ich eine junge Frau kennen, die meine Aufmerksamkeit auf sich zog: Sie war nicht wie die anderen. Wir gingen zusammen aus, aber etwas trennte uns: unsere religiösen Überzeugungen. Wir stritten uns, sobald wir das Thema anschnitten. Ich wünschte mir, sie zu heiraten. Doch dazu müsste sie zwei Jahre nach Israel gehen, das Gesetz studieren und Jüdin werden. Als ich ihr das sagte, antwortete sie mir im Gegenzug, ich müsste Jeschua als Messias Israels akzeptieren. Ich merkte, dass meine Freundin begann, immer regelmäßiger in einen Gottesdienst zu gehen. Wenn sie zurückkam, strahlte sie vor Freude und war erfüllt von einem tiefen Frieden und einer Liebe, die mein Verstehen überstieg. An einem Abend lud sie mich zu einem Treffen junger Leute ein. Unwissend, worum es sich handelte, fand ich mich in einer Kirche wieder, zum ersten Mal in meinem Leben. Die Predigt hatte Matthäus 23,13-39 zum Thema: ‚Wehe, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler!’ – Ich glaubte zu diesem Zeitpunkt fest, diese Kirche sei antisemitisch. Eines Tages entschied ich mich jedoch aus freiem Willen, wieder an einem dieser Treffen teilzunehmen. Ich war so neugierig herauszufinden, was in dieser Kirche ablief. An diesem Sonntagmorgen konnte ich die Kraft des Heiligen Geistes spüren. Ein Bild erschien in meiner Erinnerung: Ich sah mich jeden Morgen in der Synagoge beten mit dem Gefühl, dass Gott weit weg war. Aber hier, in dieser Kirche, war Gott nahe bei mir. Am selben Nachmittag kam ich zurück, um eine Predigt zu hören. Mein Herz öffnete sich langsam für die Gute Nachricht. Ich verstand, dass das Opfer von Jesus Christus für mich gilt. Er konnte meine Sünden vergeben. Plötzlich war mein Herz nicht mehr leer, sondern ausgefüllt! Es war für mich eine große Herausforderung, meiner Familie meine Begegnung mit meinem Retter zu bezeugen. Schockiert warfen sie mich aus dem Haus. Dann versprachen sie mir alle Annehmlichkeiten in Israel, von denen jemand nur träumen konnte, wenn ich meine Verlobte verlassen und meinen Glauben an Jesus aufgeben würde. Ich lehnte dies ab, weil alle Geschenke der Welt nicht bieten können, was das Opfer von Jeschua bietet: die Vergebung der Sünden!“

 

Johannes der Täufer sagte von Jesus: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ (Joh. 1,29). An seinem letzten Passahfest sagte Jesus: „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!“ (Luk. 22,20). Er wurde verurteilt, weil er es nicht von sich wies, Gottes Sohn zu sein (Luk. 22,70) und sich so Gott gleich machte (Joh. 5,18). Für die Juden war dies Gotteslästerung. Mit der Kreuzigung Jesu erfüllte sich die Voraussage des Täufers: Jesus brachte das ewig gültige Opfer.

Mit der Auferstehung Jesu und der Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten erlebten die Menschen plötzlich die lang verheißene Herzensveränderung aus Hesekiel 11,19. Wer immer den stellvertretenden Tod Jesu für sich persönlich in Anspruch nimmt, erfährt eine neue Realität Gottes. Jesus verändert Menschen und schenkt ihnen eine neue Beziehung zum himmlischen Vater. Alle Schranken werden zwar nicht aufgehoben, aber die Kraft Gottes wird im Leben real erfahrbar.

 

 

3. Der Gott Jakobs (PPP)

Jakob hat mit Gott gerungen. Viele von uns ringen auch mit Gott. Erst als Jakob beim Kampf an der Furt am Jabbok von Gott überwunden wurde (1. Mo. 32,23-33), unterstellte er sich ganz Gott und flehte um den Segen Gottes (1. Mo. 32,27). Da erhielt er den neuen Namen Israel und wurde so zum Stammvater Israels. Wenn wir nicht mehr gegen Gott ankämpfen, sondern uns seinen Segen und Beistand wünschen, dann öffnen sich uns neue Dimensionen. Anschließend war es Jakob möglich, sich mit Esau zu versöhnen. Manchmal muss Gott uns von unseren eigenen Wegen auf seinen Weg führen.

 

Zvi Randelman (PPP) bekam von Gott besonders die Drogen- und Alkoholabhängigen in Israel aufs Herz gelegt. Er und seine Frau wagten den Glaubensschritt und gründeten mit ihrem eigenen Geld eine gemeinnützige Organisation mit dem Namen „Beth HaJeschuah“ (Haus der Rettung). Zvi Randelman erzählt:

„Eine anonyme Spenderin unterstützte diese Vision mit 5 000 Dollar. Diese – im Verhältnis – kleine Summe gab uns in den folgenden Monaten, als sich so wenig bewegte, die Ermutigung, nicht aufzugeben. Wir hatten kein Gebäude, keine Mitarbeiter und wenig Geld. Und doch schien uns Gott zu sagen, wir sollten diesen Weg weitergehen. Aber dann wurde ich im Juli 2004 plötzlich krank und lag mit einer Magenschleimhautentzündung im Bett. Meine Reaktion war: ‚Wo bist du, Gott? Vielleicht habe ich mich getäuscht und es war gar nicht deine Stimme, die ich gehört habe.’ Ich hatte den Eindruck, dass ich intensiv auf Gott hören sollte. Also ging ich jeden Abend aus dem Haus und betete zu Gott. Als Erstes zeigte er mir, dass ich nicht wegen des Reha-Zentrums beten, sondern einfach sein Angesicht suchen sollte. Als ich das tat, zeigte er mir Sünde in meinem Leben. Ich war in gewissen Dingen sehr kalt geworden. Ich hatte nicht die nötige Liebe zu seinem Wort, ja nicht einmal zu Gott selbst. So klagte ich: ‚Gott, du weißt, dass ich dich nicht liebe, wie ich sollte. Ich kann nichts tun ohne dich. Bitte komm in mein Leben und schenke mir wieder deine Liebe und deine Kraft.’ Nach drei Wochen sprach Gott plötzlich zu mir. Er wies mich auf ganz praktische Fehler im Hinblick auf die Drogenreha hin. Wir sollten klein beginnen, mit einer kleinen Wohnung. Innerhalb eines Monats stellte Gott danach das Mitarbeiterteam zusammen und gab uns eine Mietwohnung. Am 10. Oktober 2004 öffneten wir die Türen von Beth HaJeschuah (PPP). Die ersten beiden Männer, die zu uns kamen, waren Alkoholiker aus Jerusalem, die nächsten beiden waren Heroinabhängige aus dem Norden Israels. So kamen immer mehr hinzu. Wir erleben, wie Gottes Kraft wirkt. Wir haben z.B. schon oft erlebt, dass so mancher Abhängiger nicht einmal die klassischen Entzugserscheinungen durchmachen musste. Wer Gott sein Herz gibt, wird verändert.“

 

Schluss

Wer an den Gott Israels glaubt, der glaubt an den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Er ist ein Gott, dem wir uns anvertrauen können, der für unsere Sünden starb und der uns seinen Weg lehrt.

 

 

Gebet:

Himmlischer Vater, Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, danke dass wir uns dir anvertrauen können. Du selbst befreist uns von unserer Schuld, du gestaltest unser Leben neu. Wir wollen dir von Herzen danken, dass du uns durch das jüdische Volk begegnet bist. Hilf uns ganz neu, auf dich zu vertrauen. Segne auch das jüdische Volk. Lass sie deine Hilfe und deine Rettung erfahren. Wir danken dir für deine große Barmherzigkeit und Geduld. Amen.

 

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