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Perikopenreihe I (2009)

 

Was Jesus über Jerusalem denkt

(Lukas 19, 41–48)

Von Hanspeter Obrist

 

Power Point / Film: Israelbilder amzi focus israel

 

http://www.youtube.com/watch?v=zHVIJpsRd_I

 

Begrüßung mit dem Wochenspruch / Votum: Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat! (Psalm 33, 12)

 

Lied

 

Gebet: Vater im Himmel. Du sagst: Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist. Wir bitten dich, lass uns in diesem Gottesdienst dein Herz spüren und sprich ein Wort von dir in unsere persönliche Situation hinein. Amen.

 

Lied / Liturgie

 

Schriftlesung: Psalm 62,1-8

 

Psalm 62 (Bibelübersetzung: Luther)

1(Ein Psalm Davids) Meine Seele sei stille zu Gott, der mir hilft.

2 Denn er ist mein Hort, meine Hilfe, meine Schutz, dass mich kein Fall stürzen wird, wie groß er ist.

3 Wie lange stellt ihr alle einem nach, dass ihr ihn erwürget als eine hängende Wand und zerrissene Mauer?

4 Sie denken nur, wie sie ihn dämpfen, fleißigen sich der Lüge; geben gute Worte, aber im Herzen fluchen sie.

5 Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung.

6 Er ist mein Hort, meine Hilfe und mein Schutz, dass ich nicht fallen werde.

7 Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre, der Fels meiner Stärke; meine Zuversicht ist auf Gott.

8 Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht.

 

Predigt

Zum Israelsonntag wollen wir eine Geschichte aus dem Evangelium von Lukas anschauen:

Eines herrlichen Tages in Israel: Jesus reitet auf einem Esel Richtung Jerusalem. Die Volksmenge jubelt ihm zu und heißt ihn willkommen als König, der im Namen Gottes kommt. Schon der Prophet Sacharja hatte verheißen: „Aber du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm, und reitet auf einem Esel, auf einem jungen Füllen der Eselin“ (Sach. 9,9).

 

Einigen Pharisäern wird dieses Treiben mit der Zeit zu bunt. Was werden die Römer denken, wenn sie von diesem Volksauflauf erfahren? Wie kann es Jesus zulassen, dass er als König im Namen Gottes bejubelt wird? Sie fordern Jesus ein für alle Mal auf, diesem Schauspiel sofort Einhalt zu gebieten. Doch Jesus bemerkt nur trocken: „Wenn diese schweigen, werden die Steine schreien“ (Lk. 19,40).

 

Je mehr sich dieser sonderbare Umzug Jerusalem nähert, desto paradoxer wird die Situation. Anstatt sich immer mehr von der jubelnden Menge feiern zu lassen, wird es Jesus immer schwerer ums Herz. Auf einmal kommen ihm Tränen. Im ersten Moment denken vielleicht einige noch, es wären Freudentränen. Doch dann muss die jubelnde Menge erkennen, dass der so hoch Umjubelte ihre Stimmung nicht teilt. Bedrückt und in großer Trauer blickt Jesus vom Abhang des Ölbergs auf die Stadt Jerusalem und sagt mit trauriger Stimme: „Ach, wenn du doch auch deine Zeit erkennen würdest und was zu deinem Frieden dient! Aber es ist vor deinen Augen verborgen. Es wird die Zeit über dich kommen, dass deine Feinde um dich und deine Kinder eine Wagenburg schlagen, dich belagern und ängstigen. Sie werden dich schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen, weil du die Zeit der Heimsuchung nicht erkannt hast“ (Lk. 19,42-44).

 

Was bewegt unser Herz, wenn wir Jerusalem sehen? Fasziniert uns das äußere Treiben oder bewegt uns der geistliche Zustand Jerusalems?

 

Jesus sieht trotz des Trubels um ihn herum den geistlichen Zustand der Stadtbewohner. Eigentlich ist es sonderbar. Die Leute bejubeln ihn als Gottes König, doch Jesus blickt durch diese oberflächliche Begeisterung hindurch und sieht die Herzenshaltung an. Vielleicht denkt er gerade an das erste Kapitel von Jesaja, in dem Gott um Israel trauert, weil es äußerlich Gott dient, sich aber im Herzen weit von ihm entfernt hat. Jerusalem, die Stadt des Friedens, hat nicht erkannt, was ihrem Frieden dienen würde (Lk. 19,44).

Jesus betritt den Tempel und vertreibt die Händler mit den Worten: „Es steht geschrieben: ‚Mein Haus ist ein Bethaus‘ (Jes. 56,7); ihr aber habt's zur Mördergrube gemacht“ (Lk. 19,46). Damit wird der Bruch zwischen der religiösen Elite Jerusalems und Jesus offensichtlich. Jesus ist die Beziehung zu Gott wichtiger als ein äußerlicher Gottesdienst, für den die Angebote der Händler sehr praktisch sind, weil sie alle Dinge verkaufen, die man im Tempel braucht. Dem Hohepriester, den Schriftgelehrten und Vornehmsten im Volk ist die Sache sehr unangenehm. Sie suchen nur noch nach einem Weg, wie sie sich Jesus vom Hals schaffen können (Lk. 19,47).

 

Die eigentliche Mitte

Diese Geschichte zum heutigen Israelsonntag ist eine Herausforderung. Sie weist uns darauf hin, dass wir in der Gefahr stehen, die eigentliche Mitte unseres Glaubens aus den Augen zu verlieren. In Jerusalem, der Stadt des Friedens, schien alles in bester Ordnung zu sein. Doch statt im Tempel Gott das Herz auszuschütten, war das geschäftliche Treiben in den Mittelpunkt geraten. Wie schnell geraten auch wir in diesen Strudel und verpassen in aller Betriebsamkeit Gottes Angebot.

Gott selbst will uns seinen Frieden schenken. Das hat schon David erkannt. Er schreibt in Psalm 4: „In Frieden werde ich, sobald ich liege, schlafen, denn du, GOTT, lässt mich allein in Sicherheit wohnen“ (Ps. 4,9).

 

Tag des Trostes

Martin Luther setzte den Israelsonntag ein, um sich mit dem jüdischen Volk solidarisch zu erklären, das am Feiertag Tischa BeAw (9. Aw/ 30. Juli 2009) der Zerstörung Jerusalems gedenkt. Am 9. Aw wurde nach der Überlieferung im Jahr 586 v. Chr. der Erste Tempel durch Nebukadnezar und 70 n. Chr. der Zweite Tempel durch Titus in Schutt und Asche gelegt. Daher gehört der 9. Aw zu den Trauer- und Fastentagen des jüdischen Volkes.

 

Gott selbst will sein Volk trösten. In Jesaja 51,12 sagt er: „Ich bin es, der euch tröstet.“ Auch uns fordert er dazu auf: „Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott. Redet zum Herzen Jerusalems und ruft ihm zu, dass seine Frondienste vollendet, dass seine Schuld abgetragen ist!“ (Jes. 40,1). Der Trost, den wir in Jesus empfangen haben, gilt allen Völkern, auch dem jüdischen Volk.

Dieser Trost gilt auch uns. Jesus besucht uns, möchte uns trösten und bei uns einkehren. Haben wir erkannt, dass Gott uns besuchen will, oder nehmen wir ihn nicht wahr, weil er nicht so kommt, wie wir uns das vorgestellt haben? Wie oft steht uns unsere Vorstellung, wie Gott handeln muss, im Wege, um sein Handeln zu erkennen. Gott hat ein großes Interesse an unserem Herzenszustand. Doch sind wir bereit, uns auf ihn einzulassen? Gott möchte uns in Jesus trösten, ermutigen und von Verletzungen heilen. Vielleicht will er uns gerade durch einen Mitmenschen begegnen.

 

Trost in Israel

Es ist eine ganz besondere Freude, dass in Israel immer mehr Menschen diesen Trost in Jesus, oder hebräisch Jeschua, erfahren. So wie es schon in Psalm 62,9 steht: „Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht.“ Jesus hat auf diesen Frieden hingewiesen. Er ist der verheißene Friedefürst (Jes. 9,6). Die Engel verkündeten bei seiner Geburt Friede auf Erden (Lk. 2,14). Jesus sagte: „Meinen Frieden gebe ich euch“ (Joh. 14,27).

 

Wie das heute geschieht können wir anhand eines kurzen Videoclips miterleben.

Video auf http://www.youtube.com/profile?user=amziorg&view=videos

auswählen und die Vollversion unter info@amzi.org verlangen. Als Alternative besteht die Möglichkeit einen der Filme aus der DVD „Lebendige Steine“ zu zeigen.

 

Wir wollen noch einige Gebetsanliegen aus dem Nahen Osten weitergeben:

Wählen Sie aus der Gebetsmail der amzi einige Anliegen oder ermutigende Erlebnisse aus, die Sie ansprechen.

 

Es ist bewegend mitzuerleben, wie Menschen ihr Vertrauen ganz auf Gott setzen. Wir wollen uns dadurch neu ermutigen lassen, auch in unserer Situation unser Leben Jesus anzuvertrauen. Er hat uns seinen Frieden verheißen.

Amen.

 

 

Gebet:

Himmlischer Vater, wir danken dir für deinen Trost, den wir in Jesus Christus erfahren. Danke für alle Menschen und Situationen, an denen wir Anteil nehmen konnten.

Wir sind uns heute ganz neu bewusst geworden, dass du eine tiefe innere Beziehung mit uns möchtest. Es ist so ermutigend zu wissen, dass wir unser Herz vor dir ausschütten dürfen und du uns selbst zugesagt hast, dass du uns tröstest. Nimm alles weg, was uns an dieser Gemeinschaft mit dir hindert und kehre du in unser Leben ein. Amen.

 

Lied

 

Fürbittgebet

Himmlischer Vater, wir bitten um Frieden für das Volk Israel und die ganze Welt. Lass uns Menschen deinen Trost finden und erfahren. Erbarme dich unser.

Wir beten für die Menschen im Nahen Osten, erbarme dich ihrer.

Lass die Politiker dieser Welt erkennen, was zum Frieden dient.

Schenke uns auch in unserer persönlichen Situation deinen Frieden.

Wir möchten dir auch die folgenden Menschen, deren Namen wir in der Stille vor dich bringen, deiner Gnade und deinem Frieden anbefehlen. …..Stille

Danke, dass du unsere Gebete hörst und wir vor dir unser Herz ausschütten dürfen. Amen.

 

Lied

 

Segen: Der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu! Amen (Philipper 4,7)

 

 

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